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Die Kleider von Adam und Chawa waren aus der Haut der Schlange hergestellt (Rav Frand, Bereschit 5784 - Beitrag 2)

Rav Frand zu Paraschat Bereschit 5784 – Beitrag 2

Ergänzungen: S. Weinmann

Die Kleider von Adam und Chawa waren aus der Haut der Schlange hergestellt

Der Tora erzählt uns, dass, als die Nachasch (Schlange) Adam und Chava dazu verführte, von dem Ejz HaDa'at  (Baum der Erkenntnis) zu essen, sie erkannten, dass sie nackt waren, und "G-tt machte ihnen Gewänder aus Fell und kleidete sie". (Bereschit 3:21) Der Midrasch (Pirkej deRabbi Elieser 20, Jalkut Schimoni Bereschit 34) sagt, dass diese Kleidungsstücke von der Haut der Schlange stammten. Der Allmächtige enthäutete die Schlange (die dazumal ein grosses Tier war), nahm ihr Fell und verarbeitete es zu Kleidung für Adam und Chava. Was versucht uns dieser Midrasch zu lehren?

Dies sind bildliche Ausdrücke. Chasal (unsere Weisen) sagen uns, dass Eifersucht die Schlange dazu veranlasste, Adam und Chawa zu verführen, vom Baum der Erkenntnis zu essen und die Welt zu verändern. Raschi zitiert den Midrasch, dass der Nachasch (es war eine männliche Schlange) beobachtete, wie Adam und Chawa eheliche Beziehungen hatten und er Chawa begehrte. Er war eifersüchtig auf Adam und schmiedete diesen Plan, um sie zu Fall zu bringen. Eifersucht war die Grundursache, die den Nachasch dazu veranlasste, die Welt zu verändern.

Was verursachte die Eifersucht des Nachasch? Er sah, wie sie mit einer Handlung beschäftigt waren, die zwischen Mann und Frau privat bleiben sollte. Er beobachtete etwas, das er nicht sehen sollte, und er wollte etwas, das er nicht wünschen sollte. Die Hauptursache der Midat HaKina (Neid, Eifersucht) ist, dass jemand etwas betrachtet, das er nicht betrachten sollte und als Folge davon etwas begehrt, das für ihn verboten oder ungünstig ist. Wenn jemand seine Augen und seine Gedanken auf seine eigenen vier Ellen beschränkt, gibt es keine Eifersucht. So ist es.

Ich sehe, dass mein Freund oder Nachbar ein besseres Auto hat. Ich will auch ein solches Auto. Ich sehe, dass mein Freund eine neue Küche gebaut hat. Ich muss meine Küche auch renovieren. Er hat Granit Abstellflächen. Ich will auch Granit Abstellflächen. Warum bist du damit beschäftigt, seine Küche zu inspizieren? Seine Küche ist seine Küche! Deine Küche ist deine Küche! Sein Fahrzeug ist sein Fahrzeug! Dein Fahrzeug ist dein Fahrzeug! Eifersucht stammt daher, dass ein Mensch sich für die privaten Angelegenheiten anderer Menschen interessiert, was er nicht tun sollte.

Dies ist vielleicht der Grund, warum eine bekannte Gemara (Talmud Traktat Ta’anit 8a) den Ba’al Laschon Hara (der andere diffamiert) der Schlange gleichstellt. Die Gemara stellt die Frage, welches Vergnügen beide von ihren zerstörerischen Handlungen haben. Laschon Hara ist auch eine Awejra (Sünde) des Enthüllens von Informationen, die verborgen bleiben sollten. Was ist Laschon Hara? Ich weiss etwas über jemanden, das andere nicht wissen. Ich verbreite es. Auch hier betrachte ich etwas, das verborgen bleiben sollte. Ich sehe es und teile es anderen mit. Es ist dieselbe Awejra wie diejenige des Nachasch – etwas betrachten, das man nicht betrachten sollte, etwas begehren, das man nicht begehren sollte, und hingehen, wo man nicht hingehört.

Der Tolner Rebbe erklärt den Grund, warum der Ewige den Nachasch damit bestrafte, dass Er dessen Haut nahm und daraus Kleider für Adam und Chawa machte. Was ist Haut? Die Haut ist die grundlegendste Hülle eines Lebewesens. Sie hält verborgen, was verborgen bleiben sollte. Die Schlange konnte dies nicht verstehen. Es gibt Dinge, die verschlossen bleiben sollten, hinter der Leinwand, hinter der Haut bleiben sollten. Sie sollten verborgen bleiben. Schaut nicht auf etwas, auf das man nicht schauen sollte.

Indem Er die Haut des Nachasch nahm, lehrte uns der Ribbono schel Olam, dass diese Schlange die Privatsphäre eines Menschen nicht respektierte und etwas betrachtete, das er nicht betrachten sollte. Als Folge davon nahm ihm der Herr der Welt seine Haut weg – enthüllte ihn – und verwendete seine Haut, um die Menschen zu bedecken.

Quellen und Persönlichkeiten:

Pirkej deRabbi Elieser: Midrasch-Erklärungen von Rabbi Elieser ben Horkenus.  Er war einer der grössten Tanna’im in der zweiten Generation, während und nach der Zerstörung des Zweiten Tempels. Er war einer der fünf vorzüglichsten Schüler des Rabban Jochanan ben Sakkai. Sein Lehrer nannte ihn aufgrund seines enormen Wissens „eine abgedichtete Grube, die keinen Tropfen verliert." Er war ein Genosse und Schwager des Fürsten Rabban Gamliel von Jawne.

Jalkut Schim’oni ist eine Midraschim-Sammlung. Der Verfasser ist vermutlich Rabbi Schim’on Kara, genannt Rabbi Schim'on haDarschan. Französischer Rabbiner (12. Jahrhundert) Nach         anderen Quellen aus Frankfurt a/M stammend (11. Jahrhundert); vermutlich doch erst aus dem 13. Jahrhundert. Dieses Werk ist deshalb besonders wertvoll, weil er diverse Quellen benutzt, die ansonsten teilweise oder ganz als verloren gelten, wie  Sifrej Suta, Midrasch Jelamdenu, Midrasch Awkir, etc.

Raschi, Akronym für Rabbi Schlomo ben Jizchak (1040-1105); Troyes (Frankreich) und Worms (Deutschland); „Vater aller TENACH- und Talmudkommentare“.

Rabbi Jizchak Menachem Weinberg, der Tolner Rebbe (zeitgenösischer Rebbe und Redner), leitet die Tolner Gemeinde in Jerusalem und ist ein sehr gefragter Dozent. Verfasser von "Hejma Jenachamuni", Gedanken zum Pentateuch.

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Die Bearbeitung dieses Beitrages erfolgte durch Mitarbeiter des Jüfo-Zentrums in Zürich

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