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Raw Frand zu Parschat Wajigasch 5767 (Beitrag 1)

Weshalb sandte Josef keine Nachricht?

Bei seiner Diskussion mit dem ägyptischen Vizekönig (Josef) wiederholte Jehuda ihre ganze frühere Unterhaltung. Unter anderem erwähnt Jehuda: „Mein Herr fragte seine Diener: „Habt ihr einen Vater oder Bruder?“ Und wir antworteten unserem Herrn: „Wir haben einen alten Vater und einen jungen Bruder, ein Kind, das ihm im Alter geboren wurde. Sein Bruder ist tot; er allein blieb von seiner Mutter übrig und sein Vater liebt ihn““ [Bereschit 44:19-20].

Raschi erklärt, dass Jehuda in dieser gefährlichen Situation etwas Unwahres behauptete. Damit meint Raschi, dass Jehuda sehr wohl wusste, dass Josef nicht gestorben war. Er wusste, dass seine Brüder ihn verkauft hatten.

Wie konnte er dann so lügen? Raschi antwortet, dass Jehuda aus Angst so handelte. Er stand vor dem zweitmächtigsten Mann der Welt. Das Verhältnis zwischen dem Vizekönig und den Brüdern war schon bisher angespannt. Es wäre diplomatisch nicht angebracht gewesen, jetzt die Wahrheit um den Verbleib von Josef zu enthüllen.

Der Meschech Chochma ist anderer Meinung. Er sagt, dass die Brüder wirklich annahmen, dass Josef gestorben war. Sie wussten, wie nahe sich Josef und sein Vater Ja’akov gestanden hatten, und hielten es nicht für möglich, dass Josef - wäre er noch am Leben gewesen - in all diesen Jahren keinen Kontakt mit seinem Vater aufgenommen hätte. Würde er noch leben, so meinten sie, hätte er zumindest einen Brief geschickt.

Der Meschech Chochma zitiert eine Gemara [Ketubot 22b]: „Wenn eine Frau überzeugt ist, dass ihr Ehemann gestorben ist (denn wäre er noch am Leben, hätte er sie sicher kontaktiert), wird dieser Aussage ein gewisses Mass an Glauben geschenkt“. Also sagte Jehuda hier nicht absichtlich falsch aus.

Das Sefer Moschaw Zekeinim al HaTorah (verfasst von den Ba'ale HaTosfot) erwähnt die gleiche Frage, antwortet aber, dass die Brüder Josef schwören liessen, dass er Ja’akov nicht kontaktieren würde [Bereschit 37:28].

Wir stellen uns normalerweise vor, zwischen Josef und seinen Brüdern hätte ein Streit, wie er unter Geschwistern immer wieder vorkommt, geherrscht. In Chasal (unsere Weisen) sehen wir aber, dass die Brüder Josefs zuerst einen Psak Din, einen Gerichtsentscheid fällten. Darauf basierte dann der Verkauf. Die Brüder verurteilten Josef wegen seiner geistlichen Unzulänglichkeit, die sich in seinem Verhalten abzeichnete. Dieses Urteil beinhaltete neben dem Verkauf an die Ismaeliten den Schwur, nie dem Vater zu enthüllen, was ihm passiert war oder wo er sich befand. Josef schwor, wie dies von ihm verlangt wurde.

In anderen Worten, Jehuda konnte nicht annehmen, dass Josef seinem Vater nicht geschrieben hatte, weil er tot sei. Jehuda wusste sehr wohl, dass Josef nicht mit Ja’akov kommunizieren konnte, da ihn sein Schwur daran hinderte. Nach dieser Ansicht ist Raschi’s Erklärung korrekt - Jehuda sah sich gezwungen in dieser gefährlichen Situation zu einer Unwahrheit zu greifen.



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