Tewet 
/Paraschat Wajechi/


Raw Frand zu Parschat Wajeschew 5772

Die Brüder gingen um es sich gut gehen zu lassen

Der Passuk sagt; "Und seine Brüder gingen, um das Vieh ihres Vaters in Schechem zu weiden" (Wajelchu Echaw lirot ET Zon Awihem biSchechem) [Bereschit 37:12]. Über dem Wort ET sind Punkte zu sehen. Raschi - basierend auf den Midrasch – bemerkt, dass dies auf die Tatsache hinweist, dass die Brüder hingingen um sich selbst zu weiden (es sich gut gehen zu lassen). Der Sifsej Chachamim erklärt diese Raschi. Punkte über einem Buchstaben sollten verstanden werden, als ob dieser Buchstabe (und in diesem Fall das ganze Wort) nicht existiert. Wenn man die Buchstaben Alef und Taf entfernt – über welchen die Punkte stehen – die das Wort ET im Passuk ausmachen, so ist das Wort “Vieh” (Zon) nicht mehr mit dem Wort “zu weiden” (lirot) verbunden und der Passuk liest sich, als ob die Brüder hingingen um es sich gut gehen zu lassen; (zufällig) war das Vieh ihres Vaters in Schechem.

Raw Simcha Sissel Broide erklärt diesen Midrasch in seinem Sefer Sam Derech. Hätten die Brüder das Interesse ihres Vaters vor den Augen gehabt, so hätten sie Josef nicht verkauft und ihrem Vater damit unermessliches Leid zugefügt. Zu Beginn von Kapitel 38 steht: "Und es war in jener Zeit (nach dem Verkauf Josefs) dass Jehudah hinabzog von seinen Brüdern…“ Der Midrasch sagt zur Stelle (wie Raschi zitiert), dass die Brüder ihn von seiner Führerposition in der Familie absetzten. Sie wiesen ihm die Schuld zu für die Idee, Josef zu verkaufen; ein Plan, der Ja’akow so viel Schmerz und Trauer einbrachte. Weshalb hatten sie nicht selbst daran gedacht, welche Folgen der Verlust von Josef mit sich bringen würde? Damals waren sie so von sich und ihren eigenen Bedürfnissen eingenommen, dass sie nicht überlegten, welche Folgen ihre Tat auf andere haben würde.

Manchmal sind Menschen so von sich eingenommen, dass sie nicht an andere denken. Wenn Menschen schrecklich unsensible Dinge tun, so tun sie dies nicht unbedingt, weil sie gemeine Menschen sind. Die wenigsten Menschen sind gemein. Es ist eher wahrscheinlich, dass sie so von sich eingenommen sind, dass sie nicht inne halten, um nachzudenken, wie ihre Taten oder Worte andere zusetzen könnten.

Dies geschieht ständig. Wenn junge Frauen zusammen kommen, so sprechen sie normalerweise über Babies oder Schwangerschaften. Nur zu oft befindet sich eine junge Frau in der Gruppe – die gleich lange verheiratet ist wie alle Mütter oder baldige Mütter – die noch kein Kind erwartet. Wie fühlt sie sich? Alle sprechen über ihr eigenes Baby und sie hat kein Baby. Diese anderen Frauen wollen nicht gemein sein. Sie ziehen sie sicherlich nicht absichtlich auf oder wollen, dass sie sich unwohl fühlt. Sie sind einfach unsensibel. Dieser Mangel an Sensibilität stammt von einer Voreingenommenheit mit sich selbst. Voreingenommenheit mit sich selbst verhindert, dass man nachdenkt und sich hütet, anderen Schmerz zuzufügen. Das Gemeinschaftsleben verlangt, dass man auch an andere denkt.

Dies bedeutet der oben zitierte Midrasch. Die Brüder gingen um sich selbst zu weiden (es sich gut gehen zu lassen) – sie dachten nicht an die Bedürfnisse und Gefühle von anderen, inklusive denen ihres Vaters, Ja’akow.



Rav Frand, Copyright © 2011 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum.

Weiterverteilung ist erlaubt, aber bitte verweisen Sie korrekt auf die Urheber und das Copyright von Autor, Project Genesis und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum und auf Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, sowie www.torah.org.

What do you think?

Send us feedback!

Drucken E-Mail

Jüdisches Leben in Zürich

jewish-zuerich

Jüdisches Leben in Zürich

Koschere Hotels
in der Schweiz

hotelinberge

Koschere Hotels