Adar Rischon
/Paraschat Ki Tissa/


Schabbat Schalom

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Die Tefila und ihr Ursprung

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Paraschat Ki Tissa

Der Höhepunkt der 10 Gebote - ein Tiefpunkt?

Der Höhepunkt der 10 Gebote - ein Tiefpunkt?

Die 10 Gebote enden mit "Du sollst nichts von deinem Nächsten begehren ...."Man soll  nicht neidisch sein auf den Reichtum seines Nächsten, die Frau seines Nächsten oder die Besitztümer seines Nächsten.

Die 10 Gebote bilden die Grundlage des Judentums. Bei den anderen neun Geboten sind wir uns sicher einig, dass sie auf die Liste der Grundlagen unserer Religion gehören. Jedes dieser neun ist fundamental für den Glauben und fundamental für die Gesellschaft. „Nicht begehren" scheint jedoch etwas weniger wichtig zu sein als die neun anderen.

„Treibe keine Unzucht!" können wir verstehen. Kann es denn sein, dass allein das Begehren der Ehefrau des Nächsten auf die gleiche Stufe wie Unzucht gehört? Was ist den am „nicht begehren" derart fundamental, dass es in die 10 Gebote gehört?

Rabbiner Samson Raphael Hirsch meint, dass „Du sollst nicht begehren" eines der grundlegendsten Gebote der Torah ist. Ohne diese Mizwa (Gebot) kann kein Mensch ein gläubiger Jude sein. Der Kern des Gebots „Lo Sachmod" (Du sollst nicht begehren") ist nämlich das Konzept der persönlichen Zuwendung G'ttes („Haschgachah Pratit").

G'tt ist nicht nur derjenige, der die Welt schuf, der uns aus Ägypten führte und der sich mit weltbewegenden Dingen befasst. G'tt ist auch der, der sich um das Leben jedes Einzelnen kümmert. Er kümmert sich darum, wieviel Geld wir verdienen, wo wir leben und was wir tun. Er befasst sich ganz genau mit den Lebensumständen jedes Einzelnen. Das verstehen wir unter „Haschgachah Pratit".

Dies ist der Grund, weshalb wir unseren Nächsten nicht um seine Frau beneiden sollen. Wenn wir an „Haschgacha Pratit" glauben, dann glauben wir auch daran, dass G'tt uns die Ehefrau gab, die uns zusteht. Gut oder schlecht - genau sie ist uns zugedacht.

Darum haben wir auch die Arbeit, die Er uns gibt, fahren wir den Wagen, den wir haben sollen und wir verdienen das Salär, das er will, dass wir brauchen. Und dies deshalb, weil Er entschieden hat, dass dies gut für uns ist. Im Grunde verleugnen wir, dass G'tt uns dieses Haus, diese Arbeit oder dieses Salär gegeben hat, wenn wir begehrlich werden und zu denken beginnen: „Hätte ich nur sein Haus oder seine Arbeit oder sein Geld ..."

„Lo Sachmod" bezeugt, das alles, was ich auf dieser Welt besitze, genau passt und mir persönlich von G'tt zugewiesen wurde. Deshalb gehört diese Mizwa zu den 10 Geboten. Wenn jemand glaubt, dass G'tt sich nur um die grossen Dinge kümmert - Krieg und Frieden - aber nicht darum, wieviel ich in diesem Jahr verdiene, zeigt dies eine grosse Lücke in seinem Glauben. Wer richtig an die persönliche Zuwendung G'ttes glaubt, begehrt nicht das Haus oder den Wagen oder die Arbeit seines Nächsten.


Quellen und Persönlichkeiten:
Rabbiner Samson Raphael Hirsch (1808-1888): Frankfurt am Main, Führer der Deutsch-Jüdischen Orthodoxie.

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