Adar Rischon
/Paraschat Ki Tissa/


Raw Frand zu Parschat Tezawe 5771 (Beitrag 2)

Lösche mich aus Deinem Buch

Parschat Tezawe ist die einzige Parscha in den letzten vier Büchern des Chumasch (d.h. - nach der Geburt von Mosche Rabbejnu), in denen Mosches Name nicht erwähnt wird. Chasal sagen, dies war die Folge von Mosches Bitte "so lösche mich doch aus Deinem Buch, dass Du geschrieben" [Schemot 32:32], die er aussprach, als er um Vergebung für die Sünde des Goldenen Kalbes bat, im Namen des jüdischen Volkes. „Der Fluch eines Gerechten wird wahr, auch wenn er nur bedingt ausgesprochen wird“. Obwohl dem jüdischen Volk in der Tat vergeben wurde, blieben Mosches Worte, obwohl sie nur bedingt geäußert wurden (wenn Du dem Volk nicht verzeihst), nicht ganz unerfüllt. In dieser kleinen Art, wurde Mosches Namen aus Haschems Buch ausgelöscht; in Parschat Tezawe wird sein Name nicht erwähnt.

Raw Owadja Josef fragt: Warum geschah die Erfüllung dieses „Fluches“ gerade in Parschat Tezawe? Raw Owadja Josef antwortet, dass die Aussage "Lösche mich aus Deinem Buch (Sifre-cha) aus" verstanden werden kann "Lösche mich aus dem Sefer Chaf aus" [Buch Nr. 20]. Da Parschat Tezawe die zwanzigste Parscha in der Tora ist, ist sie die geeignete Parscha, in der Mosches Namen ausgelassen wird.

Diese niedliche Idee wirft jedoch die Frage auf, weshalb Mosche gerade die zwanzigste Parscha, Parschat Tezawe, als diejenige wählte, aus der sein Name entfernt werden sollte?

Ich sah in einem Sefer die folgende Erklärung: Oft, wenn jemand aus dem Bild entfernt wird, fühlt er die Notwendigkeit, Menschen daran zu erinnern "Ihr sollt wissen, dass ich eigentlich diesen Job haben könnte."

Es gab einen berühmten Vorfall mit Raw Chajim Schmulewitz. Es gibt normalerweise drei Jobs in Verbindung mit einem Müllwagen - der Fahrer und die beiden Burschen, welche die Mülltonnen in die Rückseite des Wagens kippen. Der Fahrer hat den Vorteil, in einem klimatisierten Lastwagen herumzufahren. Er muss den Abfall weder riechen noch damit beschäftigt sein. Es ist ein relativ anständiger Job. Die hinteren Jungs müssen auf und ab springen, den Abfall holen und ihn riechen etc. Raw Chajim Schmulewitz erzählte einmal, dass er zu Fuß in Jerusalem unterwegs war und einen Müllwagen sah. Nachdem einer der Burschen auf der Rückseite des Lastwagens seine Aufgabe mit den Mülltonnen getan hatte, bemerkte er Raw Schmulewitz. Der Mann ging zum Rabbiner hinüber und sagte zu ihm auf Jiddisch: "Ich hätte der Fahrer sein können, aber ich bin nicht auf der Suche nach Ehre."

Diese Geschichte erzählt uns viel. Wir erfahren, dass es in allen Aspekten des Lebens Hierarchien von Ehre gibt. Es zeigt auch das Bedürfnis von Menschen, die übergangen wurden oder sogar freiwillig auf eine gewisse privilegierte Stellung verzichteten, andere Menschen zu informieren "Ich hätte dies auch tun können".

Chasal (unsere Weisen) sagen, dass Mosche Rabbejnu angeboten wurde, Kohen Gadol (Hohenpriester) zu werden. Mosche lehnte jedoch den Job ab, da er diesen lieber seinem älteren Bruder geben wollte. Parschat Tezawe ist die Parscha der priesterlichen Gewänder. Dies ist die Parscha, in der die Herrlichkeit des Kohen Gadols beschrieben wird. Als Mosche Rabbejnu Parschat Tezawe erreichte, hätte er sich denken können "die Tora hätte hier über mich sprechen können, dies wäre meine Uniform gewesen, ich könnte der Kohen Gadol sein." In seiner extremen Bescheidenheit aber, sagte Mosche, dass gerade dies die Parscha ist, in der sein Name nicht erwähnt werden soll. "Dies ist Aharons Parscha. Ich möchte im Hintergrund sein und nicht einmal in der Parscha erwähnt werden."

Dies ist ein klassisches Beispiel für jemanden, "der vor Ehre flieht". Ausserdem ist dies, wie wir am Anfang gesagt haben, das Ziel eines jeden Lehrers. Dies ist ein Beispiel dafür, was Raw Samson Raphael Hirsch meint, dass die Flamme aufs eigene entstehen soll. Der Lehrer sollte nicht immer über dem Schüler schweben und ihm sagen, "Erinnere dich, ich habe dich hierhin gebracht" oder "Ich habe dich alles gelehrt, was du weisst." Der Lehrer muss bereit sein, einen Schritt zurück zu machen, sich aus dem Bild zu entfernen und die Schüler völlig selbstständig sein zu lassen. Die Flamme der Menora-Lichter sollte aufs eigene aufsteigen.



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