Der Schlitz

Der Schlitz

Ein Wasserträger wurde beauftragt, jeden Tag seinem Herrn zwei Eimer voll Wasser zu bringen. Jeden Morgen ging er mit den Eimern auf seinem Rücken zum Brunnen, um Wasser zu holen.

Doch eines der beiden Eimer hatte einen Schlitz und erreichte deshalb nur halbvoll sein Ziel. Deshalb brachte der Wasserträger während zwei Jahren nur noch anderthalb Eimer voll zu seinem Herren. Nach zwei Jahren schämte sich der gebrochene Eimer und gestand dem Wasserträger: „Ich will mich entschuldigen. In den letzten zwei Jahren konnte ich meine Arbeit nur zur Hälfte ausführen. Mein Defekt verursachte, dass Du Deine Arbeit nicht vollständig ausführen konntest."

Der Träger fühlte Mitleid mit dem Eimer und sagte: „Auf dem Weg nach Hause, schaue auf die wachsenden Blumen. Als sie den Hügel bestiegen, bemerkte der geschlitzte Eimer, wie die Sonne die wunderschönen Blumen bestrahlte. Doch der Eimer sah nur, dass das Wasser wie immer von ihm tropfte und entschuldigte sich abermals bei seinem Träger.

Der Wasserträger beruhigte ihn: „Hast Du denn nicht beachtet, wie die Blumen nur auf Deiner Seite wachsen? Ich pflanzte die Samen ein, damit Du sie jeden Tag bewässerst. Während zwei Jahren bringe ich die Blumen zu unserem Herrn, um sein Haus zu dekorieren. Wenn Du nicht so wärst wie Du bist, könnte er diese Schönheiten nie geniessen."

Keiner von uns ist perfekt, wir alle haben einen „Schlitz" in unseren Midot (Eigenschaften). Trotzdem sollen wir jeden akzeptieren und das Gute in jedem suchen. Wir alle haben ein Potential und auch Mängel können, unter gewissen Umständen, „Blumen bewässern" - etwas Nützliches hervorbringen.

Jetzt aber, in der Vorbereitungszeit zu Matan Torah, wollen wir doch versuchen, trotz unserer Schwächen, unsere Midot zu perfektionieren, um in Vollkommenheit die Torah zu empfangen.

(Quelle: Hadaf Hayomi)

Jüdisches Leben in Zürich

jewish-zuerich

Jüdisches Leben in Zürich

Koschere Hotels

hotelinberge

Koschere Hotels