Kislew
/Paraschat Wajischlach

Warnung

JUser: :_load: Fehler beim Laden des Benutzers mit der ID: 62

Raw Frand zu Parschat Bo 5764 (Beitrag 2)

Der wahre Ketzer geht zu Bett, wenn in der Nacht die zehnte Plage angesagt ist

Die Torah berichtet, wie Mosche das letzte Mal zu Pharao kam und mit ihm einen letzten gereizten Wortwechsel hatte. Rav Elja Me‘ir Bloch stellt die folgende interessante Frage: Mosche Rabbejnu hatte schon längere Zeit Pharao heimgesucht. Jedesmal wenn Mosche in den Palast kam, musste es für Pharao zumindest ziemlich ärgerlich gewesen sein. Warum tötete dann Pharao Mosche nicht?

Pharao musste vor dem CNN oder vor den Vereinigungen für Menschenrechte keine Angst haben. Stellen wir uns einmal einen heutigen Tyrannen in Pharaos Situation vor. Gäbe es nicht eine einfache Lösung, um diesem Feind ein Ende zu bereiten, ein für alle Mal? Warum ertrug Pharao Mosche weiterhin?

Rav Elja Me‘ir Bloch erklärt, dass dies den Unterschied zwischen Pharao und einem modernen Tyrannen veranschaulicht. Mosche Rabbejnu war für Pharao nicht nur ein Ärgernis. Er führte mit ihm eine religionsphilosophische Auseinandersetzung über G’tt. Pharao war kein Realpolitiker, der einfach eine Belastung loswerden wollte – das wäre keine Lösung für sein Problem gewesen. Pharao war nicht wie ein billiger Despot heutzutage, den man bestechen kann und der nur an Macht interessiert ist. Pharao war ein echter G’ttesleugner. „Ich bin G’tt“, verkündete er. Mosche einfach loszuwerden genügte ihm nicht. Das wäre eine zu simple Lösung gewesen. Pharao musste Mosche besiegen. Pharao war bereit bis zum bitteren Ende zu kämpfen, um zu beweisen, dass er der Herrscher war.

Ein oder zweihundert Jahre zurück pflegten die Leute in Kaffeehäusern in Paris zu sitzen und über den Sinn des Lebens zu diskutieren. „Gibt es G’tt? Gibt es keinen G’tt?“ Menschen beschäftigten sich mit schwerwiegenden Dingen. Nun denken die Menschen an Annehmlichkeiten – „welche Art von schnurlosem Telefon benützt du?“ – und an nichts anderes. Die Leute sinnieren nicht mehr über G’tt und über den Sinn des Lebens. Wir leben in einer einfältigen und abgedroschenen Welt. Nichts von Wert ist mehr wichtig. Heute wird dem Sportfinale die grösste Beachtung geschenkt, nicht dem Ziel des Lebens.

Der Kotzker Rebbe gibt zu einem Raschikommentar in der dieswöchigen Parscha eine Erklärung. Es steht im Vers bei der Beschreibung der Plage der Erstgeborenen: „Pharao stand auf in der Nacht....“ Raschi beendet den Satz mit „...von seinem Bett“. Was will Raschi uns sagen?

Der Kotzker Rebbe frägt: War Pharao von Sinnen? Mosche sagte voraus, dass jeder Erstgeborene um Mitternacht sterben würde. Er hob speziell hervor, dass Pharaos erstgeborener Sohn unter den Erschlagenen sein werde. Pharao selbst war ein Erstgeborener. Pharao hätte an diesem Abend zumindest Schweissausbrüche erleiden sollen. Nein. Er ging zu Bett. Das Einzige, was ihn aufweckte, waren die Schreie der Ägypter, als nach Mitternacht die Plage Wirklichkeit wurde.

Wie kann eine Person sich in so einer Nacht ruhig hinlegen, wenn zuvor 9 der von Mosche vorausgesagten Plagen genau wie prophezeit eintrafen? Die Antwort darauf ist, sagt der Kotzker Rebbe, dass Pharao ein hartgesottener Ketzer war. Es gibt ein Sprichwort, dass es in einer Löwengrube keine Atheisten gibt. Das mag für ‚moderne Atheisten‘ gelten. Für die ‚Atheisten der Frühzeit‘ gilt: Sie blieben Atheisten sogar wenn sie in eine Löwengrube fielen! Pharao war noch vom alten Schrot und Korn – ein Ketzer bis zum letzten Atemzug!

„Ich gehe zu Bett. Was bis jetzt geschah, war nur ein Spiel der Natur. Ich muss nichts befürchten.“ Pharao war nicht daran interessiert, sich des Bedrängers Mosche zu entledigen. „Ich werde diesen Kampf bis zum bitteren Ende weiterführen.“ Und das tat er auch.



Rav Frand, Copyright © 2007 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum.

Weiterverteilung ist erlaubt, aber bitte verweisen Sie korrekt auf die Urheber und das Copyright von Autor, Project Genesis und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum und auf Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, sowie www.torah.org.

PopFeed: The email recipient specified is either empty or invalid. Please check the plugin options.

Drucken E-Mail

  • /parascha/26-bo/99-raw-frand-zu-parschat-bo-5764-beitrag-1.html
  • /parascha/26-bo/47-raw-frand-zu-parschat-bo-5763.html

Das diesjährige Schabbat-Projekt - von Oberrabbiner Warren Goldstein

WhatsApp Image 2018 11 01 at 16.12.30

Ein nicht beabsichtigtes Schabbat-Verbot

שולחן שבת

Schabbat - Gedenktag der Schöpfung und G-ttes Einflussnahme auf die Geschichte

שבת

Aktuell sind 993 Gäste und keine Mitglieder online

Jüdisches Leben in Zürich

jewish-zuerich

Jüdisches Leben in Zürich

Koschere Hotels
in der Schweiz

hotelinberge

Koschere Hotels