Der Monat Ijar (Aus Sefer Hatoda’a / Das Jüdische Jahr. Bearbeitet und ergänzt von S. Weinmann)

Ijar ist der babylonische Name dieses Monats. In der Tora wird er aber 'der zweite Monat' genannt, da er nach Nissan, dem ersten aller Monate, kommt. Man nennt ihn auch 'Chodesch Siw' - Monat des Glanzes (Melachim I 6,1) da in diesem Monat die Sonne schon in ihrem vollen Glanze erscheint, jedoch noch nicht so glühend brennt wie in den späteren Sommermonaten. 'Siw' kann auch mit 'Sprossen' übersetzt werden, und somit bezieht es sich auf die in diesem Monat neu erblühende Natur in Erez Jisrael.
Ebenso spielt diese Bezeichnung auf die Generation der aus Ägypten ziehenden Benej Jisrael an, die in diesem Monat von all ihren körperlichen Gebrechen geheilt wurden, und ebenfalls in diesem Monat, in dem der grösste Teil der Omer-Zeit ist, sich geistig vorbereiten konnten, um für den Empfang der Tora bereit zu sein.

Das Sternzeichen des Monats ist der Stier. Noch findet das grasfressende Vieh in diesem Monat genügend Futter auf dem Feld, denn wenig später ist alles vertrocknet.

In den Sefarim (Büchern) heisst es, der Monat Ijar sei ein sehr günstiger Monat zur Heilung der Kranken (ausser dem obenerwähnten Grund), da in diesem Monat, das Man (Manna) zu fallen begann. Das Man wird nämlich auch 'Lechem Abbirim - das Brot höherer Wesen' (Tehillim 78, 24-25) genannt, ein Brot, das keinerlei Krankheit hervorruft, und deshalb bringt dieser Monat, in dem uns dieses Brot zum ersten Male gegeben wurde, Schutz und Heilung. Eine zweite Andeutung für die Heilkraft dieses Monats bietet der Name 'Ijar'. Die drei Buchstaben Alef, Jud und Rejsch ergeben: 'Ani Haschem Rof'echa - Ich bin G'tt, der dich heilt.' (Schemot 15, 26)

Rosch Chodesch Ijar

Rosch Chodesch (Neumonstag) Ijar besteht immer aus zwei Tagen, da er nach Nissan kommt, der immer ein 'voller' Monat ist, also 30 Tage hat. So ist demzufolge der erste Tag Rosch Chodesch Ijar der dreissigste Nissan. Der Monat Ijar selbst besteht nur aus 29 Tagen.

Der erste Rosch Chodesch nach dem Auszug

Rosch Chodesch Ijar war der erste Rosch Chodesch der Kinder Jisraels seit dem Auszug aus Ägypten. Es war dies ein Schabbat, und die Benej Jisrael befanden sich in Mara, an dem Ort, an dem ihnen ein Wunder geschah, denn dort zeigte G'tt dem Mosche ein bitteres Holz, das er in das bittere Wasser warf und es zu 'süssem' Trinkwasser verwandelte. Dies soll uns lehren, dass nicht das Bittere bitter und das Süsse süss ist, sondern alles dauernd durch das  Wort G'ttes geschieht; und der dem Süssen gesagt hat süss zu sein, der kann dem Bittern befehlen süss zu sein.

'Scham sam lo Chok uMischpat wescham nissahu - dort (in Mara) gründete Er ihm (dem Volke Israel) Gesetz und Recht und dort prüfte Er es.' (Schemot 15, 25). An diesem Tage gab G'tt ihnen schon einige Abschnitte der Tora, um sich mit ihnen zu beschäftigen: Schabbat, Ehre von Vater und Mutter, Para Aduma - die Vorschriften der roten Kuh - und Dinim - Rechtsvorschriften. Alle diese Abschnitte haben einen Zusammenhang mit dem Ereignis des Versüssen des bitteren Wassers, das in Mara stattfand: Am Schabbat wird keine Arbeit verrichtet (bitter), doch werden durch diesen Ruhetag alle anderen Tage der Woche gesegnet (süss). Alle, die sich mit der roten Kuh befassen, werden unrein (bitter), doch wer mit der Asche dieser Kuh besprengt wird, wird rein (süss); eine Anordnung G'ttes, die durch den menschlichen Verstand nicht begriffen werden kann. Bei den Rechtsvorschriften handelt es sich um Fälle, bei welchen ein Mensch Dinge zurückerstatten muss (bitter), die er sich zu unrecht erworben hat. Dieser Mensch wird aber dadurch nicht ärmer, im Gegenteil, er wird vor der schweren Schuld des Raubes entlastet, und ist somit um vieles reicher geworden (süss). Ehre von Vater und Mutter erfordert oft sehr viel Mühe, Geduld und Beherrschung (bitter), der Lohn dafür ist unermesslich (süss), wird doch die Ehre der Eltern der Ehre G''ttes gleichgesetzt!

Der erste Ijar

Im zweiten Jahr nach dem Auszug, am ersten Ijar, wurden die Benej Jisrael auf G'ttes Geheiss zum ersten Male von Mosche, Aharon und den 12 Fürsten gezählt.

So konnte ein jeder von ihnen auf seine ehrbaren Vorfahren zurückblicken, denn jeder war Nachkomme einer der Söhne von Ja’akow. So heisst es in Bamidbar 1, 1-3: 'Wajedaber Haschem el Mosche... - G'tt sprach zu Mosche in der Wüste Sinai im Stiftzelt, am Ersten des zweiten Monats, im zweiten Jahre nach ihrem Auszug aus Ägypten, wie folgt: Nehmet die Gesamtsumme der ganzen Gemeinde der Söhne Israels auf nach ihren Familien, nach dem Hause ihrer Väter, mit Zählung der Namen, alle Männlichen nach ihren Köpfen. Vom zurückgelegten zwanzigsten Jahre aufwärts, jeden in den Dienst Tretenden...'

Diese Mizwa des Zählens wurde am gleichen Tage ausgeführt, an dem sie Mosche befohlen worden war, nämlich am ersten Ijar, denn es heisst: 'Wajikach Mosche weAharon... - Mosche und Aharon nahmen diese Männer welche mit Namen bezeichnet waren (die Fürsten) und die ganze Gemeinde versammelten sie am Ersten des zweiten Monats...' (Bamidbar 1, 17-18)

Die Zählung nahm etwa zwanzig Tage in Anspruch. Das Zelt jedes Einzelnen wurde nun innerhalb seiner Stammzugehörigkeit und seiner Familie bestimmt, ebenfalls der Lagerstandort jedes Stammes.  Den Lagerstandort jedes Stammes bezeichnete  man durch das Aufstellen der Stammesflagge. Sie lagerten rings um das Stiftszelt, in allen vier Himmelsrichtungen, je drei Stämme einer Seite des Stiftszeltes gegenüber, so wie es G'tt befohlen hatte.

Auch die Familien der Leviten wurden gezählt, wobei bereits alle Söhne, die mehr als ein Monat alt waren, mitgezählt wurden. Ebenso wurden alle Erstgeborenen der übrigen Stämme, von einem Alter von einem Monat und aufwärts, gesondert gezählt, genau wie die Levitensöhne. So ergab sich annähernd die gleiche Anzahl: Bei den Leviten waren es 22’000, die Erstgeborenen der übrigen Stämme zählten 22’273 Seelen.

Unsere Weisen sagten: Als Israel die Tora erhielt, waren die Völker eifersüchtig und sagten: Welches Recht hat dieses Volk, sich G'tt mehr zu nähern als andere Völker? Hierauf forderte G'tt sie auf, Ihm ihren Stammbaum vorzuweisen, denn es heisst: 'Hawu Laschem Mischpechot Amim - bringet G'tt die Familien der Völker' (Tehillim 96, 7), zeiget den Stammbaum, so wie es meine Kinder getan haben. 'Wajitjaldu al Mischpechotam - sie gaben sich nach ihren Geburten bei ihren Familien an' (Bamidbar 1, 18).
Darum zählte er sie gleich am Anfang des Buches 'Bamidbar' auf, anschliessend an das Buch 'Wajikra', das mit Mizwot (Gebote) endet: 'Ejle Hamizwot... - dies sind die Gebote, welche G'tt Mosche für Israels Söhne geboten hat auf dem Berg Sinai'. Dies ist ein Hinweis, dass die Benej Jisrael durch die Reinheit ihrer Abstammung würdig waren, die Tora und ihre Mizwot zu empfangen. (Jalkut Bamidbar 684)

Eine Generation der Erkenntnis

Bei dieser Zählung der Kinder Jisraels offenbarten sich Dinge, die nur schwer mit dem menschlichen Verstand erfasst werden können. Auch diese lehren uns, dass das Volk zu jener Zeit auf einer sehr hohen Stufe der Erkenntnis stand und dadurch das g'ttliche Wort mit peinlicher Sorgfalt ausführten.

Vor dieser Zählung, die im zweiten Jahr nach dem Auszug stattfand, wird schon von zwei anderen Zählungen gesprochen, einmal, als sie noch in Ra’amses in Ägypten waren: 'Und die Kinder Israels zogen… gegen 600'000 Mann…' (Schemot 12,37), und ein zweites Mal am elften Tischri (ein halbes Jahr nach  dem Auszug), als sie den Auftrag zur Erbauung des Stiftszeltes erhielten. Die Zählung erfolgte durch die Gabe des halben Schekel, die ein jeder, ausser weiteren Materialen, zur Errichtung des Stiftszeltes beizutragen hatte. Diese Spende musste von jedem Mann, der bis zum ersten Tischri das Alter von zwanzig Jahren erreicht hatte und von allen Männern unter sechzig Jahren gegeben werden. Ausserdem musste der Spender auch einwandfreie und makellose Abstammung bekunden.

Bereits im Verlauf von nur zwei Tagen hatten alle Abgabepflichtigen ihren halben Silberschekel abgegeben. Bei der Abgabe wurde weder Alter noch Abstammungsurkunden kontrolliert. Als man die Schekalim zählte, ergab sich die Zahl von 603’550 Spendern.

Sieben Monate später, am ersten Ijar des zweiten Jahres nach dem Auszug, als noch eine Zählung vorgenommen wurde, und die Auszählung der Schekalim mehrere Tage in Anspruch nahm, wurden genaue Untersuchungen unternommen, sowohl in Bezug auf das Pflichtalter als auch auf die Herkunft jedes einzelnen. Die Zahl stimmte haargenau mit der vorherigen überein (603'550).

Hieraus ersehen wir, dass in sieben Monaten, zwischen der einen und der anderen Zählung, kein einziger dieses Millionenvolkes gestorben war! Zweitens, dass alle in gutem Gesundheitszustand waren, weil sie ja die Bedingung der Heerespflicht erfüllen mussten, und drittens, dass bei der ersten Zählung niemand einen halben Schekel brachte, der nicht dazu verpflichtet war und dass auch jeder Pflichtige seiner Verpflichtung nachgekommen war.
Welch hochstehende Generation war dies doch!

Was noch am gleichen Tag, dem ersten Ijar, geschah

'Am Ersten dieses Monats begann König Schlomo (Salamon) den ersten Tempel zu bauen' (Melachim I 6, 1). Auch begannen an diesem Datum die ersten Bauarbeiten des zweiten Tempels: 'Im zweiten Jahre ihrer Ankunft ins G'tteshaus in Jeruschalajim, im zweiten Monat fingen Serubawel... und die anderen Kohanim, ihre Brüder an...'(Esra 3,8).  Der Erklärung von Rabbi Ja’akow Emden gemäss, war dies der Erste des zweiten Monats.

Ba-Ha-B-  (2-5-2): Montag, Donnerstag und Montag

Montag, Donnerstag und Montag nach Rosch Chodesch Ijar sind von einigen als Fasttage festgelegt. (Näheres siehe Monat Cheschwan)

Pessach Scheni - Pessach Katan

Der vierzehnte Ijar wird 'Pessach Scheni - der zweite Pessach' oder 'Pessach Katan - der kleine Pessach' genannt. Als der Tempel noch stand, gab man allen, die verhindert waren das Pessachopfer am vierzehnten Nissan zu bringen, eine Gelegenheit, dies am vierzehnten Ijar nachzuholen. So steht in der Tora: 'Sprich zu den Kindern Israels: Wenn jemand unter euch oder unter euren Nachkommen durch einem Toten unrein geworden ist oder auf weiter Reise ist, so soll er dennoch dem Ewigen das Pessachopfer darbringen. Im zweiten Monat am vierzehnten Tage nachmittags sollen sie es darbringen, mit Mazzot und bitteren Kräutern sollen Sie es essen.' (Bamidbar 9, 9 - 11)

Der vierzehnte Ijar ist eigentlich kein Feiertag. Doch da er zur Zeit, als der Tempel noch stand, als freudiger Tag für diejenigen begangen wurde, die die Mizwa der Darbringung des Pessachopfers ausführten, hat der Tag ein festliches Gepräge behalten und es wird in der Synagoge kein Tachanun gesagt. Manche essen an diesem Tage Mazza, die noch von Pessach übriggeblieben ist, um so die Erinnerung an das (zweite) Pessachopfer aufrechtzuerhalten.

Der Name 'Pessach Scheni' stammt von der Bezeichnung 'Hachodesch Hascheni – der zweite Monat’, dem Monat Ijar. Im Talmud Jeruschlami wird er 'Pessach Se'ira (Pessach Katan) - der kleine Pessach' genannt.

Der Unterschied zwischen dem Pessachopfer und den anderen Opfern

Ausser dem Pessachopfer kann kein Opfer an einem anderen Tage nachgeholt werden. Wenn die Zeit des Darbringens verstrichen ist, kann es nicht mehr gebracht  werden. Das Pessachopfer jedoch, obwohl es nachdrücklich für den vierzehnten Nissan festgesetzt worden ist – im  Gegensatz zu andern Opfern steht in der Tora beim Pessachopfer zweimal 'Bemo’ado - zu seiner Zeit' – kann dennoch am 14. Ijar nachgeholt werden, wenn eine Person am 14. Nissan verhindert war es zu bringen.

Der Unterschied besteht darin, dass bei allen Opfern, seien es Gemeinschafts- oder Einzelopfer, die nicht zur bestimmten Zeit dargebracht wurden, obwohl dies eine Unterlassung eines ausdrücklichen Gebotes darstellt, keine Strafe dafür auferlegt wird. Beim Pessachopfer hingegen wird die mutwillige Unterlassung mit 'Wenichreta haNefesch hahi – er soll aus seinem Volke ausgerottet werden', bestraft. (Bamidbar 9, 13)

Wenn die Strafe für die Unterlassung dieser Mizwa so schwerwiegend ist, dass der Nachlässige von der Quelle des Lebens abgeschnitten wird, umso mehr wird der Lohn für den, der dieses Gebot ausführt, ausfallen; denn der Lohn übertrifft die Strafe fünfhundert Mal. Deshalb, jeder, der den Verdienst hat die Mizwa zur festgesetzten Zeit zu erfüllen, bleibt mit dem ewigen Leben innerhalb der jüdischen Gemeinschaft verbunden.

Welches sind Verhinderungsgründe?

Als die Benej Jisrael das erste Pessachopfer in der Wüste darbrachten, d.h. im zweiten Jahr nach dem Auszug, gab es Personen, die durch Berührung mit einem Toten unrein waren. So waren sie daran verhindert, das Pessachopfer zur rechten Zeit zu bringen. So traten sie vor Mosche und Aharon und sagten: '...Lama nigara lewilti hakriw... Warum sollen wir zurückstehen, das Opfer G'ttes nicht in seiner bestimmten Zeit unter den Kindern Israels darzubringen?' (Bamdibar 9, 7) Sie wollten damit ausdrücken: Obwohl wir deswegen keine Strafe verdienen, weil uns die Umstände dazu zwingen, sind wir jedoch deswegen der grossen Belohnung verlustig geworden, die diese Mizwa mit sich bringt? Denn jeder, der Sie erfüllt, entfernt sich vom Götzendienst der Völker und verbindet sich innerhalb der jüdischen Gemeinschaft mit dem ewigen Leben.

Man könnte nun fragen: Haben es nicht die Weisen schon gesagt: Wenn ein Mensch die ernste Absicht hatte, eine Mizwa zu erfüllen, jedoch die Umstände verhinderten ihn sie auszuführen, dann wird dies so betrachtet, als ob er sie ausgeführt hätte? Sie waren doch durch Berührung mit einem Toten unrein geworden, und waren somit gezwungenermassen verhindert, die Mizwa des Pessachsopfers auszuführen, warum sollte ihnen dann die Belohnung vorenthalten bleiben? Ihr Gedankengang war aber: Hätten wir im vergangenen Jahr nicht die Sünde mit dem Goldenen Kalb begangen, hätte der Todesengel keine Macht mehr über uns gehabt, und somit wäre eine Verunreinigung durch Tote gar nicht mehr möglich gewesen. Vielleicht werden wir aus diesem Grunde nicht mehr als 'Anussim' - gezwungenermassen unfähig, die Mizwa zu erfüllen - betrachtet.

Die Gesetze des Pessach Scheni in Kürze

Wenn jemand zur Zeit der Pessachopferpflicht unrein war, oder wenn er sich auf einer Reise befand oder sonst irgendeinen triftigen Grund hatte, die Mizwa nicht zur rechten Zeit ausführen zu können, auch wenn er versehentlich, oder sogar bewusst das Opfer nicht dargebracht, hatte er die Möglichkeit dies am Nachmittag des vierzehnten Ijar nachzuholen.

Jemand, der zwischen Pessach und Pessach Scheni zum Judentum übergetreten war, oder auch jemand, der in dieser Zeitspanne mündig geworden war, hatte die Möglichkeit, das Darbringen des Pessachopfers am vierzehnten Ijar nachzuholen.

Wenn es viele Menschen waren, die am Pessach selbst durch einen Toten verunreinigt waren, sie aber eine Minderheit innerhalb der Gemeinschaft bildeten, so wurde die Darbringung ihres Pessachopfers bis Pessach Scheni verschoben. War aber die Mehrheit unrein, oder waren die Kohanim oder die Geräte durch Berührung mit Toten unrein geworden, wurde das Pessachopfer gemeinsam mit den Reinen am Pessach selbst dargebracht.

War die Hälfte der Menschen rein, die andere unrein, brachten alle das Opfer am Pessach. Die Reinen brachten es jedoch gesondert, die Unreinen in ihrem Status der Unreinheit. Waren die Unreinen, wenn auch nur mit einer Person in der Mehrheit, so brachten es alle im Status der Unreinheit dar.

Wie war es nun festzustellen, welche Kategorie in der Mehrheit und welche in der Minderheit war? Man ermittelte die Zahl aller Eintretenden in den Vorhof des Heiligtums, noch bevor sich die erste Gruppe zum Darbringen des Pessachopfers bereit machte, und ermittelte so, welche Kategorie in der Mehrheit war. Wer sich nicht im Vorhof befand wurde nicht mitgezählt.

Was ist der Unterschied zwischen Pessach und Pessach Scheni? Am Pessach selbst gilt die Vorschrift, dass Chamez (Gesäuertes) in seinem Besitz weder gesehen noch gefunden werden darf, dass nicht zusammen mit Chamez (während Chamez in seinem Besitz ist)  geschlachtet werden darf, dass nichts von dem Opfer von der Gruppe, die sich zusammengeschlossen hatte, herausgetragen werden darf. Auch musste man beim Essen Halel sagen und gleichzeitig auch ein Chagigaopfer (Festopfer) bringen. Wie erwähnt, durfte es auch im Status der Unreinheit gegessen werden, wenn die Mehrheit durch Totenberührung unrein war. Am Pessach Scheni jedoch durfte man sowohl Chamez als auch Mazza im Hause haben, es musste kein Halel dabei gesagt werden, es durfte davon auch ausserhalb der Gruppe herausgetragen werden. Auch wurde kein Chagigaopfer dargebracht,  es musste aber in Reinheit gegessen werden.

An beiden Terminen durfte das Opfer am Schabbat gebracht werden. Bei beiden war beim Schlachten das Halelsagen erforderlich, und das Fleisch musste gebraten in einem Hause gegessen werden. In beiden Fällen ass man es zusammen mit Mazza und Maror, durfte nichts davon übriglassen und es durfte auch kein Knochen davon zerbrochen werden. (Rambam Hilchot Korban Pessach)

Das Opfer, das König Chiskijahu am Pessach Scheni darbrachte

Ein einziges Mal geschah es, dass die Mehrzahl der Gemeinde das Pessachopfer bis Pessach Scheni wegen Unreinheit verschoben hatte. König Chiskijahu reinigte den Tempel, die Kohanim und das Volk von der Verunreinigung, die sein Vater Achas durch Götzendienst verursacht hatte; eine Unreinheit, die der Unreinheit wegen Totenberührung gleichgestellt ist. Er sah, dass ihm nicht genügend Zeit zur Verfügung stand, um den grössten Teil des Volkes noch vor dem Verlauf des Pessachopfer-Tages zu reinigen. Was tat er?

'Wajiwa’az haMelech weSsaraw... da traten der König, seine Fürsten und die ganze Gemeinde zu gemeinsamer Beratung in Jeruschalajim zusammen und beschlossen, das Opfer erst am Pessach Scheni darzubringen. Sie konnten es nämlich zu jener Zeit nicht darbringen, denn nicht genügend Kohanim waren geheiligt und auch war noch nicht das ganze Volk in Jeruschalajim versammelt.' (Diwrej Hajamim II 30,2-3)

Die Weisen jedoch waren nicht mit ihm einig, denn die Unreinheit einer ganzen Gemeinschaft ist kein Grund, das Darbringen des Pessachopfers zu verschieben. Der König gestand, dass er einen Irrtum begangen hatte und betete darum zu G'tt:  … 'Haschem Hatow jechapper be’ad. - Der gütige G'tt soll dafür Sühne schaffen.' (ibid, Ende Vers 18)

Lag baOmer

Am 18. Ijar wird  Lag baOmer gefeiert. Die Gründe dieser Feier siehe 'Lag baOmer'

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