Hochaktuell !

Das weltweite Schabbat-Projekt

                 שולחן שבת               שבת            chalotshabat

   
Am 26./27. OKTOBER 2018 (Paraschat Wajera) kommen Juden aus allen Strömungen, Jung und Alt, aus allen Ländern der Welt zusammen, um die Magie eines gemeinsam gehaltenen Schabbats zu erleben.

Vergangenes Jahr waren es über eine Million Teilnehmer!

Laden auch Sie Freunde und Bekannte zum gemeinsamen Schabbatfeiern ein.


Für Interessierte die Filme dazu:

https://www.youtube.com/watch?v=eJTlC958sJQ

https://theshabbosproject.org/

Wir sind auch dabei, mit diversen Beiträgen zum Thema „SCHABBAT“.

„Gedanken zum Schabbat-Projekt“

Bearbeitet und verfasst von Gill Barnea barnea@me.com

Beilage zum Schabbat- Projekt

Schabbat – Fundament des Judentums

Bearbeitet und verfasst von S. Weinmann, Zürich/Jerusalem – info@juefo.com

Artikel zum weltweiten Schabbat-Projekt und weitere Gedanken und Bestimmungen zu Schabbat

Kein Grund, nicht Teschuwa zu tun

Kein Grund, nicht Teschuwa zu tun (Raw Frand zu Parschat Nizawim 5762)

Gemäss der üblichen Reihenfolge der wöchentlichen Torahvorlesungen wird Nizawim immer vor Rosch Haschana gelesen. Es gibt keine Parscha, die besser zu dieser Jahreszeit passt, obwohl die Abfolge der Einteilung nicht immer die gleiche war wie heute. Nizawim enthält folgende Pessukim (Verse): "Denn dieses Gebot, das Ich dir heute gebe, ist dir nicht zu schwer und liegt dir nicht zu fern. Es liegt nicht im Himmel, dass du sagen könntest: Wer wollte für uns in den Himmel steigen, es uns zu holen und es uns vernehmen zu lassen, dass wir danach tun. Und es ist nicht jenseits des Meeres, dass du sagen könntest: Wer wollte uns über das Meer fahren, es uns zu holen und es uns vernehmen zu lassen, dass wir danach handeln. Sondern es liegt dir sehr nahe, in deinem Munde und in deinem Herzen, so dass du dich danach richten kannst." [Dewarim 30:11-14]

Unter den frühen Erklärern besteht eine Meinungsverschiedenheit, auf welche Mizwa (Gebot) sich dieser Passuk bezieht. Gemäss Ramban und denen, die seiner Meinung sind, bezieht sich hier die Torah auf die Mizwa von Teschuwa (Busse, Rückkehr zu G'tt). Teschuwa ist das Gebot, das "zu erfüllen in unserer Nähe und unserer Reichweite" liegt.

Zu diesem Vers schreibt der Seforno: "Es ist dir nicht zu schwer", dass du dafür Propheten brauchst. "Es liegt dir nicht zu fern", dass du dafür ferne, weise Männer deiner Generation benötigst, um dir zu erklären, was du dafür brauchst - sogar wenn du im Exil bist."

Ein Mensch soll nicht denken: "In diesen Zeiten kann ich nicht Teschuwa machen. Hätte ich zu Zeiten der Propheten gelebt, die mir hätten sagen können, wo ich gefehlt habe, hätte ich vollkommen bereut. Leider lebe ich jedoch in einer Zeit, in der es keine Propheten gibt." Die Torah versichert uns "sie ist nicht im Himmel" und redet uns damit solche Gedanken aus. Wir brauchen keine Prophetenworte um Teschuwa zu tun. Das ist keine Entschuldigung.

Wir können auch nicht argumentieren: "Hätte ich einen richtigen Maggid Mussar (Erklärer der ethischen Schriften), dann würde mich dies zur Busse bringen. Wenn der Chafez Chajim oder der Wilnaer Gaon hier wären und mir sagen würden, ich solle Teschuwa machen, dann würde ich dies tun." Die Torah sagt uns "sie ist nicht jenseits des Meeres", um solchen Gedanken entgegenzutreten. Auch dies ist keine Entschuldigung.

"Sondern es liegt dir sehr nahe, in deinem Munde und in deinem Herzen, so dass du danach handeln kannst." Dazu brauchen wir keine Propheten oder weise Männer. Es hängt nur von uns ab. Der Passuk ist ein zweischneidiges Schwert. Teschuwa ist leicht. Sie ist einfach auszuführen. andererseits hängt sie ganz von uns ab. Es gibt keine äusseren Umstände, hinter denen wir uns verstecken können.

Eine Andeutung dafür finden wir vielleicht in der berühmten Gemara (Stelle im Talmud) [Awoda Sara 17a] über Elasar ben Dordaja. In dieser Gemara sagt ihm eine Frau mit zweifelhaftem Ruf, dass er nie Busse tun könne. Daraufhin bat er: "Himmel und Erde, bittet für mich um Gnade." Sie antworteten, sie könnten ihm nicht helfen. Er rief die Sterne und das Meer an und erhielt die gleiche Antwort. Die Gemara sagt, dass er daraufhin den Kopf zwischen seine Knie legte. Wegen den starken Selbstvorwürfen und der intensiven Reue verschied er auf der Stelle. (Seine Teschuwa wurde angenommen.) Was bedeutet eigentlich, dass er den Kopf zwischen die Knie legte? Dies war das Eingeständnis, dass die Rückkehr nur von ihm selbst abhing.

Wir können nicht darauf warten, dass Andere für uns Teschuwa tun, und wir können das Ausbleiben unserer Teschuwa nicht auf Andere abschieben. Nicht das schlechte Elternhaus ist schuld und nicht die schlechte Umgebung. Das sind keine Entschuldigungen. Die Fähigkeit, Teschuwa zu tun, liegt in unserem eigenen Mund und Herzen.

Ketima We'Chatima Towa! Mögen wir alle im Buch des Lebens eingeschrieben und besiegelt werden!


Quellen und Persönlichkeiten:
Ramban: Rabbi Mosche ben Nachman (1194-1270), einer der führenden Toragelehrten des Mittelalters; Spanien, Jerusalem.
Rav Ovadia ben Ja’akov Seforno (1470 – 1550); Rom und Bologna, Italien; klassischer Chumascherklärer.
Chofez Chajim: (1838-1933): Rav Jisrael Me’ir HaKohen von Radin. Autor grundlegender Werke zu jüdischem Recht und jüdischen Werten (Halachah, Haschkafah und Mussar).
Wilnaer Gaon: Rav Eljahu ben Schlomoh Zalman von Wilna (1720 – 1797), Wilna; Torahgenie, Autor von zahlreichen gelehrten Büchern und Kommentaren.



Rav Frand, Copyright © 2005 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum.

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