Tischrej
/Chol HaMoed Sukkot

Raw Frand zu Parschat Wa'era 5771 (Beitrag 2)

Pharao den ihm gebührenden Respekt erteilen

Der Passuk schreibt: "Und Haschem sprach zu Mosche und Aharon und befahl ihnen bezüglich der Kinder Israels und in Bezug auf Pharao, dem König von Ägypten, die Kinder Israels aus Ägypten zu führen“ [Schemot 6:13]. Raschi kommentiert, dass Mosche aufgetragen wurde, respektvoll mit Pharao umzugehen, da er der König war. Wir leiten von hier ab, dass wir verpflichtet sind, der Monarchie (Malchut) Ehre zu erweisen. Obwohl Mosche aufgefordert wurde, zu warnen, zu drohen und Pharao zurechtzuweisen, musste er alle diese Botschaften mit Respekt und Ehre übergeben.

Es gibt einige Pesukim am Ende der Parscha, die sehr merkwürdig scheinen. Am Ende der Plage des Hagels, sagte Mosche zu Pharao: "Sobald ich die Stadt verlasse, werde ich meine Hände zu Haschem ausbreiten, und die Donnerschläge werden aufhören und der Hagel wird nicht mehr sein, damit du weisst, dass die Erde Haschem gehört ... " [Schemot 9:29]. Dann sagt die Tora: "Der Flachs und die Gerste wurden zerschlagen, denn die Gerste war reif und der Flachs stand in seinen Stengeln. Aber der Weizen und der Dinkel wurden nicht getroffen; weil sie später reifen (sie waren noch weich und brachen nicht von der Wucht des Hagels). [Schemot 9: 31-32]

Die Einfügung dieser Pesukim ist recht seltsam. In der Mitte des Dialogs zwischen Mosche Rabbejnu und Pharao sagt Pharao: "Hör auf damit. Ich kann es nicht aushalten." Mosche stimmt zu und erklärt Pharao, was er tun muss, um die Plage zu stoppen. Die Erzählung sollte direkt mit Passuk 33 fortgesetzt werden - "Und Mosche ging weg von Pharao, von der Stadt hinaus, und er breitete seine Hände aus zu Haschem, die Donnerschläge und der Hagel hörten auf und der Regen gelangte nicht auf die Erde." An diesem Punkt, als die Plage vorüber war, wäre es vielleicht angebracht, die Schäden zu dokumentieren, dass die Gerste und der Flachs beschädigt wurden jedoch der Weizen und Dinkel nicht. Warum aber steht diese Schadensbewertung mitten im Dialog zwischen Mosche und Pharao, als sie über das Aufhören der Plage diskutieren?

Der Ramban stellt diese Frage. Der Ramban zitiert eine Antwort im Namen von Raw Sa‘adja Gaon, dass die Pesukim 31-32 in der Tat nicht eine Schadensbewertung sind, sondern die Fortsetzung von Mosches Worten zu Pharao. Raw Sa‘adia erklärt, dass Mosche Pharao informierte, dass er zwar in der Lage sei, die Seuche einzudämmen, doch er könne die schon verursachten Schäden, nicht rückgängig machen. Mosche erklärte Pharao, dass es zu spät sei, um etwas für die zerstörte Ernte von Gerste und Flachs zu tun, dass er jedoch die Ernte von Weizen und Dinkel noch retten könne.

Der Ramban ist mit Raw Sa‘adja Gaons Interpretation nicht zufrieden und gibt seine eigene Interpretation dazu. Indes sah ich eine sehr interessante Erklärung im Sefer Komez HaMincha von Raw Chanoch Ehrentreu. Die Pesukim 31-32 sind in der Tat die Worte von Mosche Rabbejnu und Teil des Dialogs mit Pharao. Aber im Widerspruch zu Raw Sa‘adja Gaon, sind sie nicht als "Schadensbericht" gemeint. Mosche übergab Pharao eine Botschaft.

Die Gemara sagt [Ta‘anit 20a]: Eine Person sollte eher weich sein wie Schilf als steif wie eine Zeder. In Persönlichkeit und Verhalten, sollte ein Mensch flexibel und biegsam sein wie das Schilf. Er sollte nicht starr sein wie die Zeder. Warum? Wenn es einen Sturm mit Hagel und starkem Wind gibt, so biegt sich das flexible Schilf, und überlebt. Die Zeder wird entweder dem Sturm standhalten oder zerbrechen.

Mosche hätte unhöflich sein können und dem König sagen können: "Wach auf und rieche den Kaffee, begreife, das es geschlagen hat, Pharao. Du bist verwünscht. Sieh, wohin deine Hartnäckigkeit dich gebracht hat, du hast das Land ruiniert. Alle leiden wegen dir! Sei kein solch störrischer Idiot! Höre schon endlich auf den Allmächtigen!"

So hätte er mir Pharao sprechen können. Doch eingedenk Haschems Ermahnung bezüglich Kawod Malchut (Ehre, die dem König gebührt) übergab Mosche seine Botschaft in einer viel sanfteren Weise. Mosche forderte Pharao höflich auf, aus dem Fenster zu schauen und zu überlegen, wie die jeweiligen Ernten auf den Hagelsturm reagierten. Der Flachs und die Gerste brachen, weil sie nicht flexibel waren. Das geschieht, wenn man unflexibel ist. Der Weizen und Dinkel andererseits waren flexibel und sie überlebten. Die Botschaft war die gleiche, doch sie wurde auf eine subtilere Art und Weise überliefert, aus Respekt vor der Monarchie. We'hamejwin jawin. (Und der Einsichtige, wird verstehen).



Rav Frand, Copyright © 2010 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum.

Weiterverteilung ist erlaubt, aber bitte verweisen Sie korrekt auf die Urheber und das Copyright von Autor, Project Genesis und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum und auf Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, sowie www.torah.org.

What do you think?

Send us feedback!

Drucken E-Mail

  • /parascha/25-waera/996-raw-frand-zu-parschat-waera-5771-beitrag-1.html
  • /parascha/25-waera/831-raw-frand-zu-parschat-waera-5770.html

Das diesjährige Schabbat-Projekt - von Oberrabbiner Warren Goldstein

WhatsApp Image 2018 11 01 at 16.12.30

Ein nicht beabsichtigtes Schabbat-Verbot

שולחן שבת

Schabbat - Gedenktag der Schöpfung und G-ttes Einflussnahme auf die Geschichte

שבת

Aktuell sind 571 Gäste und keine Mitglieder online

Jüdisches Leben in Zürich

jewish-zuerich

Jüdisches Leben in Zürich

Koschere Hotels
in der Schweiz

hotelinberge

Koschere Hotels