Chol Hamoed - früher und heute

Chol Hamoed - früher und heute (Raw Wein zu Sukkot 5768)

Die beiden Jamim Towim von Pessach und Sukkot dauern eine ganze Woche. In Israel sind sie sieben Tage lang und in der Diaspora acht Tage. In Israel sind der erste und der siebte Tag von Pessach Ganz-Feiertage, während in der Diaspora der erste, zweite, siebte und achte Tag von Pesach Ganz-Feiertage sind.

Bei Sukkot ist es anders; in Israel ist der erste Tag ein vollständiger Festtag und in der Diaspora sind es die ersten zwei Tage. Die übrigen Tage heissen Chol Hamoed –die weniger heiligen Zwischenfeiertage. Dieses ausgeklügelte Konzept von Tagen, deren Festlichkeit eingeschränkt ist, ist eine einzigartige jüdische Schöpfung. Anders als die vollständigen Festtage des Jom Tow, gilt hier nicht das beinahe unbeschränkte Arbeitsverbot. Eigentlich darf man jede Tätigkeit ausüben, die für unsere Bequemlichkeit notwendig ist und/ oder die einen Geldverlust verhindert.
Trotzdem dürfen diese Zwischenfeiertage nicht als gewöhnliche Arbeitstage angesehen werden. Unnötige Arbeit, Arbeit die leicht bis nach dem Jom Tow verschoben werden kann, Gerichtfällen und anderen strittigen Angelegenheiten etc. darf man am Chol Hamoed nicht nachgehen. Deshalb ist Chol Hamoed in Israel und in vielen Orten der Diaspora eine Zeit für Ferien und Freizeit.

Geschäfte und Büros sind geschlossen und man unternimmt Ausflüge mit der Familie, besucht Freunde und Verwandte und geht zu Veranstaltungen. Am Chol Hamoed trägt man festliche Kleidung und Schmuck und serviert festliches Essen. Es ist eine fröhliche und schöne Zeit für alle Menschen, besonders aber für die Kinder, die von der Schule und ihrer wöchentlichen Routine befreit sind.

Chol Hamoed ist ein praktisches Beispiel, wie Jehudim das Alltägliche in etwas Spezielles und das Profane in etwas Heiliges umwandeln können. Wir können alle das Konzept von Schabbat und den Festtagen verstehen sowie die Tatsache, dass Arbeit irgendwie unvereinbar ist mit der Stimmung und der Botschaft dieser Tage. Doch Chol Hamoed gibt uns die Gelegenheit zu arbeiten und gleichzeitig nicht zu arbeiten, zu feiern und uns trotzdem nicht von den Geschehnissen und den Aufgaben des Lebens zu distanzieren. Ein besonderes Ritual und ein Rhythmus bestimmt die aussergewöhnliche Zeit von Chol Hamoed. Es ist eine Zeit für Familie und Freunde, für Lernen und Lesen, für Entspannung und Erfrischung.

Doch es sind keine Sommer – oder Winterferien. Heiligkeit, Ritual und Halacha sind damit verbunden. Dies ist es, was Chol Hamoed seine spezielle Resonanz und Empfindung verleiht.

Zu den Gebräuchen am Chol Hamoed gehört es, die grossen Rabbiner und Gelehrten zu besuchen. Sowohl in Israel als auch in der Diaspora haben während Chol Hamoed die angesehensten Rabbiner, die chassidischen Führer und die Leiter der Jeschiwot ein offenes Haus. Manche Jehudim reisen von allen Ecken der Welt heran, um ihre geistigen Führer zu besuchen und ihren Gelehrten Respekt zu verleihen.

In Jerusalem wird auf dem Platz vor der Klagemauer eine spezielle Zeremonie "Segen der Kohanim" (Priester, die von der Familie von Aaron abstammen) durchgeführt. Hunderte von Kohanim versammeln sich dort, um die Zehntausenden von Jehudim zu segnen, die sich einfinden, um den himmlischen Segen am Chol Hamoed zu erhalten.

Während Chol Hamoed Sukkot feiert man jede Nacht „Simchat Beth Hascho’ewa“ das "Wasserschöpfen", einen Dienst der im Tempel in Jerusalem stattgefunden hat. Der Talmud beschreibt, wie diese Zeremonie damals mit Gesang, Tanz, Fackeln und Freudenfeuern, Jongleuren und Akrobaten gefeiert wurde. Das "Wasserschöpfen" aus der Gichon-Quelle im Süden Jerusalems und das Trankopfer, das auf dem Altar des Tempels dargebracht wurde, kennzeichnete symbolisch den Beginn der Regenzeit in Israel und der Gebete um grosszügigen Regenfall während der Wintermonate.

Obwohl heute der Tempel und der Altar nicht mehr existieren, haben die Feierlichkeiten von Chol Hamoed Sukkot überlebt und sich sogar noch entwickelt. In allen Vororten Jerusalems finden Feste und Feiern statt. Der Talmud schreibt, dass ' unsere Augen keinen Schlaf fanden' während diesen feierlichen Chol Hamoed- Nächten. Dies trifft bei der Jugend auch heute während dieser Chol Hamoed Feiern zu.


Schabbat Schalom und Moadim leSimcha



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