Raw Frand zu Parschat Chukat 5764 (Beitrag 3)

Alles stammt aus der gleichen Quelle

Die Plage der Schlangenbisse wird in dieser Parscha besprochen [Bamidbar 21:8] Um ihr Einhalt zu gebieten, erhielt Mosche den Befehl: „Verfertige eine Schlange und tue sie auf eine Stange." Das Gegenmittel zu den Schlangenbissen bestand darin, eine kupferne Schlange zu giessen und sie oben auf eine Stange zu setzen. Jeder, der von einer Schlange gebissen wurde, konnte auf die Schlange blicken und wurde geheilt.

Rav Chajim Schmulewitz befasst sich mit dieser Merkwürdigkeit, dass das Mittel zur Heilung eines Schlangenbisses wiederum eine Schlange war. Es wäre viel logischer gewesen, wenn man das Gegenstück auf die Stange gesetzt hätte – vielleicht das Bild eines Fläschchens von Anti-Schlangen- oder Anti-Gift- Medikamenten. Man kann annehmen, dass eine Schlange wohl das Allerletzte auf der Welt ist, um einen Schlangenbiss zu heilen!

Was ist wohl der tiefere Sinn davon, dass das Problem der Gegenstand ist, auf den man schauen muss, um das Problem zu heilen?

Rav Chaim Schmulewitz antwortet, dass jemand, der auf einen anderen zürnt, ihn anschreit oder ihm Schläge verpasst. Wen wir lieben, den küssen oder umarmen wir. Diese zwei Gefühle – Zorn und Zuneigung – bewirken zwei verschiedene Gemütsäusserungen. Bei G’tt stammt jedoch alles aus derselben Quelle. Wenn er uns straft, tut er dies nicht aus Wut. Er tut es entweder, damit wir an dieser Erfahrung wachsen, oder damit wir durch diese Erfahrung Sühne bewirken oder um uns auf irgendeine Weise zu prüfen. Aus welchem Grund auch immer; G’tt handelt niemals unüberlegt oder zornig. Deshalb kann die Quelle des Schmerzes auch gleichzeitig die Quelle der Heilung darstellen. Die Schlange verursachte den Schmerz und die gleiche Schlange bewirkte die Heilung, weil sogar der „Schmerz“ ein Ausdruck der g’ttlichen Liebe war.

„Wie der Vater seine Kinder straft, so züchtigt dich der H’rr“. [Devarim 8:5] Ein Vater sollte seine Kinder niemals in einem Wutanfall strafen. Strafe sollte immer mit der Absicht verbunden sein, dem Kind zu helfen, sich zu bessern.

Es ist deshalb absolut verständlich, dass die todbringende Schlange auch die Schlange ist, die Leben schenken kann. Alles stammt aus der gleichen Quelle von Liebe und Sorge für Seine Kinder.

Quellen und Persönlichkeiten:
Rav Chajim Schmulewitz (1902 – 1978): Autor des Buches “Schaj Le'Torah “; Rosch Jeschiwa Mir; Litauen; Kobe; Jerusalem.



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