Wenn ich Rothschild wäre, wäre ich reicher als Rothschild (Raw Frand Lech Lecha 5782 - Beitrag 3)

Raw Frand zu Paraschat Lech Lecha 5782 – Beitrag 3

 

Wenn ich Rothschild wäre, wäre ich reicher als Rothschild

Es gab einmal einen Mohel (Fachmann der Beschneidung), dem die Gelegenheit gegeben wurde, die Brit Milah (Beschneidung) eines der Enkel des Brisker Ravs vorzunehmen. Nachdem er die Beschneidung durchgeführt hatte, begab er sich zum Brisker Rav und drückte sein Glück und seine Zufriedenheit darüber aus, dass er den Verdienst hatte, den Enkel einer solch grossen Persönlichkeit zu beschneiden.

Der Brisker Rav entgegnete ihm, dass er einen dummen Fehler mache. Der Brisker Rav erklärte ihm, dass es – angesichts dessen, dass das Gebot der Beschneidung einen 13-fachen Bund mit G’tt begründe - nicht den geringsten Unterschied mache, ob es sich beim Baby, das beschnitten wird, um den Enkel des Brisker Rav oder eines einfachen Juden handle. Allein die Ausführung der Milah ist so etwas Grossartiges, dass es gar nicht besser werden kann.

Im Talmud Traktat Nedarim [31b] steht: "Rabbi Jischmael sagt: Gross ist die Mila, denn 13 Bunde wurden wegen dieser Mizwa zwischen dem Allmächtigen und Awraham Awinu geschlossen." Die Erklärung dazu ist, dass 13-mal der Ausdruck "Bund" bezüglich der Mila in der Tora steht.

Der Brisker Rav gab dem Mohel ein Beispiel. Ein armer Mann verdiente seinen Lebensunterhalt als Lehrer für Kinder (als Melamed). In diesen Zeiten waren Melamdim schrecklich arm. Dieser             Melamed sagte: „Wenn ich plötzlich alle Reichtümer von Rothschild erhielte, wäre ich reicher als Rothschild. Wieso, frägst du mich? Weil, wenn ich das ganze Geld von Rothschild hätte und noch dazu ein wenig meine Lehrtätigkeit ausüben könnte, dann wäre ich reicher als Rothschild!“

Der Brisker Rav sagte dem Mohel, dass der Stolz, seinen Enkel beschnitten zu haben, ebenso töricht sei. Der Verdienst, eine Beschneidung ausführen zu dürfen, lässt sich mit dem Reichtum von Rothschild vergleichen. Der zusätzliche Verdienst, meinen Enkel zu beschneiden, entspricht den zusätzlichen lumpigen Rubeln des Lehrergehalts. Das ist, wie wenn man $7.95 zu einer Milliarde Dollar hinzufügte!

Quellen und Persönlichkeiten:

Brisker Rav (1887 – 1959): Rav Jizchak Se’ev (Welwel) Soloweitschik. Gelehrter und Rosch Jeschiwa, Nachfolger seines Vaters, Rav Chaijim Soloweitschik in Brisk (Brest-Litovsk); floh im 2. Weltkrieg nach Israel und besetzte sich in Jerusalem.

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Die Bearbeitung dieses Beitrages erfolgte durch Mitarbeiter des Jüfo-Zentrums in Zürich

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