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Raw Frand zu Parschat Toldot 5769

So gross ist die Kraft des Spottes

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Der Pasuk schreibt: "Und dies sind die Nachkommen von Jizchaks, des Sohnes von Awraham: Awraham zeugte den Jizchak" [Bereschit 25:19]. Raschi wundert sich, dass diese Aussage "Awraham zeugte den Jizchak" nur etwas wiederholt, das wir schon wissen. Ausserdem stellt sich die Frage, weshalb die Torah die Abstammung auf Awraham zurückführt, wenn wir jetzt über die Kinder von Jizchak sprechen?

Raschi antwortet, die Spötter jener Generation (Lejzanej haDor) behaupteten, dass Sarah von Awimelech schwanger geworden sei. "Sie lebte viele Jahrzehnte mit Awraham und war von ihm nicht schwanger geworden." Um diesem Spott zu begegnen, bildete Haschem die Gesichtszüge Jizchaks identisch zu jenen seines Vaters Awraham. Wer immer Jizchak sah, wusste sofort, "Awraham zeugte den Jizchak."

Kinder sehen oft ihren Eltern ähnlich. Manchmal trifft man jemanden zum ersten Mal und erkennt ihn sofort als Sohn eines Menschen, den man gut kennt. In diesem Fall aber, war das ähnliche Aussehen von Vater und Sohn offensichtlicher. Der Midrasch schreibt, dass Haschem ein "Wunder" geschehen liess. Jizchaks Aussehen entsprach derart genau jenem seines Vaters, dass es ein Wunder war!

Die Gemara [Baba Mezia 87a] beschreibt, dass Awraham ein Fest feierte, um die Entwöhnung von Jizchak zu feiern. Dazu lud er alle grossen Männer der Generation ein. Awraham Awinu war kein einfacher Bürger. Er war der erste Verkünder des Monotheismus. Er lehnte die heidnischen Götzen der übrigen Welt ab und verkündete die Existenz eines einzigen Herrn der Welt.

Awraham Awinu wollte den Namen von Haschem heiligen (Kiddusch Haschem) und das grosse Wunder bekannt geben, das Haschem für ihn vollbracht hatte. Awraham veranstaltete sein grosses Fest nur aus diesem Grund, doch die Spötter wollten ihren Spass haben. Sie flachsten, dass Jizchak unmöglich Awrahams Kind sein könne. Sarah müsse von Awimelech schwanger geworden sein. Wir wissen, wie es geht: Ein Augenverdrehen, eine hochgezogene Nase, ein spottendes Lachen.

Und eigentlich machte ihr Sarkasmus keinen Sinn. Sie sagten, dass "Sarah von Awimelech schwanger war", weil Jizchak unmöglich Awrahams Kind sein könne. Das Wunder hier war nicht, dass Awraham ein Kind gezeugt hatte. Awraham hatte schon mit Hagar einen Sohn gezeugt! Das Wunder war, dass Sarah, die ihr ganzes Leben unfruchtbar gewesen war, im Alter von neunzig Jahren schwanger wurde!

Was war dann das Wesen dieses Sarkasmus? Weshalb reagierte Haschem mit einem Wunder (identische Gesichtszüge) auf einen offensichtlich unbegründeten Spott?

Der Punkt ist, dass Spott (Lejzanut) genau diese Kraft hat. Sarkasmus muss nicht richtig sein oder zutreffen. Die Wirkung eines Einzeilers ist die gleiche, wie die einer Nadel, die in einem Moment den Ballon zerplatzen kann. Die Presse wird darüber schreiben. Die Tatsache, dass jeder, der nur einen Moment überlegt, das ganze innerhalb von dreissig Sekunden als Unsinn erkennen kann, ist irrelevant. Der Schaden wurde schon angerichtet. So gross ist die Kraft von Lejzanut.

Hätte Haschem zugelassen, dass dieser Ballon von Kiddusch Haschem auch nur eine Sekunde lang geplatzt wäre, hätte Awraham das Ziel seines Anlasses verfehlt. Also musste Haschem ein Wunder machen, um die inspirierende Atmosphäre des Festes wieder herzustellen.

Der Mesilat Jescharim schreibt in Kapitel 5: "Durch den kleinsten Spott kann die grösste Inspiration und Enthusiasmus bei einem Menschen wirkungslos sein. Ein Witz verdrängt hundert Zurechtweisungen."

Denken wir nur an das biblische Ereignis mit Elijahu am Berg Karmel [Melachim I Kapitel 18]. Elijahu duelliert mit den Propheten des Ba‘al. Er versucht zu beweisen, dass Götzen falsch sind und dass Haschem der einzige G’tt ist. Er bringt Feuer vom Himmel hinunter, das Elijahus Opfer verzehrt, nachdem den Propheten dasselbe nicht gelang, als sie zu ihren Götzen beteten.

Alles was Elijahu tun musste, war zu schreien "Antworte mir, mein G‘tt, antworte mir." (Anejni Haschem Anejni). Weshalb brauchte es die Wiederholung des Wortes "Antworte mir"? Chasal erklären, Elijahu betete hier um zwei Dinge: (1) Antworte mir, Haschem, dass ein Feuer vom Himmel herunter kommen wird, und (2) Antworte mir, dass die Leute nicht sagen sollen, dass meine Taten Zauberei waren (Ma'asej Keschafim). In anderen Worten, "Haschem, bitte behüte mich vor Spöttern." Rette mich vor den Männern hinten in der Synagoge, die - egal, was der Rabbiner sagt, egal was geschieht - immer einen Einzeiler haben, um alles Inspirierende und jeden Denkanstoss ins Lächerliche zu ziehen.

Elijahu sorgte sich darum - dass obwohl es ihm gelingen würde, ein Feuer vom Himmel herunterzubringen und alle dann ausrufen würden "Haschem ist der G‘tt! Haschem ist der G’tt!" – dass ein Spötter dies alles mit dem einzigen Satz: "Ach, es ist Magie!" zunichte machen würde. Dies beunruhigte Elijahu und dies beunruhigte hier auch Haschem, weshalb Er ein Wunder machte, dass Jizchak genau wie Awraham aussah. So gross ist die zerstörerische Kraft von Lejzanut. Haschem sah, dass es unerlässlich war, diesen Spott zu bekämpfen, sogar wenn dafür ein Wunder nötig war.



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