Tewet 
/Paraschat Wajechi/


Rav Frand zu Paraschat Wajischlach 5779 (Beitrag 2)

Der Ba'al Haturim verbindet Ja'akows Geschenk mit dem Rat Mordechai's an Esther

Unsere Weisen lehren, dass Ja'akow sich auf drei Arten auf das Treffen mit Ejsav vorbereitete: Mit Gebet, Geschenke und Kampf. Der Passuk (Vers) beschreibt ausführlich die grossartigen               Geschenke, welche Ja'akow vorbereitete, um Ejsav zu besänftigen. Ja'akow vertraute mehrere   Tierherden seinen Boten an und wies sie an, zwischen den Herden einen "Rewach - Zwischenraum" zu lassen und nicht alle Schafe und Kamele Ejsav auf einen Schlag zu übergeben. Der Grund ist – wie Raschi zur Stelle [32:17] erwähnt – um das Auge (die Gier) des Bösewichtes (Ejsaw) zu sättigen und in Staunen zu versetzen über die Grösse des Geschenkes.

Der Ba'al HaTurim merkt zu den Worten "schaut, dass zwischen jeder Herde ein Zwischenraum ist" ("we'Rewach tassimu bejn Ejder le'Ejder") an, dass das Wort "Rewach" im ganzen Tenach (Tora, Newi’im/Propheten und Ketuwim/Schriften) nur noch an einer einzigen anderen Stelle vorkommt. Diese andere Stelle ist "Rewach we'Hazala ja'amod la'Jehudim mi’Makom acher" [Esther 4:14] ("Freiraum/Hilfe und Erettung wird den Juden von einem anderen Ort her den Juden entstehen"). 

Was verbindet diese beiden Verse? Der Ba'al HaTurim sagt, dass dies ein Hinweis darauf ist, wie wir mit schlechten Regierungen und Obrigkeiten umgehen sollen. Es wird gelehrt, dass wir ein langes und bitteres Exil, geprägt von Verfolgung und Vernichtung, zu erwarten haben. Wenn wir etwas Freiraum (Rewach) und Rettung für das jüdische Volk erreichen wollen, müssen wir uns an die andere Erwähnung von "Rewach" in der Tora erinnern: Die Geschenke, die Ja'akow Ejsav übergab.

Die Botschaft des Ba'al haTurim für alle Generationen ist, dass wir Konfrontation ausweichen       sollten. Diese Botschaft ist heutzutage nicht populär. Unsere heutige Geisteshaltung ist vielmehr: "Ich lasse mich doch nicht herumschubsen. Denen werde ich's zeigen!" Für unseren Stammvater war dies nur der letzte Ausweg. Es ist besser einen Feind zu kaufen oder zu besänftigen, zu   schmeicheln oder ihm gut zuzureden, koste, was es wolle. Streite nicht mit Ejsav, wenn es sich vermeiden lässt.

Dies soll nicht heissen, dass die israelische Armee im Land Israel die Waffen niederlegen und sich nicht mehr verteidigen soll, G'tt behüte. Wir müssen kämpfen, falls es keine andere Möglichkeit gibt. Jedoch gilt die ernste Warnung und ganz speziell für die Juden in der Diaspora: Streit‘ nicht mit Ejsav, wenn es nicht unbedingt nötig ist.

Dies scheint feige zu sein. Es sieht aus, wie wenn wir (die schlimmste aller Beschimpfungen) Waschlappen seien! Aber wenn Ja'akow sich gut genug war, wie ein Waschlappen dazustehen, dann ist es auch für uns gut genug. Es ist keine Mizwa (Gebot) ein Macho zu sein, wenn wir das Ziel auch auf sanfte Weise erreichen können.

Quellen und Persönlichkeiten:

Raschi (1040-1105) [Rabbi Schlomo ben Jizchak]; Troyes (Frankreich) und Worms (Deutschland); „Vater aller Torakommentare“.

Baal HaTurim (1268 – 1340): Torah-Erklärung von Rabbi Ja‘akow ben Ascher, der auch den Tur schrieb, eine frühe, jüdische Gesetzessammlung. Erste Ausgabe 1514 in Konstantinopel.

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Die Bearbeitung der Gedanken dieser Woche erfolgte durch Mitarbeiter des Jüfo-Zentrums in Zürich

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