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Das Mincha-Opfer: Säuerungsmittel und Süssstoff: Nein. Salz: Ja. (Rav Frand, Wajikra 5783 - Beitrag 1)

Rav Frand zu Paraschat Wajikra 5783 – Beitrag 1 

Ergänzungen: S. Weinmann

Das Mincha-Opfer: Säuerungsmittel und Süssstoff: Nein. Salz: Ja.

„Ein Mincha-Opfer (Speiseopfer), das ihr dem Ewigen darbringt, darf nicht aus Gesäuertem bereitet werden; denn von Sauerteig oder Honig (Raschi: Jede Süssigkeit einer Frucht wird Honig genannt) dürft ihr nichts als Feueropfer für den Ewigen in Rauch aufgehen lassen“ [Wajikra 2:11]. Die Lehre, die wir aus diesem Passuk (Vers) ziehen ist, dass das Mincha-Opfer aus reinem Mehl bestehen muss – und keine anderen Zutaten dürfen zur Veränderung dieses Grundrezepts verwendet werden.

Trotzdem heisst es zwei Pessukim später, dass ein Zusatz dieses Opfer begleitet: „Alle deine Speiseopfer sollst du mit Salz bestreuen…“ [2:13]. Salz KANN nicht nur, Salz MUSS beigefügt werden.

Rav Mordechaj Gifter erklärt den Unterschied zwischen einem Säuerungsmittel und Süssstoff – welche verboten sind – auf der einen Seite, und Salz, welches verwendet werden muss. Rav Gifter erklärt, dass für Opfer keine äusserlichen Stoffe zugelassen sind. Das Rezept für Korbanot (Opfer) darf nicht dadurch verfeinert werden, dass man ein Treibmittel zum Aufgehen oder einen Süssstoff zur Geschmacksverfeinerung beifügt. Salz ist etwas anderes. Salz verstärkt bei einem Mehlopfer den bereits vorhandenen Geschmack. Salz verstärkt den natürlichen Geschmack, den eine Speise bereits besitzt.

Es gibt Leute, die Wassermelonen salzen. Sie behaupten, dies „verstärkt die Süssigkeit.“ Mit dem Salzen von Speise versehen wir sie nicht mit einem zusätzlichen Geschmack, wir verstärken den bereits vorhandenen Geschmack.

Rav Gifter sagt, dass dies auch die Eigenart des Seelischen ist. Wer geistigen Inhalt sucht, sollte keine fremden Elemente beiziehen. Man soll nicht versuchen, jemand anders zu sein, als man ist, oder sich anders verhalten, als es seinem ureigensten Wesen entspricht. Wer seine eigenen geistigen Kräfte entwickeln will, tut gut daran, den Kern seiner eigenen, inneren geistigen Stärken zu entfalten.

Wer Opfer als eine Form des G’ttesdienstes darbringt, versucht seine eigene geistige Persönlichkeit weiterzuentwickeln und ein „Owed Haschem“ (Diener G’ttes) zu werden. Wer nach geistiger Erfüllung strebt, sollte sich keiner fremden Manieren bedienen, die seinem Seelenleben fern sind. Ziel sollte es immer sein, sich zu bemühen, das Beste seiner eigenen Persönlichkeit im Rahmen seiner persönlichen Lebensumstände weiterzuentwickeln.

Rabbi Naftali Amsterdam war ein Schüler von Rabbi Jisrael Salanter. Eines Tages kam er zu seinem Lehrer und sagte: „Rebbe, wenn ich nur den klugen Kopf des „Scha’agat Arje“ und die Seele des Verfassers von „Jesod we’Schoresch ha’Awodah“ oder deine Persönlichkeit (Middot) hätte, dann könnte ich ein wahrer Diener G’ttes werden.“ Rav Jisrael antwortete ihm: „Mit deinem Kopf und deinem Herz und deinen Persönlichkeitszügen kannst du Naftali Amsterdam sein. Nur das wird von dir gefordert. Du brauchst nicht der „Scha’agat Arje“ oder „Reb Jisrael Salanter“ oder jemand anders zu sein.“

[Anmerkung des Herausgebers: Es gibt ein bekanntes Sprichwort vom grossen Rebben, Rabbi Susche von Anipoli: Er pflegte oft zu sich zu sagen: „Susche, Susche, nach 120 Jahren wird nicht niemand fragen: Susche, warum warst du nicht „Meilech“ (sein Bruder war der bekannte Rebbe, Rabbi Elimelech (Meilech) von Lyschansk), man wird dich fragen: Susche, Susche, warum warst du nicht Susche?!“]

Das bedeutet „mit Salz sollst du es salzen“: Man muss sich selber sein. Süssstoffe oder Treibmittel verändern die Natur einer Sache. „Das bist nicht du!“ Salz hingegen macht den wahren Geschmack spürbar. Mit unserem G’ttesdienst sollten wir versuchen, dies zu erreichen.

Quellen und Persönlichkeiten:

  • 1. Raschi, Akronym für Rabbi Schlomo ben Jizchak (1040-1105); Troyes (Frankreich) und Worms (Deutschland); „Vater aller TENACH- und Talmudkommentare“.
  • 2. Rabbi Aryeh Leib ben Ascher Ginzburg (1695 - 1785), "Scha‘agat Arje"; Minsk, Woloschin (Weissrussland), und Metz (Frankreich). Rabbiner, Talmud-kommentator und einer der prominentesten Genien der letzten 300 Jahre. Ihm wird nachgesagt, dass er tausendmal den gesamten Talmud gelernt und wiederholt hat. Besonders berühmt wurde er wegen seinem Werk "Scha‘agat Arje" (Responsen), nach diesem er benannt wird. Er verfasste weitere Werke wie "Gewurat Ari" und "Turej Ewen" (Erklärungen zum Talmud).
  • 3. Rabbi Elimelech von Lyschansk (Lizensk, Leżajsk, Polen), (1717 - 1787); chassidischer Rabbiner und Zaddik und einer der Begründer des Chassidismus in Galizien. Rabbi Elimelech war Schüler des grossen Maggid, Rabbi Dow Bär von Mesritsch. Nach dem Ableben von Rabbi Dow Bär (1772) liess er sich im galizischen Stetl Lyschansk nieder, das in der Folge zu einem wichtigen chassidischen Zentrum wurde
  • 4. Rabbi Meschullam Sussja (Susche) von Anipoli (Hanipol), Polen, heute Ukraine; (1718 - 1800), ein Bruder von Rabbi Elimelech von Lyschansk, war ein chassidischer Rabbiner und Zaddik und einer der Begründer des Chassidismus in Polen.
  • 5. Rabbi Jisrael Salanter (1810 – 1883); Gründer der Mussarbewegung (Schulung des Charakters); Rosch Jeschiwa in Wilna und Kovno; Litauen.
  • 6. Rabbi Naftali Amsterdam (1832 – 1916); Salant (Litauen). Er war ein wichtiger Schüler von Rabbi Jisrael Salanter. Ab 1867 Rabbiner in Helsinki, ab 1876 in St. Petersburg und ab 1880 wieder in Litauen. Im Jahre 1906, nach dem Tode seiner Frau, zog er nach Jerusalem, um sich ganz der Frömmigkeit und einem zurückgezogenen Leben zu widmen.
  • 7. Rav Mordechaj Gifter (1916 – 2001), Rosch Jeschiwa der Telser Jeschiwa in Cleveland, Ohio; USA.

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