Adar Rischon
/Paraschat Ki Tissa/


Schabbat Schalom

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Perspektiven des Monats Adar

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Die Tefila und ihr Ursprung

Beiträge zum Thema „Tefila“.
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Paraschat Ki Tissa

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So wird es geschrieben

An Rosch Haschana werden drei Bücher geöffnet: Die Rechtschaffenen werden sofort ins Buch des Lebens eingeschrieben und besiegelt. Die völlig Verdorbenen werden im Buch des Todes eingetragen und besiegelt! Die Mittelmässigen werden bis Jom Kipur stehen und hängen gelassen! [Talmud, Rosch Haschana]

Wie können wir verstehen, dass die Rechtschaffenen sofort ins Buch des Lebens eingeschrieben werden? Ist Rabbi Mosche Feinstein etwa nicht vor zwanzig Jahren verschieden? Und lebte der Bösewicht Hitler nicht während allen Kriegsjahren auch nach Rosch Haschana weiter? Wurde er ins Buch des Lebens eingeschrieben? Wie bleibt man gleichzeitig stehen und hängen?

Der Mensch besteht aus zwei Zutaten, die wie Jakobs Leiter; von den gegensätzlichen Enden des geistigen Spektrums stammen. In den Staub der Erde, wurde der Lebensodem durch die Nase des Menschen eingehaucht – der Lebensatem, welcher auf unglaubliche Weise direkt aus dem Innersten des Allmächtigen höchstpersönlich stammt. Rosch Haschana ist der Tag, der mit diesem aussergewöhnlichen Ereignis zusammenfällt. Wir feiern das Geschenk des freien Willens, holen Atem und blasen mit unserem Lebensatem. Der Mensch kann mit etwas Ähnlichem wie einem riesigen Heliumballon, welcher mit einem grossen, alten Korb verbunden ist, verglichen werden. Wie geht das?

Wenn an Rosch Haschana das Schofar (Widderhorn) ertönt, sind gute Juden auf der ganzen Welt voll mit Vorsätzen, die erhabener sind als alle irdischen Dinge. Die Rechtschaffenen, welche weniger von unerwünschten Gedanken, Gesprächen und Handlungen belastet sind, schaffen es, sofort abzuheben und ihre Körbe beginnen zu steigen. Der Talmud lehrt, dass die Rechtschaffenen als lebendig betrachtet werden, auch wenn sie bereits tot sind. Sie haben sich im Diesseits so stark in Bewegung gebracht, dass sie sogar, wenn sie bereits gestorben sind, auf einer unendlichen Kurve, die sie immer näher zu Haschem führt, weitersteigen.

Die Böswilligen werden offensichtlich vom Schofarton nicht berührt. Ihre Ohren sind mit Nonsens verstopft. Sie bewegen sich auf einer waagrechten Fläche, wie eine Schlange, die durch das Gras gleitet. Der Talmud lehrt, dass die Bösen tot genannt werden, auch wenn sie noch am Leben sind.

Himmler sagte von Hitler, dass er in den früheren 30er-Jahren ein Mensch war. In den späten 30er-Jahren sei er ein „Über-Mensch“ gewesen. In den 40er-Jahren sei er ein „Aus-Mensch“ gewesen, nicht einmal ein Mensch. Im Laufe der Jahre bewegte er sich von berühmt zu berüchtigt: Das Vorzeigeobjekt für Bosheit. Obwohl die Bösewichte auf der Welt eine zusätzliche Lebensspanne erhalten, werden sie im Laufe der Zeit immer scheusslicher, bestialischer, süchtiger und zerstörerischer.

Wenn der Schofarton erschallt, spüren die Mittelmässigen den Drang nach Vollkommenheit. Wie die Kerze flackert, um zu ihrer Quelle, der Sonne, zurückzukehren, so hofft der Ballon auf Flügel, um zu steigen. Doch wenn der Ballon in die Richtung des Idealzustands zu steigen beginnt, wird er plötzlich mit der Realität konfrontiert. Der Korb ist mit vielen Seilen und Sandsäcken auf dem Boden verankert. Dies ist die gewichtige Ansammlung aller schlechten Gewohnheiten im Denken, Sprechen und Handeln, welche den Menschen hinab drücken. Einerseits will der Ballon höhersteigen, andererseits steckt er im Schlamm fest. Er befindet sich wahrlich in einem Zustand des Stehens und Hängens. Er ist gefangen im Kampf zwischen dem „Sein“ und dem „Sollen“.

Es gibt nur zwei Auswege:

1. Schiesse ein Loch in den Ballon. Lasse die Erfahrung Rosch Haschana mit dummen Witzen oder verschiedenen Ausflüchten entweichen.
2. Konzentriere dich in den folgenden zehn Tagen mithilfe des Vergrösserungsglases der reinen Wahrheit auf eines der Seile, welches in Reichweite erscheint, und verbrenne einige Fasern. Vielleicht kannst du dich von einer deiner schlechten Gewohnheiten befreien.

Ein lästiger Zaungast fragte einen Fischer, welcher seine Ware aus seinem Fischerboot trug, wie er denn ehrlich dafür garantieren könne, dass er frischen Fisch verkaufe, sowie es auf dem Schild stehe. Schliesslich treiben auch tote Fische im Fluss und sein Fang könnte ja auch einige von diesen enthalten. Der Fischer entgegnete zuversichtlich: „Meine Fische sind sicherlich frisch, weil ich mein Netz flussabwärts auswerfe. Die Fische, die ich fange, schwimmen flussaufwärts und ein Fisch, welcher flussaufwärts schwimmt, ist lebendig.“ Sogar wenn der Korb sich nur zögernd in die richtige Richtung bewegt, zeigt diese - wenn auch eine geringe - Verbesserung den Wunsch nach „Leben“ und so wird es im Buch des Lebens aufgeschrieben.
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