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Das Korban Olah (Ganzopfer) lehrt uns eine fundamentale Lektion für Spenden-Aktionen (Rav Frand Zaw 5782)

Raw Frand zu Parschat Zaw 5782

Ergänzungen: S. Weinmann

Das Korban Olah (Ganzopfer) lehrt uns eine fundamentale Lektion für Spenden-Aktionen

Paraschat Zaw beginnt mit einer ungewöhnlichen Konjugation des Verbes “ziwa - befehlen” (Zaw – Befehle!). Raschi bemerkt dazu, dass diese Form des Verbes "ziwa" ein besonderes Anspornen (Sirus) bedeutet, sowohl für den Moment des Befehls als auch für zukünftige Generationen. Raschi zitiert den Tanna Rabbi Schimon bar Jochai, der sagt, dass die Tora besonders zu solch einer Mizwa anspornen muss, wenn man einen "Chissaron Kis - Geldverlust" gewärtigen muss.

Die Torah spricht von den Gesetzen des Olah-Opfers. Ein Olah-Opfer ist ein Tier, das gänzlich auf dem Altar verbrannt wird; ausser dem Fell, das vom Tier vor dem Darbringen abgezogen wird, das die Kohanim zwischen sich verteilen dürfen. Von einem Korban-Chatat (Sündopfer) erhält der Besitzer ebenfalls keinen Anteil, aber die Kohanim (Priester), die es darbringen, dürfen den grössten Teil davon essen. Im Gegensatz dazu isst der Besitzer eines Korban-Schelamim (Friedensopfer) den grössten Teil des Opfers selbst.

Das Korban Olah wird jedoch auf den Altar gelegt und dort – wie bereits erwähnt - gänzlich zu Asche verbrannt. Deshalb wird es als ein Opfer beschrieben, das "einen Geldverlust beinhaltet." Wenn ein Olah dargebracht wird, sehen der Besitzer wie auch die Kohanim ihr Geld und ihren Aufwand gewissermassen in Rauch aufgehen. Das Einzige, das vom Opfer übrigbleibt, ist die Asche. Aus diesem Grund musste man die Leute speziell motivieren, die Gesetze des Olah-Opfers genauestens zu beobachten.

Jedoch scheint es, dass es viele Mizwot (Gebote) in der Torah gibt, die mit einem "Geldverlust" verbunden sind. Pessach zu halten, kostet viel Geld, und doch finden wir diese Konjugation von "Zaw" bei den Gesetzen von Pessach nirgends. Sukkot ist auch nicht billig. Ein Jehudi zu sein ist eine teure Sache. Man wundert sich, was tun eigentlich die Nicht-Juden mit ihrem Geld? Sie zahlen keine Jeschiwa Studiengebühren, sie haben keinen Pessach, und sie haben auch keinen Sukkot! Da erstaunt es weiter nicht, dass die professionellen Sportteams derart viele saisonale Dauerkarten verkaufen können!

Wenn also so viele Mizwot einen "Chissaron Kis" mit sich bringen, weshalb betont dann Raschi besonders den "Chissaron Kis" des Olah-Opfers?

Die Antwort ist, dass es verschiedene Stufen von "Chissaron Kis" gibt. Natürlich kostet es viel Geld, um Mazza und Etrogim zu kaufen, doch es fällt uns leichter, eine solche Ausgabe zu akzeptieren. Man bekommt etwas für sein Geld. Man kann die Ausgaben nachvollziehen. Man kann sich hinsetzen und die Mazza essen. Selbstverständlich würden wir normalerweise keine CHF 20.-- für ein halbes Kilo von etwas zahlen, das manchmal wie Karton schmeckt. Doch nun, da die Torah uns diese Mizwa gegeben hat, sitzen wir uns hin und essen die Mazza, die uns so viel Geld gekostet hat und geniessen sie! Auch der Etrog und die drei anderen Arten erfreuen das Herz, wie der Sefer Hachinuch schreibt.

Ein gutes Paar Tefillin kostet heutzutage schnell einige hundert Dollar. Dies ist eine grosse Ausgabe. Doch wenigstens habe ich Tefillin. Ich schaue sie an. Ich ziehe sie jeden Tag an. Ich habe ein geistiges Vergnügen daran, dass ich diese teuren rituellen Gegenstände besitze.

Doch ein Korban Olah ist anders. Ein Mensch kauft einen Ochsen oder eine Kuh. Dies kann einige hundert bis einige tausend Franken kosten (je nach Jahreszeit und Alter). Was tut er damit? Er schaut zu, wie das Tier verbrannt wird. Niemand hat einen Nutzen davon. Das Geld löst sich in Rauch auf! Dies ist "Chissaron Kis". Deshalb müssen die Menschen ermuntert werden und einen besonderen Auftrag bekommen, wenn es zu einer solchen Mizwa kommt.

Es ist schwer von anderen Leuten Geld anzunehmen und ihnen nichts dafür zu geben. Darin liegt eine fundamentale Lehre fürs Geldsammeln. Wenn ein Mensch Geld sammeln muss, so soll er ein Gebäude bauen. Weshalb ist dies notwendig? Denn dann kann er auf einen reichen Mann zugehen und ihm sagen: "Hör mal, dein Name wird für immer auf der Wand des Gebäudes stehen." Die Institution gibt ihm etwas für sein Geld. Dann wird ihm eine grosse Spende nicht wie ein "Chissaron Kis" vorkommen.

Wenn der Spender das Gebäude sehen kann, oder den Springbrunnen oder die Tafel mit seinem Namen – solange er „etwas“ sehen kann – dann fühlt er, er habe etwas für seine Spende erhalten. Es ist viel schwerer, Geld aufzubringen, um die Saläre der Lehrer aufzubessern oder um das Schulgeld zu senken. In solchen Sammel-Aktionen haben die Spender nicht das Gefühl, dass sie “etwas für ihr Geld erhalten haben“. Eine solche Spende beinhaltet einen "Chissaron Kis". Sobald man kein konkretes Ergebnis sieht, braucht man einen speziellen Ansporn, damals und in zukünftigen Generationen.

Quellen und Persönlichkeiten:

Sefer HaChinuch („Das Buch der Erziehung zu Mizwot“): Der mögliche Autor ist Rabbi Aharon Halevi (1235-1304); Barcelona, Spanien.

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Die Bearbeitung dieses Beitrages erfolgte durch Mitarbeiter des Jüfo-Zentrums in Zürich

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