Adar Rischon
/Paraschat Ki Tissa/


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Raw Frand zu Parschat Tezawe 5764 (Beitrag 2)

Mosche wird in Tetzaveh nicht erwähnt: ein stilles Denkmal

Zur dieswöchigen Parscha gibt es eine berühmte Erklärung des Ba’al HaTurim. Der Ba’al HaTurim stellt fest, dass dies die einzige Parscha seit Mosches Geburt ist, die seinen Namen nicht erwähnt. Er bringt dies in Verbindung mit Mosches Vorschlag „Lösche mich aus Deinem Buch, das Du geschrieben hast“, als er sich nach der Sünde beim Goldenen Kalb für das jüdische Volk einsetzte.

Wenn ein weiser Mann einen Fluch ausspricht – auch einen bedingten Fluch – so wird dieser Fluch erfüllt. Es war die Erfüllung von Mosches eigener Verwünschung. Ironischerweise wird dieser Wochenabschnitt jedes Jahr in der Woche gelesen, in die die Jahrzeit (jährlich wiederkehrendes Todesdatum) von Mosche Rabbejnu fällt.

Das ist ein merkwürdiger Ba’al Haturim. Mosches Fürsprache für das jüdische Volk war eine edle Tat. Als Folge seiner Anstrengung wurde das jüdische Volk gerettet. Der Sukkat David zitiert aus dem Sohar, dass Noach die Sintflut hätte verhindern können, wenn er mit so kraftvollen Gebeten für seine Generation zu G’tt gefleht hätte. Es scheint ungerecht zu sein, dass Mosche für seine heldenhaften Einsatz bestraft werden sollte.

Der Sukkat David erklärt in der Folge, dass das Weglassen von Mosches Namen in Parschat Tezaveh keine Strafe darstellt. Es stellt jedoch den Preis dar, den er bereit war zu zahlen. Er rechnete damit, dass seine Bitte „Lösche mich aus Deinem Buch aus“ in die Tat umgesetzt würde. Er meinte jedoch: „Es ist mir gleich. Ich sorge mich mehr um das jüdische Volk als um meine Ehre.“

Parschat Tezaveh stellt keine Bestrafung dar. Es ist der Preis für die Aufopferung von Mosche Rabbejnu, der bereitwillig seinen Namen aus der Torah gelöscht haben wollte, wenn nur das jüdische Volk gerettet würde.

Es gibt in der ganzen Torah zwei Stellen, wo die Torah Mosche verherrlicht. Eine Stelle ist in Parschat Beha’alotecha, nachdem Mirjam und Aaron offenbar schlecht über Mosche gesprochen hatten und G’tt sie zurechtwies.

Die andere Stelle befindet sich in Parschat Sot HaBracha, wo die Torah seinen Nachruf wiedergibt. Es scheint, dass dies die einzigen zwei Stellen sind, an denen die Torah Mosches Grösse bezeugt.

Der Ba’al HaTurim verrät uns, dass Mosches Charaktereigenschaften und Tugenden in einer dritten Parscha sehr umfassend gerühmt werden. Parschat Tezaveh zeigt uns, wie sehr Mosche Rabbejnu das jüdische Volk liebte. Er liebte es so sehr, dass er bereit war, auf die Erwähnung seines Namens in der Torah zu verzichten, um es zu retten. Parschat Tezaveh vermittelt ein „stilles Zeugnis“ von der Grösse Mosches. Sie zeigt die bedingungslose Selbstaufopferung, die der Führer für sein Volk an den Tag legte. Deshalb ist es keine Ironie, sondern sehr angebracht, in der Woche seiner Jahrzeit, des Opfers von Mosche zu gedenken.


Quellen und Persönlichkeiten:
Sohar: Jüdische Mystiklehre
Baal HaTurim (1268 – 1340): Torah-Erklärung von Rabbi Ja‘akov ben Ascher, der auch den Tur schrieb, eine frühe, jüdische Gesetzessammlung. Erste Ausgabe 1514 in Konstantinopel.
Rabbi David Kviat: Zeitgenössischer Rabbiner, Verfasser des Werks „Sukkat David“, Lehrer an der Jeschivat Mir, New York, USA.



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