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Schana Tova!

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Nigunim zu Mozaei Schabbat
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Die Größe und Heiligkeit des Schabbat

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Beiträge zu Paraschat Ha'asinu

Frühlingsbotschaft im Winter

Frühlingsbotschaft im Winter   (aus DIE JÜDISCHE ZEITUNG - Nr. 6, 12. Schewat 5769 / 6. Februar 2009)

Gedanken zu Tu biSchewat (Chamischa Assar biSchewat – 15.Schewat)
VON RAW A. A. RABINOWITSCH

Die Erde ist noch schneebedeckt, es ist kalt, die Bäume sind kahl, und doch beginnt für uns der Frühling, es ist „Rosch Haschana le’Ilanot“ (das Neujahr der Bäume). Die Tora offenbart uns, dass mitten im Winter in den Bäumen die ersten Regungen für den kommenden Frühling vorhanden sind. In der hebräischen Sprache hat das Wort „Choref – Winter“ noch eine andere Bedeutung. „Ka’ascher hajiti biJemej Chorfi – wie ich in den Tagen meiner frühen Jugend, meiner Kindheit“ gewesen bin. In dieser Wortverbindung liegt ein gewaltiger Trost. Genau wie wir beim liegenden Kleinkind an die in ihm schlummernden, potenziellen Kräfte denken, die erst im Lauf der Zeit zur Entfaltung kommen werden, so denken wir bereits mitten im Winter, am „Chamischa Assar biSchewat“ an die ersten Zeichen des Frühlings, der die Bäume wieder blühen lassen wird. Wir erblicken im Winter die Wiege des kommenden Frühlings – und nicht das Grab des vergangenen Sommers.

Ähnlich verhält es sich mit Klal Jisrael (der jüdischen Nation). Auch in der Zeit des tiefen Winters, der grössten Not, erkennen wir erste Zeichen eines kommenden Frühlings, einer kommenden „Jeschua“ (Erlösung). Wir haben eine Halacha von „Semichut Ge’ula liTefila – wir müssen die Erinnerung der Erlösung aus Ägypten unmittelbar vor dem Gebet der „Schemone Essre“ (Tefilat Amida) anschliessen“. Wenn wir uns unsere Machtlosigkeit und die  wunderbare  Allmacht  G“ttes, die  Er  uns bei „Jeziat Mizrajim“ – der Erlösung aus dem Sklavenjoch von Ägypten gezeigt hat – in ihrer ganzen Tiefe zum Bewusstsein bringen, dann sind wir in der Stimmung, die eine Tefila – ein Gebet zu Haschem erfordert. Wie arm und verlassen, wie hilflos und unglücklich unsere Lage auch wäre, in der wir die Hilfe G“ttes erbitten und wie gross auch die Hindernisse scheinen, die der Erfüllung unserer Bitten entgegenstehen, wir verzweifeln nicht. Ebenso wie unsere Väter in Mizrajim arm und verlassen waren und befreit wurden, so steht auch unserer Befreiung nichts im Weg. Der gleiche G“tt, Der uns damals allen Schwierigkeiten zum Trotz auf wunderbare Weise erlöst hat, wird auch heute noch die Tefilot des Klal Jisrael und jedes einzelnen Jehudi erhören.

Das Pessach-Fest, „Seman Cherutenu – die Zeit unserer Befreiung“ ist fest an den Frühling geknüpft, es muss im „Chodesch ha’Awiw“ – im Frühlingsmonat stattfinden. Aus diesem Grund ist in unserem Kalender alle zwei oder drei Jahre ein Schaltjahr mit einem zusätzlichen Monat eingebaut, damit dies garantiert ist. Es soll uns lehren, dass Haschem auch unserem langen Galut (Exil)-Winter ein Ende setzen wird, genau wie in Mizrajim nach dem langen Galut-Winter der Frühling der Ge’ula (Erlösung) gekommen ist.

Am „Tu biSchewat“ mitten im Winter denken wir bereits an die Früchte des Sommers.

Ich möchte in diesem Zusammenhang eine kleine Episode vom Chafez Chajim zur Zeit des Ersten Weltkriegs erwähnen. In einer Nacht während des Ersten Weltkriegs sass der Chafez Chajim zusammen mit einigen zerbrochenen Jehudim, die von den Zores (Leiden) des Krieges erschüttert waren. Als Chisuk (Stärkung) wies er sie auf eine Stelle im Talmud (Awoda Sara 8a) hin. Dort steht: Als Adam Harischon (der erste Mensch) am Abend nach seiner Erschaffung bemerkte, dass die Sonne unterging und es Nacht wurde, sprach er: „Wehe mir, wegen meiner Sünde wird es dunkel, die ganze Welt kehrt zum „Tahu waWahu“ zurück, dies ist sicherlich der Tod, der über mich verhängt wurde.“ So fastete und weinte er zusammen mit seiner Frau Chawa (Eva) die ganze Nacht hindurch. Als es wieder Tag wurde, beruhigte er sich und erkannte: Dies ist der Lauf der Dinge, nach der Dunkelheit der Nacht wird es wieder hell. Zu den Leuten gerichtet, sagte dann der Chafez Chajim: „Unsere Zores in diesem Krieg sind nicht die erste Nacht, die der Klal Jisrael erlebt hat. So wie es nach jeder Nacht wieder hell geworden ist, wird Haschem auch diese Nacht aufhören lassen und es wird wieder Tag werden!

(S. „Ges. Schriften“ Raw Hirsch Band 5 und „Durchs Jahr“ Rab. Ehrmann S. 473-475)

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