G“ttliche Vorsehung

G“ttliche Vorsehung
Aus dem Buch: Judentum

judentum-avichaibuch

Eine Einführung in die Grundlagen des jüdischen Glaubens und Gesetzes von Rabbiner Eliahu Avichail, aus dem Hebräischen von Meir Seidler.
Neuste Auflage: November 2007


Dieses Büch können Sie über uns Bestellen. Siehe unter Jüfo -> Bücherladen.



Vorwort des Autors

Dieses Buch ist für alljene geschrieben, die ein aufrichtiges Interesse am authentischen Judentum haben. Es soll dem Interessierten, der über keine oder nur wenig Kenntnisse des Judentums verfügt, ein allgemeines Bild von der traditionellen jüdischen Lebensweise geben.

Insbesondere wendet es sich an Juden, die sich dem traditionellen Weg ihrer Religion wieder annähren wollen sowie an Nicht-Juden, die sich mit dem Gedanken der Übertritts zur jüdischen Religion tragen und aufrichtig hinzukommen wollen.

In der äusseren Form eines Gesetzeskodex werden hier, allgemein und bündig, alle Bereiche des Lebens behandelt. Ein Einblick in Philosophie und Gedankenwelt, welche hinter den Geboten stehen, geht diesem voran, um dem Lernenden die jüdische Art G'tt, die Welt und das Leben zu betrachten.

Für Juden, ob durch Geburt, oder durch freie Entscheidung, ist es nach der Lektüre dieses Buches empfehlenswert, Angelegenheiten der jüdischen Philosphie und Gedankenwelt zu studieren, da diese grundlegende Bestandteile sind - notwendig, dem Lernendem einen jüdischen Blick auf die Welt zu verschaffen und seinen Glauben zu festigen. Dann sollte er sich mit den Einzelheiten der Halacha (dem jüdisch-religiösen Gesetz) in der verzweigten halachischen Literatur vertraut machen. Es gibt hierzu viele Bücher - auch in der deutschen Sprache. Dieses Buch verdankt sein Erscheinen der Überzeugung des Verfassers, dass ein entsprechendes Buch auf dem Markt fehlt.

Wir hoffen, dass es jedem, der über das Judentum lernen will, nützlich sein wird.


Der Autor
Rav Eliahu Avichail
3 Epstein St., Jerusalem 96555, Israel



DIE THEMEN DIESES BUCHES

I. GRUNDLAGEN DES GLAUBENS
1. Der Glaube
2. Der Sinn der Welt
3. Göttliche Vorsehung
4. Natur und Wunder
5. Israel unter den Völkern
6. Prophetie und heiliger Geist
7. Torah und Gebote
8. Gottesdienst: Gebet und Tempelopfer
9. Das Land Israel
10. Israels Erlösung

II. GESETZE UND BRÄUCHE
1. Glaubensgebote
2. Torah und Gebote
3. Der Dienst des Herrn
4. Der Schabbat
5. Geheiligte Zeiten
6. Jüdische Wohnorte
7. Das jüdische Haus
8. Die jüdische Familie
9. Die Heiligkeit des Körpers
10. "Koscheres" Essen
11. Mensch und Gesellschaft
12. Proselyten


DAS DRITTE KAPITEL

3. Kapitel: G“TTLICHE VORSEHUNG

  1. Der freie Wille des Menschen und das daraus resultierende Ringen bei der Wahl zwischen Gut und Böse, ermöglichen zusammen des Menschen zukünftiges Glück.
  2. Gut und Böse gibt es nicht nur im Bezug auf den Menschen. Es existiert durch die Schöpfung hindurch, in allen ihren Dimensionen und Bereichen, auf allen Stufen des Geistes und der Seele und in allen Welten.
  3. Das bestehende Verhältnis von Gut und Böse ist nicht zu jeder Zeit und für alle Menschen gleich. Es gibt Menschen, die von Natur aus mehr dem Guten zuneigen und andere, die mehr dem Bösen zuneigen. Ein Mensch wird unter Berücksichtigung seiner natürlichen Anlagen daran gemessen, wie er von seinem freien Willen Gebrauch macht.
  4. G'tt überwacht seine Geschöpfe, um Gutes zu belohnen, Böses zu bestrafen und die Wesen anzuleiten, Seine gesegnete Güte zu erlangen.
  5. Lohn und Strafe werden nicht (nur) aufgrund einzelner Taten einer Person gemessen oder festgesetzt; es gibt vielmehr viele verschiedene Aspekte der Bewertung.
  6. Die Taten eines Menschen werden unter Berücksichtigung seiner vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Beziehungen zu seinen Mitmenschen Eltern, Kindern, Verwandten, Freunden, Nachbarn und Mitbürgern abgewogen.
  7. Wie gesagt, verwirklichen sich Lohn und Strafe hauptsächlich in der Kommenden Welt. Es gibt sie nichtsdestoweniger entsprechend dem bereits Gesagten aus verschiedenen Gründen auch schon in dieser Welt.
  8. G'ttes wohltätige Herrschaft über die Welt erfordert gelegentlich eine Begrenzung des freien Willens des Menschen oder sogar dessen vollständige Aufhebung.
  9. Um die Welt zu leiten und um auf das Zusammenspiel von Gut und Böse in ihr Einfluss zu nehmen, schuf G'tt höhere Mächte, die auf die Welt einwirken, wie Engel, Himmelskörper und Sternenkonstellationen.
  10. G'tt stattete den Menschen mit den seinem freien Willen unterstellten Fähigkeiten aus, nicht nur auf die materielle Welt, sondern auch auf spirituelle Welten über ihm Einfluss zu nehmen, sei es im Guten, sei es, G'tt bewahre, im Bösen.

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