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Raw Frand zu Parschat Pinchas 5763 (Beitrag 1)

Wieso verdiente Pinchas den "Friedenspreis"?

G'tt belohnte Pinchas mit dem "Bund des Friedens", nachdem er mit grosser Hingabe Simri und Kosbi getötet hatte. Der Neziv erklärt, wieso der "Bund des Friedens" - anders, als wir erwarten würden - die passende Antwort auf Pinchas' Handlung war. Der Neziv lehrt, dass der Mensch direkt von seinen Handlungen beeinflusst wird: "Du bist, was du tust."

(Das Sefer HaChinuch beschreibt auf ähnliche Weise: Wenn ein Mensch, der von Natur aus gutherzig und mitfühlend ist, aus welchen Gründen auch immer, in unmenschliche oder grausame Tätigkeiten verwickelt wird, so wird er mit der Zeit selbst grausam und brutal.)

Aus diesem Grund, so erklärt der Neziv, belohnte G'tt Pinchas mit dem "Bund des Friedens". Da Pinchas‘ Handlungsweise eine gewisse Härte erfordert hatte, also schlecht mit friedlichen Absichten vereinbar war, bekam er als Belohnung, dass diese Handlung nicht die natürliche Wirkung auf ihn haben würde. Er blieb ein friedliebender, gutherziger und mitfühlender Mensch.

Das folgende Gesetz gilt für die Ir HaNidachat (abgefallene Stadt), eine Stadt, die vollständig dem Götzendienst verfallen ist: Wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind (was in Wirklichkeit nahezu unmöglich ist), müssen deren Einwohner getötet werden. Nach der Beschreibung der Einzelheiten und aller Strafen, die mit diesem Gesetz verbunden sind, sagt der Pasuk "und Er wird dir Barmherzigkeit gewähren" [Dewarim 13:18]. Die Erklärer betonen, dass G'tt den Menschen eine Absicherung gibt. Üblicherweise wirkt sich die Vernichtung der Bewohner einer ganzen Stadt auch auf diejenigen aus, die diesen Richtspruch ausführen. Sie verkommen zu unbarmherzigen Scharfrichtern. Deshalb kommt die Torah und gibt einen Segen: Er wird euch Barmherzigkeit gewähren - die Erfüllung dieses Gebotes wird NICHT den üblichen Effekt auf diejenigen haben, die es ausführen.

Weil Pinchas "für des Himmel’s Ehre" gehandelt hatte, war sein Lohn G’ttes Versprechen, dass, diese Handlung in seiner Seele keinen bleibenden Eindruck hinterlassen würde. Er bekam trotzdem den "Bund des Friedens".

In ähnlichem Zusammenhang stiess ich auf einen Gedanken, der Rav Aron Kotler sZl. zugeschrieben wird. Die Welt versteht den Gedanken von "Schalom" (Frieden) nicht richtig. Gemäss der volkstümlichen Denkweise besteht Frieden aus dem Beendigen der Streitigkeiten, Umarmungen und Küssen. Gemäss dem allgemeinen Verständnis ist Töten das Gegenteil von "Schalom".

Der Pasuk bezeugt, dass Pinchas - im Widerspruch zu dieser verbreiteten Ansicht - in Wahrheit eine Tat des "Friedens" ausführte. Es war kein Krieg, also das Gegenteil von Frieden, sondern es war wirklich eine Friedenshandlung. Pinchas stellte den Frieden zwischen Israel und seinem Vater im Himmel wieder her, in dem er der Boshaftigkeit ein Ende setzte.

Rav Aron Kotler erwähnte, dass Avraham, als die Hirten Lots mit seinen Hirten in Streit gerieten, vorschlug: "Es soll doch kein Zank sein zwischen mir und dir - trenne dich von mir." [Bereschit 13:9] Nach volkstümlicher Meinung bestände die Lösung für diesen Streit in "seien wir Freunde". Avraham hingegen meinte "trennen wir uns". Welche Art von "Friedensstiftung" ist denn das? Wieso schlug er nicht vor: "Lasst uns in Frieden zusammenleben"?

Die Antwort ist: Mit gewissen Leuten können wir nicht zusammenleben. Avraham spürte, dass ein sinnvolles Nebeneinander zwischen seinen Hirten und denen von Lot nicht möglich war. Die einzige gangbare Lösung ist in einer solchen Lage: "Trennen wir uns."

Bei Pinchas war es dasselbe: Der Weg zum "Frieden" bestand darin, zwei Menschen umzubringen - damit wurde der Frieden zwischen Israel und G'tt wiederhergestellt.

Quellen und Persönlichkeiten:
Neziv (1817 ­ 1893): Abkürzung für Rav Naftali Zwi Jehuda Berlin. Rosch Jeschiwa der Jeschiwa in Woloschin; Verfasser des Kommentars "Ha'emek Dawar" zum Chumasch.
Rabbi Aron Kotler (1891 ­1962): Rosch Jeschiwa in Kletzk (Russland) und Lakewood, USA.



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