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"So wie im Himmel, so auf der Erde"

 

Unsere Lebensanschauung färbt notwendigerweise unsere Erfahrungen im Leben. Haschkafa, oder “Anschauung“ des Judentums, ist eine vielseitige, weitreichende und dennoch bestimmte Art, das Leben zu betrachten. Die jüdische Anschauung ist im Endeffekt eine Feier des Lebens. Wenn man sie beherrscht, kann man jede Erfahrung - ob schön und majestätisch oder schmerzlich und weltlich - in eine bedeutungsvolle und/oder freudige Bestätigung des einfachen Daseins verwandeln.

Dieses Buch hilft dem intelligenten Anfänger und auch dem Thora-Gelehrten mit einem gut abgerundeten Wissen, die jüdische Haschkafa besser zu bewältigen. Es wurde entworfen um das tagtägliche Leben zu bereichern, und ist eine Zusammenstellung von wahren Geschichten und scharfsinnigen Textanalysen der Thora. All dies wurde zu einem gut lesbaren Ganzen verwoben.

Einige der Themen sind:
·     Thorawerte und das Streben nach Geld
·     Seelengefährten
·     Leben nach dem Tod
·     Ruhe in schwierigen Umständen finden
·     Persönliche jüdische Entwicklung und Geistigkeit
·     Standards in einer korrupten Umgebung pflegen
·     Bitachon/Vertrauen in der heutigen Zeit
·     Und mehr ...

Lesen Sie dazu die nachfolgenden Ausschnitte des Buches:
Einleitung
Teil aus Kapitel 1



Einleitung

So wie im Himmel, so auf der Erde

Am Anfang schuf G”tt Himmel und Erde (Genesis 1:1)

Das Wort “Himmel“ im Eröffnungsvers der Thora heisst nicht einfach “Himmel“. Es beinhaltet auch alle geistigen Ge­schöpfe: Die Seele, die Engel etc. Im Gegensatz dazu bein­haltet das Wort “Erde“ alles Materielle, Temporäre und Endliche. Obwohl die himmlischen Geschöpfe offensichtliche Vorteile gegenüber den Menschen haben, erzählt uns der erste Vers, dass beide, “Himmel und Erde“ die Geschöpfe von G”tt sind. Als solche sind sie beide so perfekt wie es nur sein kann.

Trotz dieser Perfektion befand sich die Erde in einem latenten, ungeordneten Zustand.


Und die Erde war chaotisch und leer, mit Dunkelheit über dem Angesicht der Tiefe .. (Genesis 1:2)

Die Erde ist ein potenzieller Himmel. Sie ist eine wahre geistige Schatztruhe, voll mit himmlischen Möglichkeiten. Ihr Potenzial ist abgeschlossen und ausser Reichweite, weil der Anfang chaotisch, dunkel und leer war. Der grosse Plan hinter diesem Entwurf war, der Menschheit die Gelegenheit zu geben, am Prozess teilzunehmen, bei dem das irdische, geistige Potenzial aufgedeckt wird, und es zu voller Fruchtbarkeit zu bringen.1 Es soll der menschliche Zweck sein, die dunkle irdische Leere mit himmlischer Substanz zu füllen, Ordnung ins Chaos zu bringen und die irdische Existenz zu einem Spiegelbild der himmlischen Existenz zu machen.

Wie wir erklären werden (Kapitel 13), hat Adam dies nicht nur nicht erreicht, sondern seine Sünde hat die Welt in ein noch grösseres Chaos versetzt. Die Erde wurde eine wachsende Leere, eine Höhle. Es ist unsere Aufgabe, diese Leere auszufüllen und die Ordnung wieder herzustellen; die Erde gleich dem Himmel zu machen.

Um dies zu illustrieren, wollen wir uns zwei gleiche Bilder vorstellen. Eines ist ein Bild und das andere ist ein zer­schnit­tenes Puzzle dieses Bildes. Das Bild (das nicht zerschnittene Puzzle) ist schön anzuschauen, der Betrachter hatte aber nichts zu seiner Existenz beigetragen; es ist ein fertiges Produkt. Er kauft das Bild und hängt es an einer Wand auf. Das zerschnittene Puzzle ist aber nicht nur zum Anschauen da, es kann demontiert und wieder zusammengesetzt werden. Derjenige, der es zusammensetzt, hat eine persönliche Befriedigung, vor allem wenn es ein schwieriges Puzzle war, bei dem der Zeitaufwand des Zusammensetzens sehr gross war. Er wird ein stolzes Gefühl wegen des Puzzles haben, das er nicht hätte, wenn er nur die Zeichnung besässe. Er hat selber Zeit und Ausdauer in das Puzzle investiert und dies macht den Unterschied.

So ist auch das Leben. Die Schöpfung von G“tt beinhaltet Himmel und Erde. Der Himmel ist das Bild; er ist das Kunst­werk von G“tt und ein Mensch kann sich nur zurücklehnen und es bewundern. Die Erde ist ein “zerschnittenes Puzzle“, sie ist genau das gleiche Bild, aber durcheinander gemischt. Die Sünde von Adam machte alles noch chaotischer. Es war, als hätte er alle Puzzleteile aus der Schachtel in die Luft geworfen und sie in alle Ecken der Zimmers verteilt. Er verwandelte die Erde in einen Platz von tiefer Leere, in einen Platz, an dem G“tt (und manchmal seine Gerechtigkeit) verborgen zu sein scheint. Die menschliche Aufgabe ist es, diese Teile an ihren ursprünglichen Platz zurückzustellen und das irdische Bild zu einer perfekten Reflexion des himmlischen Bildes zu machen.

So wie im Himmel, so auf der Erde.


Weshalb den Anfang lernen?

Die Frage ist, wie wissen wir, welche Teile wohin gehören? Wie können wir unser Leben auf der Erde in Übereinstimmung zu den himmlischen Werten bringen? Die Antwort ist die Thora.

Thora heisst “lehren“, der Zweck der Thora ist uns zu “lehren“, wie man in Harmonie mit dem g”ttlichen Willen lebt. Es gibt deshalb 613 Gesetze; sie erzählen uns mindestens oberflächlich, wie wir aus dem zerschnittenen Puzzle unserer physischen Existenz eine einheitliche Reflexion des himmlischen Kunstwerks machen können.

Es stellt sich dabei eine Frage.2 Wenn es das Wichtigste ist, das Thoraleben mit den 613 Gesetzen zu leben, warum beginnt die Thora mit der Schöpfung, dem Garten Eden, den Geschichten von Adam, Noah, Abraham etc.? So interessant diese Passagen auch sind - aber ist denn die Thora ein Geschichtsbuch? Macht es wirklich etwas aus, ob wir wissen was in früheren Zeiten geschah? Wenn die 613 Gesetze so wichtig sind, warum zählt die Thora sie nicht einfach nacheinander auf (so etwa wie die zehn Gebote)? Mit anderen Worten, was ist der Zweck des Buchs Bereschit (Genesis) und dessen Ge­schichten als ein Teil der Thora?


Derech Erez kommt vor Thora

Mein Mentor, Rabbi Michoel Ber Weissmandl, s.a., stellte dazu folgenden Gedanken dar. Unsere Weisen lehren “Derech Erez kommt vor Thora“. Rabbi Weissmandl erklärte dies so: Wenn man keinen Derech Erez hat (wir übersetzen dies nor­malerweise mit “respektvollem Beneh­men“), kann man keine Thora haben, unabhängig davon wie viel Kenntnisse von Büchern jemand hat. Wenn jemand in der Tat keinen Derech Erez hat, dann wird er wahrschein­lich die Thora für negative, destruktive Zwecke brauchen.

Rabbi Weissmandl fragte darauf: “Wenn Derech Erez eine Voraussetzung für Thora ist, woher erhalten wir diesen dann? Wer lehrte uns, damit anzufangen?“ Seine Antwort war, “Un­sere Erzväter lehrten uns die Bedeutung von Derech Erez.“

Deshalb ist Genesis das erste Buch der Thora, auch bekannt als die Thora unserer Erzväter, der Originaltrakt Derech Erez (es gibt einen ganzen Trakt im Talmud, der die Bedeutung von Derech Erez erläutert). Das Buch Genesis hat relativ wenig Gesetze, denn das primäre Ziel ist es, uns zu helfen unsere grundlegende Thorapersönlichkeit zu erlangen. Im zweiten Buch der Thora (Exodus) fangen wir erst an, die Mehrheit der Gesetze zu lernen. Die Thora der Väter (die Thora, die uns Derech Erez lehrt) kommt daher vor der Thora von Moses (die Thora mit den 613 Gesetzen), denn Derech Erez ist eine Vor­aussetzung für Thora.


Sich selber kennen

Was genau ist Derech Erez? Derech Erez (wörtlich “der Weg des Landes“) wird am besten mit “Respekt“ übersetzt, denn es bezieht sich auf mehr als nur Höflichkeit, Anstand, Manieren oder Techniken, um Freunde zu gewinnen oder Leute zu beeinflussen. Derech Erez bedeutet Würde, andere mit Würde behandeln und, sogar noch wichtiger, sich selbst mit Würde zu behandeln. Die Suche nach Respekt beginnt zu Hause und deshalb ist Selbstrespekt der Kern von Derech Erez.

Selbstrespekt ist das Wissen, wer wir sind. Wir sind eine Schöpfung von G”tt, er schuf uns in seinem Ebenbild. Wenn wir wirklich verstehen, dass wir im g”ttlichen Ebenbild er­schaffen wurden, können wir uns dann versagen, uns selbst mit Würde zu behandeln? Können wir es versäumen, andere mit Würde zu behandeln?

Stellen Sie sich einen unbezahlbaren Schatz vor, der in einem grossen Safe eingeschlossen ist und einen Code beste­hend aus einer Million Zahlen für die Öffnung benö­tigt. Stellen Sie sich vor, dass Sie 999’999 Zahlen korrekt wissen und nur eine einzige Zahl falsch haben. Diese eine falsche Zahl verhindert, dass Sie diesen Safe öffnen können. Jede ein­zelne Person ist ebenfalls eine kritische Zahl im g”ttlichen Schema. Jeder Mensch wurde für einen speziellen spezifi­schen Zweck erschaffen; jeder hat eine spezielle und einzigar­tige Funktion zu erfüllen, um diesen grossen Schatz erschlie­ssen und die Welt erlösen zu können. Wenn eine Person in ihrer Aufgabe versagt, bleibt der ganze Schatz ver­schlossen. So lehrte uns auch Hillel:4 “Wenn ich nicht mache, was ich machen sollte, wer wird mich ersetzen ?“

Wenn Sie dies wissen, wie können Sie Ihren Nächsten nicht gerne haben? Um so mehr, wie können Sie sich selbst nicht gerne haben? Rabbi Akiva sagte: “Liebe deinen Näch­sten so wie dich, dies ist eine grosse Regel in der Thora.“5 Sie können Ihren Nächsten nicht wirklich gerne haben, wenn Sie nicht wissen, was es bedeutet, sich selbst zu lieben.

Das Erste, das man sich merken soll, ist, sich selbst zu re­spektieren. Wer wirklichen Respekt vor sich selbst hat, wird niemals einen anderen Menschen klein machen. Andere klein machen bedeutet, dass man seinen eigenen Selbstwert noch nicht entdeckt hat. Man hat noch nicht ver­standen, dass man im g”ttlichen Ebenbild erschaffen wurde.


Begräbnis, Boxkampf und die Suche nach Derech Erez

Das Prinzip vom Respekt vor dem Menschen geht soweit, dass man einen toten Körper begraben muss, unab­hängig davon, ob dies ein Jude oder ein Nichtjude, ein Armer oder ein Reicher, der Präsident oder ein Kleinbauer, ein Heiliger oder ein Mörder war. Man darf keinen Körper unbegraben lassen. Wer dies tut, bringt Schande über “das Ebenbild G”ttes“. Das jüdische Gesetz verlangt deshalb auch von jüdischen Soldaten, mit den Körpern der Feinde so respektvoll wie möglich umzu­gehen. Ein anderes menschli­ches Wesen mag ein Feind sein; aber die Tatsache, dass es im Ebenbild von G”tt geschaffen wurde, bleibt bestehen. Wenn ein Mensch tot ist, gehört der Körper G”tt und muss deshalb mit Würde behandelt und in die Erde zurückge­bracht werden, von wo G”tt ihn ursprünglich genommen hat.6

Wir müssen uns im Klaren sein, dass mangelndes Bewusst­sein der angeborenen G”ttlichkeit und Würde des menschli­chen Wesens, das Gegenteil von Derech Erez, sehr tief in der heutigen Gesellschaft verankert ist. Stellen Sie sich einen Boxkampf vor, ein Ereignis, das normalerweise die Aufmerk­samkeit von Millionen von Zuschauern auf sich zieht. Zwei Männer schlagen sich gegenseitig ins Gesicht, bis einer von ihnen bewusstlos umfällt. Je fester der Schlag ist, desto mehr applaudiert die Menge.

Könnten Sie sich eine heilige Person, zum Beispiel den Chafez Chajim, an einem Boxkampf vorstellen? Er würde beim Gedanken daran in Ohnmacht fallen. Gemäss dem Talmud wird jemand, der dem anderen einen Schlag gibt und ihm dadurch Beschämung verursacht, mit einer grossen Geld­summe gebüsst. Die menschliche Würde und das g”ttliche Ebenbild wurden verletzt. Heutzutage schlagen sich Menschen während fünfzehn Runden ins Gesicht und es ist ein Medien­spektakel mit internationaler Beachtung.

Sogar “nicht-gewalttätige“ Sportarten tendieren zu Häss­lichkeit. Die Sehnsucht nach Sieg, nach absoluter Dominanz ist die Grundlage jeder Wettkampfart. Oft ist es nicht ein­mal der Sieg, der gesucht wird, sondern die Tatsache, dass der Verlierer beschämt wurde. Es gibt meistens bei den Fans ein sadistisches Vergnügen. Mit grossem Jubel wird gefeiert, dass die Gegnermannschaft gedemütigt und besiegt wurde. Warum sind sie so aufgeregt? Weil der Ball im Netz gelandet ist; weil eine Mannschaft zwei Punkte mehr hat? Was ist das grosse Vergnügen dabei?

Dies ist nicht nur beim Sport so, sondern auch in der Poli­tik. Die Schlammschlachten haben neue Dimensionen erreicht. Eine “gute“ Kampagne ist heute nicht gewonnen, wenn ein Kandidat seine Ansichten gut darstellt, sondern wenn er mög­lichst  viele Beschuldigungen, ob wahr oder nicht, gegen sei­nen Opponenten bringen kann.

Die Ursache von all dem ist sehr einfach; die Menschen haben die Bedeutung von menschlicher Würde verloren. Sie haben die wahre Bedeutung von Derech Erez verloren. Im schlechtesten Fall versuchen sie aktiv, das g”ttliche Eben­bild zu erniedrigen. Wer in der modernen Welt lebt, sogar religiöse und sonst isolierte Juden, wird durch diesen gene­rellen Trend beeinflusst. Wir müssen deshalb mehr denn je Derech Erez betonen.


Keine Thora ohne Derech Erez

Derech Erez kommt vor der Thora. Wenn man würdig für die Thora sein möchte und von den 613 Gesetzen der Thora profitieren will, muss man zuerst ein Leben von Derech Erez leben. Wird dies nicht erreicht, welche Reli­gion praktiziert man in Wirklichkeit? Die wichtigste Lehre des Eröffnungs­buchs der Thora, der Thora unserer Erzväter, ist die Lehre, dass jeder Mensch, also auch Sie und ich, im Ebenbild von G”tt geschaffen wurde. Nur wenn man diese erste Lehre von Derech Erez - menschliche Würde und Selbstrespekt - lernt, ist man wirklich für die Fortsetzung bereit, nämlich die Thora von Moses.

Jedes Detail von jeder Geschichte im Buch Genesis ist für alle Juden äusserst bedeutsam, speziell heute. Die Beschrei­bung, wer der Schöpfer ist, wie die Welt entstanden ist, wie der Schöpfer den Menschen in seinem Ebenbild schuf, wie sich die menschliche Zivilisation entwickelte (wie die Men­schen G”tt entdeckten und ebenso , wie ihm nicht gehorchten oder gegen G”tt rebellierten) etc. lehrt uns, wie wir wirklich den wahren Derech Erez entwickeln soll­ten. Ein sorgfältiges Studium des Buchs Genesis ist deshalb eines der besten Dinge, die man für sich selbst das ganze Jahr hindurch machen kann.




Kapitel 1

Ihr Schicksal

Das jüdische Volk existiert heute, weil vor langer Zeit ein Mann, unser Stammvater Abraham, Fragen stellte. Wir sind auch da, um Fragen zu stellen. Die erste Frage, die ich fragen möchte ist: Was ist Leben? Es klingt einfach, doch überlegen wir uns Folgendes :

Ich bin sicher, dass Sie fast alle Ihre Geburtstage feiern. Können Sie den Grund dafür erklären? Was soll diese gros­se Aufregung? Sie wurden 30, 35, 40, 45, 50. Es ist ein weiteres Jahr. Sie haben die Umwelt ein bisschen mehr ver­schmutzt. Können Sie logisch, ohne irgendwelche Religion, das Ratio­nale daran erklären?

Es gibt Menschen, die antworten: “Es geht um Anerken­nung“. Ein Geburtstag ist ein Brauch, mit dem man aner­kennt, dass ein weiteres Jahr vorbeigegangen ist. Stellen Sie sich vor, dass ein Mensch zum Tod verurteilt worden ist. Er ist verzwei­felt und der Richter sagt ihm, dass er keine Angst haben müsse. Er werde in einen Zug gesetzt, der ihn zum elektri­schen Stuhl bringt. Entlang der Strecke gibt es 80 Stationen und bei jeder Station gibt es eine Feier.

Was wird dieser Mensch machen? Wird er sagen “O, vielen Dank, Euer Ehren, Sie sind so freundlich?“ Oder wird er mit aller Kraft schreien und Widerstand leisten, bis man ihn in den Zug tragen muss? Und wenn er einmal im Zug ist, wird er dann ruhig sitzen bleiben? Kaum, er wird zuerst versuchen, die Notbremse zu ziehen - erfolglos. Dann wird er versuchen, aus dem Zug zu springen, was ihm aber auch nicht gelingen wird. Was wird er bei der vierzigsten Station machen? Wird er eine Party feiern? Jede Station ist ein Schritt näher zum elek­trischen Stuhl!

Es tönt lustig, aber dies ist unsere Situation. In der Minute, in der wir geboren wurden, wurden wir zum Tod verurteilt. Wir wurden in einen Zug gesetzt, der uns im Spital empfangen und später beim Grab abliefern wird. Wir versuchen, diesen Zug zu stoppen, aber es geht nicht. Ist es ein Trost zu sagen: “hab‘ keine Angst, wir haben 70, 80 oder 90 Stationen unter­wegs, um eine Feier zu machen.“ Ein Jahr von uns ist gerade gestorben, wir sehen es nie wie­der. Weshalb sollten wir feiern?

Sie möchten einen Brauch, eine Form von Anerkennung? Wie wäre es, wenn wir jährlich ein “Scheinbegräbnis“ machen? Es tönt grässlich, aber es macht wenigstens Sinn. So wie wir es jetzt machen, leiden wir 80 Jahre. Am Schluss, wenn schon nichts mehr geändert werden kann, kommt der Rabbiner, um eine Lobrede über uns zu halten. Wir können nicht einmal aus dem Sarg springen, um etwas zu antworten. Hätten wir jedes Jahr ein “Scheinbegräbnis“ gemacht, so hätten wir mindestens 60 oder 70 Lobreden gehört! Vielleicht hätten wir etwas bei uns verbessern können.

Ich mache Spass, aber mein Ziel ist es, dass Sie zu den­ken beginnen. Dies ist eine sehr praktische Frage und hat nichts mit Religion zu tun. Weshalb feiern wir Geburtstag? (Einmal hat eine Frau im Plenum geantwortet, “der Grund ist, weil es ein sehr trauriger Tag ist. Wir machen die Feier, damit wir vergessen können, wie traurig es in Wirklichkeit ist.“ Diese Antwort ist mehr als richtig). Wenn Sie so sind wie die meisten Personen, werden Sie wahrscheinlich erfolglos nach einer Antwort suchen.


Glück und Unterhaltung

Lassen Sie mich eine andere Frage stellen. Die gesamte Menschheit, seit Beginn der dokumentierten Geschichte bis und mit heute hat immer ein Ziel anvisiert: Glück. Wurde dieses Ziel erreicht? Sind die Leute wirklich glücklich? Sind Sie jemals einer glücklichen Person begegnet; sind Sie selbst glücklich?

Wenn ich diese Frage in einem Saal stelle, strecken nor­malerweise eine oder zwei Personen ihre Hand auf. Dann sage ich, dass ich glaube, dass diese Personen glücklich sind, aber sie kennen wahrscheinlich die Definition von Glück nicht. Wenn ich die wirkliche Definition gebe, streckt normalerweise niemand mehr auf.

Das Phänomen, dass Menschen nicht glücklich sind, obwohl Glück seit Tausenden von Jahren angestrebt wird, sollte uns die Augen öffnen. Alles andere, das die Zivilisa­tion versucht hat zu erreichen, wurde auch erzielt; man träumte davon, einen Menschen auf den Mond zu bringen – man brachte einen Menschen auf den Mond. Man wollte Krank­heiten heilen - die moderne Medizin entstand. Man wollte mehr Komfort – es wurden die entsprechenden Technologien entwickelt. Eine Sache wurde nie erreicht: Eine glückliche Gesellschaft – und dies, obwohl seit Beginn der Menschheit unzählige Philosophen daran gearbeitet haben. Gurus, Priester und Psychologen haben es verspro­chen, und Politiker haben dieses Ziel zum unübertragbaren Recht erklärt.

Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass der Hauptgrund für alle Erfindungen der modernen Wissenschaft, speziell diejeni­gen der Unterhaltungsindustrie, ist, ein bisschen Glück zu er­langen. Tatsächlich hat die Wissenschaft im letzten Jahrhun­dert riesige Fortschritte erzielt. Hätten wir vor 150 Jahren jemandem geglaubt, der gesagt hätte, dass man eines Tages einen Film anschauen kann? Es entstand der Schwarzweiss­film, dann der Tonfilm und schliesslich der Farbfilm. Hat uns das glücklich gemacht?

Als nächstes sagten die Leute: “Wenn ich nur den Film zu Hause anschauen könnte, das wäre wirklich gut; man müsste nicht mehr anstehen und nicht mehr in einem dunk­len Saal sitzen“. Jetzt haben wir Filme zu Hause. Videos, Kabelfernse­hen, weltweite Nachrichten – was immer wir auch möchten, können wir sehen. Und wir sind noch immer nicht glücklich.

Weshalb? Vielleicht ist es zu mühsam, vom Fauteuil auf­zu­stehen und das Programm zu wechseln. “Hätte ich nur eine Fernsteuerung, dann wäre ich wirklich glücklich“. Wir haben die Fernsteuerung erhalten und sind immer noch nicht glück­lich.

(Jedes Mal, wenn ich nach Israel reise und die Beduinen sehe, bin ich verblüfft darüber, wie sie absolut nichts besit­zen – sie leben unter primitivsten Bedingungen, in Zelten ohne Wasser, Elektrizität oder sanitären Anlagen – aber sie haben ein tragbares TV-Gerät!)

Milliarden und Abermilliarden von Dollar - die Nummer eins der amerikanischen Industrie ist Unterhaltung - und die Menschen sind immer noch nicht glücklich. Im Gegenteil, die Menschen sind unglücklicher als früher. Diejenigen, die am meisten von der Unterhaltung abhängig sind, sind dieje­nigen mit den meisten Depressionen; sie führen das unpro­duktivste Leben.

Was lernen wir daraus? Wenn wir es genau betrachten, sehen wir Folgendes: Der Grund, warum die Menschheit nie das Ziel einer glücklichen Gesellschaft erreicht hat, ist, weil sie keine wirkliche Definition vom Leben hatte. Wenn diese Definition fehlt, kann man nicht glücklich sein. Darum stre­ben die Leute als Ersatz so intensiv Unterhaltung (sprich Ablen­kung) an. Unterhaltung ist in Wirklichkeit eine Mög­lichkeit, um uns selber auszuweichen. Je mehr wir auswei­chen können, desto besser ist die Unterhaltung. Wenn Sie nach einem Wochenende sagen können, “das Wochenende ist vorbeige­gangen ohne dass man es gemerkt hat, G”tt sei Dank habe ich vergessen, wer ich bin“ – das war ein gutes Wochenende. In der Wirklichkeit ist Unterhaltung eine Art, uns selbst zu töten. (Es gibt in der modernen Gesellschaft den Ausdruck: “die Zeit totschlagen“, über den ich einmal den Kommentar hörte: “das ist kein Mord, sondern Selbst­mord.“) Das Fazit ist: Was die meisten Menschen mit Glück gleichsetzen, ist in Wirklichkeit nichts anderes als der lang­same, schmerzlose Prozess eines Selbstmordes.

Wohin ziele ich? Das am wenigsten geschätzte Gut, die am wenigsten geschätzte Erfahrung, ist Leben. Wir machen alles, nur um Leben zu ignorieren, um mit etwas anderem beschäftigt zu sein. Wir verdrängen die Tage immer und immer wieder, bis man sich eines Tages in einem Pflegeheim in einem Rollstuhl sitzend findet. Alles, was man dann macht, ist z.B. die Autos zu zählen, die vor dem Fenster vorbeifahren, den Erinnerungen nachzugehen und sich zu sagen “Ist dies der Zweck des Lebens?“

Meiner Meinung nach ist das der grösste Fehler, den die Menschen machen. Man diskutiert über Philosophie - Juden diskutieren speziell über den Holocaust, den Staat Israel, Antisemitismus, Geschichte und andere Fragen - nur nicht über die wichtigste Frage: WAS IST LEBEN? Diese Frage ignorieren wir völlig, obwohl sie die Basis von allem ist. Ohne diese Definition ist die ganze Philosophie nur ein Luftschloss.

Wir sind unglücklich, weil wir uns keine Zeit nehmen, um uns mit dem Thema Leben zu befassen. Dies ist der erste Punkt den wir vor allen anderen behandeln müssen.

(Nebenbei gesagt, ich habe über dieses Thema, das in unserem Buch “Choose Life“ behandelt wird, gesprochen, von Nord- bis Südamerika, von Russland bis Europa, von Hong Kong bis Bangkok, von Johannesburg bis Jerusalem, mit säkularen und religiösen Menschen, mit den Erfolg­reichsten und den Heruntergekommensten, mit Intellektu­ellen in den Universitäten und den Kriminellen in den Gefängnissen, mit den reichsten und gesündesten sowie mit den ärmsten und kränksten Menschen.) Es ist ein Thema, das jeden anspricht, weil jeder an der gleichen Sache Schuld ist: Alle wissen nicht, was Leben ist und nehmen sich nicht einmal Zeit von der Beschäftigung, “der Welt davonzuren­nen“, um herauszufinden, worum es dabei geht.


Das Flugzeug

Wenn wir nicht wirklich den Wert des Lebens kennen, können wir damit nicht glücklich sein, egal wie viel Bequemlichkeit und Geräte wir um uns haben. Wenn wir aber andererseits einmal den Wert des Lebens verstehen, können sogar Schwierigkeiten und Not uns nicht davon abhalten, Freude und Begeisterung zu empfinden

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie kaufen Immobilien in Australien und am nächsten Tag offeriert Ihnen jemand 10 Millionen Dollar mehr. Mit anderen Wor­ten, Sie können wirklich über Nacht 10 Millionen Dollar reicher werden! Es gibt nur eine Einschränkung: Sie müssen innerhalb des nächsten Tages persönlich in Australien sein, sonst ist das Geschäft geplatzt.

Ein Flug nach Australien dauert knapp 25 Stunden, und es gibt pro Tag nur einen Flug. Wenn Sie ihn verpassen, gibt es keine Möglichkeit mehr für Ihren Gewinn. Sie brau­chen nur ein Billet, aber alle Plätze sind ausverkauft. Sie probieren deshalb, ein Flugzeug zu mieten, haben aber kei­nen Erfolg.

Es gibt keine andere Möglichkeit für Sie, als dem Mana­ger 20‘000 Dollar auf den Tisch zu legen und zu sagen “ich MUSS diesen Flug nehmen, ganz gleich wie. Setzen Sie mich auf die Toilette, es macht mir nichts aus, aber ich muss auf diesem Flug sein.”

Der Manager nimmt das Geld und sagt dem Hauptste­ward “nimm diesen Mann und setze ihn auf die Toilette“.

Sie sind im Flugzeug – ich nenne Sie Passagier A -, wo Sie 25 Stunden auf der Toilette sitzen. Alle zehn Minuten werden Sie hinausgeschickt. Die Menschen schauen Sie an und fragen “was macht dieser Mensch hier?“ Stellen Sie sich dies vor. Dies ist Passagier A.

Auf dem selben Flug ist Passagier B, ein Multimillionär. Täglich fliessen Millionen auf sein Konto und er weiss nicht, wie er sie ausgeben soll. Er hat einen miserablen Cha­rakter, seine Frau hat ihn gerade aus der Wohnung geworfen und seine Familie hat ihn verlassen. Niemand fühlt Zunei­gung zu ihm.

Er hat eine Idee: “Ich brauche ein wenig Zuneigung und Aufmerksamkeit. Ich kaufe ein Billet für einen Langstreckenflug und werde für ein paar Tage verwöhnt.“ Gesagt, getan: Er kauft ein Billet für die erste Klasse, der rote Teppich wird für ihn ausgerollt und er lässt jeden wissen, dass er Geld im Überfluss hat. Für jedes Glas Champagner gibt er einen 100-Dollar-Schein als Trinkgeld. Alle Stewardessen schwirren um ihn herum wie die Bienen. Er ist der am meisten umschwärmte Passagier der Welt.

Wenn man nun die Passagiere fragt, wer der glücklichste und wer der ärmste Passagier auf dem Flug ist, würde jeder antworten, der Glückliche sei der reiche Mann in der ersten Klasse und der Ärmste sei derjenige auf der Toilette. In Wirklichkeit ist es aber genau umgekehrt. Was macht den Mann in Toilette zum Glücklichsten und den in der ersten Klasse zum Ärmsten?


….. das Schicksal

Wohin gehen Sie, was ist Ihr Ziel? Der Mann auf der Toilette will sein Ziel erreichen. Er weiss, warum er auf dem Flug ist, und ist bereit, alles dafür aufzuopfern. Der Mann in der ersten Klasse hat kein Ziel. Es spielt keine Rolle, wie es ihm im Moment geht - er ist die ärmste Person.

Meine Damen und Herren, wir befinden uns alle in diesem Flugzeug. Es gibt solche, die fliegen 70 Jahre, andere 80 und andere 90. Aber wir sind alle auf dem gleichen Flug. Eines Tages ist dieser Flug zu Ende.

Was können wir daraus machen? Wir kämpfen um einen Fensterplatz, einen Platz in der Mitte oder am Gang; erste Klasse oder zweite etc., aber keiner von diesen Plätzen macht uns glücklich. Wenn wir aber andererseits herausfin­den, was unser Ziel ist, weshalb wir auf diesem Flug sind, dann macht es uns glücklich.


Das magische Wort

Eine Firma hat mehrere Abteilungen, Einkauf, Verkauf, Herstellung, Marketing, Personal und so weiter. Es spielt keine Rolle, wo man ist, aber es gibt ein magisches Wort, das man kennen muss, um erfolgreich zu sein. Dieses magi­sche Wort heisst “Geld“.

Geschäfte sind gewinnorientiert. Ein Geschäftsmann macht Geschäfte, um Geld zu verdienen. Wenn man sich das merkt, macht es keinen Unterschied, in welcher Abtei­lung man ist – man verdient auf jeden Fall. Wenn Sie im Einkauf sind, dann wissen Sie, wo die Ware am billigsten ist und im Verkauf wissen Sie, wo sie am teuersten verkauft werden kann. Geld ist das magische Wort.

Welches ist das magische Wort im Judentum? Es gibt solche die denken: Maschiach (der Messias), andere denken Schabbat (den Sabbat zu hüten), die Thora zu hüten, Mizwot (Gebote) zu erfüllen, ein heiliger Jude zu sein, dies oder das. Das ist alles wahr, aber es sind nur Werkzeuge, um das end­gültige Ziel zu erreichen. Genauso wie im Geschäft “kau­fen” und “verkaufen“ die Werkzeuge sind, um das Hauptziel zu erreichen, so sind auch Maschiach, Schabbat etc. nur Werkzeuge, um das Hauptziel des Judentums zu erlangen. Was ist denn das Hauptziel?

Die Antwort ist Kiddusch Haschem, die Heiligung des Namens von G”tt.


Kiddusch Haschem

Jitgadal vejitkadasch schme rabba … ,  “verherrlicht und geheiligt soll der GROSSE NAME sein …“ (Kaddisch)

Jakiru vejeid’u kol Joschwe Tewel , “Es soll bei allen Einwohnern der Welt anerkannt und bekannt sein (dass es G”tt gibt).“ (Alenu Gebet)

Es ist unsere Aufgabe, der Welt zu zeigen, dass Haschem (G”tt) existiert. Natürlich bedeutet das mehr als das förmli­che Bekenntnis, dass G”tt existiert. Es beinhaltet das Bewusstsein, dass man ständig mit der Präsenz von G”tt lebt und dass man G”tt in allem sieht, das sich ereignet. (Siehe Kapitel 2 und 3.) In der Tat kann der Name von G”tt ständig auf unseren Lippen und nahe bei unserem Herzen sein oder auch sehr weit entfernt. Die Pflege dieses Bewusstseins liegt beim Menschen. Dies heisst Kiddusch Haschem.

Das Gegenteil von Kiddusch Haschem ist Chillul Haschem, die Entweihung von G”tt. Der Sohar betont, dass das Wort Chillul mit dem Wort Chalal verwandt ist, das “Loch“ oder “Vakuum“ bedeutet. Wenn die Menschen G”tt nicht sehen oder verstehen, dann existiert ein Loch oder Vakuum, ein Chillul Haschem. Unsere Aufgabe ist es, dieses Loch zu füllen7 und der ganzen Welt die Präsenz von G”tt bewusst zu machen.

Kiddusch Haschem heisst so zu handeln, dass es mit der himmlischen Ordnung vereinbar ist und damit das Leben auf der Erde als eine Reflexion des Himmels zu gestalten. So wie im Himmel, so auf der Erde. Von der ganzen Menschheit wird erwartet, so zu handeln. Inmitten der gan­zen Menschheit gibt es aber ein Volk, das dazu  bestimmt wurde, den Weg zu zeigen: Israel, das jüdische Volk.8

“Ich, G”tt, rufe dich in Rechtschaffenheit … dich als Licht der Völker zu machen.“ (Isaiah 42:6)

Nikdaschti betoch bne Jisrael “ich werde in der Mitte des jüdischen Volkes geheiligt werden.“ (Gebet von Rosch Haschana und Jom Kippur)

Israel wurde zum Führer im Gebiet von Kiddusch Haschem gewählt. Kiddusch Haschem ist daher das magi­sche Wort im “Geschäft“ des Judentums. Es ist das Hauptziel. Es ist sogar mehr als ein Geschäft; im Geschäft arbeitet man am Tag und begibt sich dann in sein privates Leben nach Hause. Das Judentum ist nicht so. Ein Jude beschäftigt sich 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche mit Kiddusch Haschem. Wir haben dafür die Thora, die uns 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche lei­tet. Wenn wir ein Leben gemäss der Thora leben, dann bringen wir das Bewusstsein der Existenz von G”tt auf die Welt. Das heisst Kiddusch Haschem, die Heiligung des Namens von G”tt.


Strahlen wie Engel

Um dies zu illustrieren, lassen Sie mich die Geschichte eines Ger Zedek, eines zum Judentum Übergetretenen, erzählen, der vor dem Holocaust in der tschechischen Stadt Nitra wohnte. Er trat kurz nach dem ersten Weltkrieg zum Judentum über, als die Situation der Juden extrem schwierig war. Trotzdem wurde er ein richtiger Konvertit und zog eine schöne, sehr religiöse Familie auf. Als die Nazis im zweiten Weltkrieg die Tschechoslowakei besetzten und mit den Deportationen begannen, wollte seine nichtjüdische Familie ihn retten.

“Ich bin ein Jude“, antwortete er, “und ich teile das Schicksal mit all meinen jüdischen Brüdern. Was ihnen pas­siert, wird auch mir passieren.“

Er wurde schliesslich wie alle anderen tschechischen Juden deportiert. Es gibt Augenzeugen die berichten, dass er am Weg in die Gaskammer gesungen und getanzt hat, um G”tt für das Privileg zu danken, zu sterben, weil er Jude war. Wie hat er dieses Niveau von Hingabe erreicht? Was führte dazu, dass er zum Judentum übertrat, als die Bedin­gungen für Juden so schlecht waren? Ich hörte die Antwort aus erster Hand, von jemandem, der ihn direkt gefragt hat.

Er sagte: “An einem Abend von Jom Kippur, bin ich bei der Synagoge von Nitra vorbeigekommen und sah, wie alle Menschen weiss gekleidet waren. Sie sahen wie Engel aus. Ihre Gesichter strahlten, sie strahlten eine andere Welt aus. Ich realisierte, dass dies die Gesichter meiner jüdischen Freunde waren, mit denen ich das ganze Jahr hindurch geschäftliche Beziehungen hatte. Ich konnte sie kaum erkennen.“ “Wenn eine solche Religion existiert“, sagte ich mir, “die einfache, alltägliche, arbeitende Menschen in Engel verwandeln kann, dann möchte ich dieser Religion angehören.“

Unsere Aufgabe ist es, jeden, der mit uns in Kontakt kommt (einschliesslich uns selber), in ein Gefäss zu ver­wandeln, das die Anwesenheit G”ttes ausstrahlt. Jeder, der einen von uns trifft, sollte sagen: “ Ich möchte wie sie wer­den.“ Wenn wir nach den  religiösen und ethischen Stan­dards der Thora leben und dadurch Freude und Heiligkeit ausstrahlen, dann verwandeln wir die Welt. Das ist die Kraft von Kiddusch Haschem, ein Leben mit einem bewussten Zweck zu leben.

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