Raw Frand zu Parschat Chukat 5766 (Beitrag 1)

Der Kotzker Rebbe: Der Mensch gleicht einem irdenen Gefäss – sein Wert beruht nicht auf Äusserlichkeiten

Zu Zeiten des Tempels gab es einen Weg, sich von Tumat Met (geistige Verunreinigung, die von der Berührung eines Toten herrührt) zu befreien; dies war mittels der Parah Adumah (rote Kuh) möglich. Heute haben wir leider keine Parah Adumah mehr zur Verfügung und sind deshalb alle Tamej Metim. Im Laufe der Schilderung von Tumat Met weist die Torah auf weitere Beschreibungen von Tuma ve’Tahara (geistige Unreinheit und Reinheit) hin. Eine Art von Tumah ist diejenige von Kejlim, Gefässen.

Es gibt zwei Arten von Gefässen, für die zwei Arten von Tumah-Gesetzen gelten: Es gibt metallene Geräte („Kli mat’ches“), welche durch Berührung von aussen mit einer Tumah-Quelle tameh werden. Im Gegensatz dazu stehen irdene Geräte („Kli Cheres“), welche nur von innen tameh werden können.

Bei irdenen Gefässen ist keine eigentliche Berührung zwischen dem Gerät und der Tumahquelle notwendig. Das Gerät wird sogar tameh, wenn ein Scherez (ein totes Kriechtier, welches eine Tumah-Quelle darstellt) im Inneren des Kli Cheres aufgehängt wird.

Der Kotzker Rebbe erläutert den Unterschied: Metall ist selbst ein wertvoller Rohstoff. Es wird deshalb tameh, sobald eine Berührung, sogar von aussen, stattfindet.

Ein irdenes Gefäss, ein Kli cheres, ist hingegen aus einem Material hergestellt, welches fast ohne Wert ist. Der ganze Wert und die Wichtigkeit des Gefässes hängt von seiner Funktionsfähigkeit, von dem, was es aufnehmen kann, ab. Ein irdenes Gefäss kann deshalb nur dadurch unrein gemacht werden, wenn man seine Funktionsfähigkeit von der Innenseite der Wände des Gefässes stört.

Der Kotzker stellt fest, dass Menschen mit irdenen Gefässen verglichen werden können. Der Wert des Menschen hängt nicht vom Wert seiner Einzelteile und Materialien ab. Der Wert dieser Elemente kann vernachlässigt werden. Die Güte des Menschen wird an seinen inneren Werten gemessen.

Wir machen manchmal den Fehler, dass wir so vom „Chizoniut“ (Äusserlichkeiten) der Menschen geblendet werden - wie sie sich kleiden oder welchen Wagen sie fahren - dass wir diese Lehre vergessen. Der Wert eines Menschen gleicht demjenigen eines Kli Cheres, er basiert auf seinen inneren Werten. So wie wir in ein irdenes Gerät etwas hineingeben können, was es metameh macht, so können auch die Wünsche und Gedanken, welche wir einem Menschen einpflanzen, ihn manchmal verunreinigen.

Der Wert eines Menschen beruht nicht auf dem, was „bachuz“ (aussen), sondern was „bifnim“ (innen) ist. Wir müssen sehr Acht geben und uns viele Gedanken darüber machen, was wir in unsere Kelim (Gefässe) und in die Gefässe unserer Kinder einlagern.


Quellen und Persönlichkeiten:
Rabbi Menachem Mendel von Kotzk [„Kotzker Rebbe“] (1787 – 1859): Chassidischer Rebbe; Lublin, Kotzk; Polen.



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