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Raw Frand zu Parschat Schlach Lecha 5768 (Beitrag 2)

Die Macht der Hintergedanken

Der Targum Jonatan ben Usiel bringt eine interessante Darstellung zum bekannten Passuk“ …und Mosche nannte Hoschea bin Nun Jehoschua.“ (Bamidbar 13,16). Der Targum fügt hinzu: „Als Mosche dessen ausserordentliche Bescheidenheit sah, nannte er Hoschea bin Nun Jehoschua.“ Der geänderte Name bedeutet (wie Raschi sagt): Möge G’tt (Jud-Hej) dich von der Verschwörung der Kundschafter retten.“

Was bedeutet dieser Targum? Wo bemerkte Mosche die ausserordentliche Bescheidenheit seines Schülers Hoschea? Und was war an dieser Eigenschaft negativ? Der Kozsnitzer Maggid, in seinem Werk Awodat Jisrael bringt dazu die folgende Idee, die auf eine Stelle im Sohar zurückzuführen ist:

Die Kundschafter waren bedeutende und angesehene Personen. Sie waren die Führer der Nation. Was brachte sie dazu, in dieser Nacht von Tischa beAw zurückzukommen und uns alle Probleme zu verursachen, unter denen wir bis zum heutigen Tag leiden? Der Sohar erklärt, dass die Meraglim erkannten, dass das ganze System sich ändern würde, wenn sie in das Land Israel kämen. Es würde eine neue Regierung und eine neue Führung geben. Sie meinten, dass sie mit dem Einzug ins Land Israel ihre Führungspositionen verlieren würden.

Der Sefat Emet drückt diese Idee wie folgt aus: Ihnen gefiel die enge Beziehung mit dem Allmächtigen, die sie in der Wüste hatte. Sie fühlten, dass die einzigartige und beispiellose Art des geistigen Lebens die höchste Lebensform war. Sie wollten diese offene Hand des Allmächtigen nicht aufgeben durch einen Wechsel zu einer natürlicheren Lebensform ohne Man, ohne eine G’ttliche Wasserquelle, ohne den Schutz der Wolken und ohne alle damit verbundenen Erfahrungen in der Wüste. Sie wussten, dass sie in Erez Israel arbeiten müssten, um ihren Unterhalt zu verdienen. Alles würde sich ändern in Richtung auf eine natürliche Lebensform. Die von Wundern geprägte Lebensform, wie sie sie in der Wüste erlebt hatten, würde der Vergangenheit angehören.

Im Unterbewusstsein färbte dieser Hintergedanke ihre Wahrnehmung von allem, was sie in Erez Jisrael sahen und was sie Mosche und dem Rest des Volks berichteten. Wir alle wissen, was Hintergedanken bewirken können. Sie verfälschen unser Urteil.

Die Lehre von den Kundschaftern ist, dass ein Mensch, auch wenn er eine grosse Persönlichkeit ist, von seinen persönlichen Interessen (Negiot) beeinflusst wird – sei es Geld, Macht, eine Stellung oder Sicherheit.

Die Hintergedanken können trejfe (ungehörig) sein, sie können aber auch koscher (korrekt) sein. Die Parscha der letzten Woche enthielt ein Beispiel für koschere Hintergedanken: „Eldad und Medad prophezeiten im Lager„ (Bamidabar 11:27). Jehoschua schlug vor, dass Mosche Rabbejnu sie „ins Gefängnis werfen solle“. (kela’em).

Was für ein Verbrechen war ihre Prophezeiung? Was regte Jehoschua so sehr auf? Jehoschua war bestürzt über ihre Prophezeiung, dass Mosche sterben und Jehoschua das Volk nach Israel führen würde. Jeder andere Stellvertreter hätte sich über eine solche Prophezeiung gefreut. Jehoschuas Reaktion war das genaue Gegenteil: “Wirf sie ins Gefängnis!“.

Mosche Rabbejnu erkannte in dieser Reaktion die grosse Bescheidenheit von Jehoschua. Jehoschua war eine Person, die vor der Ehre floh. Er wollte nicht der Führer sein. Mosche Rabbejnu schloss daraus, dass er auch Hintergedanken dafür hatte, um nicht nach Israel gehen zu wollen. Jehoschua ahnte, dass die Juden ohne Mosche in das Land Israel ziehen würden. Er würde der Führer sein. Jehoschuas unglaubliche Bescheidenheit liess ihn daher wünschen, dass dies nicht geschehen solle.

Das meint der Targum Jonatan ben Usiel. Als Mosche Jehoschuas grosse Bescheidenheit sah, erkannte er, dass auch er Gefahr laufen könne von Hintergedanken beeinflusst zu werden. Diese könnten ihn dazu führen, seinen Bericht so zu färben, dass er sich gegen den Einzug ins Land Israel aussprechen würde. Es waren lobenswerte und koschere Hintergedanken, aber trotzdem Gedanken, die sein Urteil hätten negativ beeinflussen können. Aus diesem Grund segnete Mosche ihn damit, dass der Allmächtige ihn davor bewahren solle, sich mit den Kundschaftern zusammenzutun, die weniger noble Motive hatten: „Jehoschua, gerate nicht in die Falle der Verschwörung der Meraglim.“



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