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Raw Frand zu Parschat Noach 5767 (Beitrag 2)

Die Rückweisung von Einheit führt zu Uneinigkeit

Auch der zweite Gedanke, welchen ich betrachten möchte, stammt von Rav Jerucham Levovitz. Am Ende der Parscha wird von den Ereignissen rund um die Menschen in Bavel gesprochen. Sie wollten einen Turm bauen, welcher bis zum Himmel reichte. Jeder sprach die gleiche Sprache. Das Ende der Geschichte kennen wir: „Wir wollen einen Turm bauen; wir wollen gegen G’tt kämpfen.“ Der Herr der Welt stieg hinab, brachte ihre Sprache durcheinander und schliesslich waren sie nicht mehr imstande, miteinander zu kommunizieren.

Diese Geschichte ist nett. Sie ist bekannt. Die meisten bemerken jedoch nicht, dass diese Geschichte die Geschichte der Weltgeschichte ist. Diese Begebenheit ist eine der folgenschwersten Ereignisse der Menschheitsgeschichte. Was sagt uns diese Begebenheit?

Die Erzählung beginnt so: „Und siehe, die ganze Welt redete in einer Sprache.“ Raschi stellt fest, dass dies die „heilige Sprache“ war. Gemäss G’ttes „grossem Plan“ sollte unter den Menschen Einigkeit herrschen. Eine der grössten Segnungen, welche der Allmächtige der Menschheit angedeihen liess, war, dass unter den Menschen und den Völkern Einheit herrschte.

G’tt ist Eins. Seine Einheit, seine Einzigkeit beschreibt Ihn. Gemäss dem grossen Plan der Welt, sollte diese Einheit Folgendes widerspiegeln: Ein G’tt – eine Sprache. Hätte es die Gesellschaft geschafft, ein Umfeld von einem G’tt und einer Sprache beizubehalten, wären die Menschen miteinander ausgekommen. Die Menschen von Bavel lehnten sich gegen dieses Konzept auf. Sie wehrten sich gegen „einen G’tt“. Sie planten, einen Turm bis zum Himmel zu bauen und gegen diesen „einen G’tt“ zu kämpfen. „Wir wollen Auswahl. Wir wollen nicht auf „einen G’tt“ angewiesen sein.“

G’tt entgegnete: „Ich gab euch die Quelle für den grössten Segen der Welt und ihr schätzt sie nicht. Ihr habt euch gegen die „Einheit“ aufgelehnt. Ich will euch mit einem ausserordentlich schlimmen Fluch bestrafen. Ich werde euch verschiedene Sprachen geben.“ G’tt lässt den Sünder auf seinem Weg weitergehen. Nachdem sie die Einheit abgewiesen hatten, wurde ihnen gerade diese durch den „Fluch“ der verschiedenen Sprachen vorenthalten.

Ich sah einmal eine Statistik, die besagt, dass in die Lebenszeit eines Menschen über 500 Kriege fallen. Wir zählen augenscheinlich nicht nur die „grossen“ Kriege (wie beispielsweise den 2. Weltkrieg, Korea, Vietnam, Golfkriege etc.). Wir betrachten auch die „kleinen“ Kriege (wie beispielsweise Bosnien, Nicaragua, Osttimor, Ruanda, Burundi), die sicherlich auch Kriege genannt werden können. Wieso kämpfen die Menschen gegeneinander? Die Serben haben die Kroaten nicht gern; die Kroaten mögen keine Serben. Man kann „die Mitspieler buchstäblich nicht mehr ohne Nummernplan auseinanderhalten“. Es ist so komplex, dass man schon gar nicht mehr weiss, für wen man Partei ergreifen soll.

Woher kommt das? Wieso bringen sich die Indonesier und die Bewohner von Osttimor gegenseitig um? Wieso töten sich die Nordiren gegenseitig schon seit hunderten von Jahren? Rund um den Globus gibt es noch eine Unmenge solcher Ereignisse. Die Menschen kommen nicht miteinander aus. Der Hauptgrund für diese Streitigkeiten sind Meinungsunterschiede zwischen den Völkern. Wann fing das alles an? Alles Begann mit ihrer Ablehnung der „Ein-heit“. Als Strafe nahm der Allmächtige den Menschen von Bavel und den siebzig Völkern, die sich von diesem historischen Ausgangspunkt an zerstreuten, die Einheit weg.

Vom Turm von Bavel hörten die Menschen auf, miteinander zu kommunizieren, die verschiedenen Kulturen gingen ihre eigenen Wege. Kampf und Streit wurden unvermeidlich. Die Hoffnung, dass es eines Tages ein geeinigtes Europa und eine einheitliche Sprache geben wird, wird nie zustande kommen. Es wird wegen dem Fluch, der wegen dem Turm zu Bavel auf die Erde kam, nie gelingen. Die Menschheit hatte die Möglichkeit zur Einheit, aber die Chance wurde vertan. G’tt machte klar, dass die Menschheit auf alle Ewigkeit mit der Uneinigkeit, die sie selbst gewählt hatte, leben muss.

Es gibt bei uns in den USA eine Bewegung, die Englisch zur nationalen Pflichtsprache machen will. Alle Dokumente sollen nur noch in Englisch gedruckt werden dürfen. Was ist der Grund für diese Bemühungen? Der Grund liegt in der Erkenntnis, dass eine Vielzahl von Sprachen der erste Schritt für das Zerbrechen einer Gesellschaft ist. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Kanada noch zu unseren Lebzeiten wegen dem Gegensatz zwischen Englisch- und Französischsprechenden in verschiedene Landesteile auseinanderbrechen wird. Der Fluch dieser Parscha verfolgt die Menschheit auch in der heutigen Zeit. Wenn „Haschem Echad“ („G’tt ist Eins“) abgelehnt wird, ist das Ergebnis eine Welt, wie wir sie durch die ganze Geschichte bis zum heutigen Tag beobachten können.


Quellen und Persönlichkeiten:
Raschi (1040 - 1105) [Rabbi Schlomo ben Jizchak]: Troyes (Frankreich) und Worms (Deutschland), "Vater aller Torahkommentare".
Rav Jerucham Levovitz (1874 - 1936): Einflussreicher Denker, Maschgiach (Leiter und geistiger Ratgeber) der Jeschiwa in Mir, Litauen.



Rav Frand, Copyright © 2007 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum.

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