Viele in die Hand von wenigen

Viele in die Hand von wenigen (Raw Frand zu Chanukka 5764 (Beitrag 1))

"Und es war nach zwei Jahren und siehe, Pharao träumte, er stehe am Nil." [Berejschit 41:1] Der Traum, in dem sieben magere Kühe sieben fette Kühe verschlangen, rüttelte Pharao auf. Keiner der Weisen Ägyptens konnte ihm den Traum deuten und das beunruhigte ihn noch mehr.

Es ist ziemlich erstaunlich, dass sich ein Staatsoberhaupt wegen einem verrückten Traum so stark aus der Fassung bringen lässt, auch wenn wir annehmen, dass die ägyptischen Pharaonen viel abergläubischer waren, als die Menschen von heute. Sieben magere Kühe verschlingen sieben fette Kühe - was ist daran so aufregend?

Rav Schimon Schwab gibt darauf eine Antwort. Pharaos ganze Machtstellung ruhte - wie bei jedem Diktator - auf der Voraussetzung, dass die Starken die Schwachen beherrschen. "Ich habe die Truppen, ich habe die Macht. Ich kann meinen Willen durchsetzen, weil mir niemand etwas anhaben kann."

Der Traum störte Pharao, weil in ihm ein Vorgang gezeigt wurde, in dem die Schwachen die Starken beherrschten. Die sieben mageren Kühe waren es, die die sieben fetten Kühe verschlangen. Pharao verstand, dass es sich um ein Zeichen des Himmels handelte. Er glaubte, dies sei eine g'ttliche Botschaft, dass seine Herrschaft - trotz allen Machtinstrumenten - nicht gesichert sei. Diese Botschaft traf ihn im Innersten, weil sie das Fundament seiner ganzen Monarchie ins Beben brachte.

Rav Schwab weist im Weiteren darauf hin, dass Parschat Mikez immer auf Chanukka fällt. Dies ist im jüdischen Kalender fest verankert. Das ist kein Zufall. Einer der Grundgedanken von Chanukka ist "die Mächtigen fallen in die Hand der Schwachen, viele in die Hand von wenigen", so wie wir es im "Al HaNissim"- Gebet sagen.

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