Tischri
/Paraschat Ha'asinu - Asseret Jemei Teschuva

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Raw Frand zu Parschat Beha'alotecha 5766 (Beitrag 2)

„Statistische“ Grausamkeit

Die Parscha dieser Woche enthält das folgende biblische Gebot [Rambam Hilchot Ta’anit Kapitel 1]: „Über jedes Unglück, das die Gemeinde befällt, soll man weinen und Trompeten blasen“. Gemäss einigen Meinungen ist dieses Gesetz sogar heutzutage noch gültig (im Land Israel). Laut anderen Meinungen, wird es nur angewendet werden, wenn das Bejt HaMikdasch (Tempel) gebaut sein wird.

Der Rambam bezieht sich auf einen Passuk des dieswöchigen Abschnittes [Bamidbar 10:9] und erklärt, dass jedes Unglück, das die Gemeinde befällt, sei es eine Plage, Pest, Heuschrecken oder jegliches öffentliche Leid, ein Wehklagen und das Blasen der Trompeten erfordert.

Der Rambam erklärt, dass dies Teil des Teschuvah- (Reue-) Prozesses ist. Wenn wir Juden die Trompeten hören, dann wissen wir, dass uns die Schwierigkeiten wegen unseren eigenen Handlungen befallen. Diese Selbstprüfung, die Entschlossenheit zu bereuen und die Verbesserung unserer gemeinsamen und individuellen Verhaltensweisen wird schlussendlich die Schicksalsschläge abwenden.

Der Rambam sagt jedoch: Wenn die Gemeinde nicht mit Blasen und Beten reagiert, nicht bereut und ihre Denkweise ändert, sondern die Schicksalsschläge vielmehr dem „Lauf der Welt“ zuschreibt, einem statistischen Zufall, den „Tatsachen des Lebens“, so ist dies „Derech Achsariut“ (der „Weg der Grausamkeit“). Diese Haltung verursacht, dass die Menschen ihre schlechten Wege beibehalten und damit bewirken, dass G’tt „weiter solche Statistiken“ schickt.

Dieser Ausdruck des Rambams, „Derech Achsariut“, hat mich immer gestört. Wenn der Rambam es „der Weg der Ketzer“ oder „der Weg der Narren“ genannt hätte, hätte mich das nicht gestört, aber „der Weg der Grausamkeit“ ist eine verblüffende Wortwahl. Was hat dies mit Grausamkeit zu tun?

Nicht lange her, hörte ich eine interessante Erklärung von Rav Nosson Scherman zur Bedeutung dieses Rambam. Rav Scherman verglich diesen Sachverhalt mit dem Geschehen an einer Kreuzung in der Nachbarschaft, an der sich laufend Unfälle ereignen. Es ist einfach eine schreckliche Ecke. Immer wieder: noch ein Unfall, noch ein Mensch, welcher tödlich verletzt wird.

Jemand wendet sich an die Regierung und verlangt, dass sie etwas hinsichtlich dieser Kreuzung unternehmen soll. „Stellt ein Stoppsignal hin. Stellt eine Ampel auf. Tut irgendetwas – da draussen spielt sich ein Gemetzel ab!“

Der Bürokrat antwortet: „Nein, die Abteilung hat entschieden, dass es keinen Bedarf für ein Stoppsignal gibt.“ Der Bürokrat ist grausam, weil er das Blutbad aufhalten und Unfälle verhindern könnte. Er ist aber nicht bereit, etwas dagegen zu tun. Es ist einfach grausam, ein Blutvergiessen verhindern zu können und es nicht zu tun, obwohl man die nötigen Mittel dazu besässe.

Das ist es, was der Rambam uns sagen will. Unglücke treffen eine Gemeinde und die Gemeinde könnte etwas dagegen tun, weil das Blasen der Trompeten und Teschuva die Probleme abwenden würden. Die Gemeinde unterlässt es jedoch, etwas gegen die Unglücksfälle zu unternehmen und sie den „Realitäten des Lebens“ zuschreibt. Eine solche Gemeinde ist grausam zu ihren eigenen Mitgliedern.

Wenn wir sehen, dass Dinge in unseren Gemeinden schief gehen, neigen wir so oft dazu zu sagen: „Nun gut, so ist es einfach.“ Das ist grausam. Das ist nicht die Reaktion, welche die Torah von uns erwartet. Die Torah will, dass wir ein Stoppsignal aufstellen, dass wir anhalten, denken, reagieren und versuchen, uns zu bessern. Eine Gemeinde, die keine Reaktion zeigt, ist genauso schlecht wie ein Bürokrat, der es versäumt, an einer unheilvollen Kreuzung ein Stoppsignal aufzustellen.


Quellen und Persönlichkeiten:
Rambam [Maimonides] (1135 - 1204): Rav Mosche ben Maimon; Spanien, Ägypten. Seine Hauptwerke sind „Moreh Newuchim“ und „Mischne Tora“.
Rav Nosson Scherman: Zeitgenössischer amerikanischer Rabbiner und Herausgeber.



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