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Eine scheinbar zufällige Verbindung des Wortes „KOH“ an verschiedenen Stellen gibt eine Quelle an, warum wir den Priestersegen verdienen. - (Rav Frand Lech Lecha 5780 – Beitrag 3)

Eine scheinbar zufällige Verbindung des Wortes „KOH“ an verschiedenen Stellen gibt eine Quelle an, warum wir den Priestersegen verdienen.

Ergänzungen: S. Weinmann

In der Parascha dieser Woche stehen die folgenden Pessukim [Verse]: „Nach diesen Geschehnissen erging das Wort G-ttes an Awram in einer Erscheinung: Fürchte dich nicht, Awram, ich bin dir ein Schild, dein Lohn wird sehr gross sein... Und Er führte ihn ins Freie und sprach: Schaue doch zum Himmel empor und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst! und so, sprach Er zu ihm, sollen deine Nachkommen sein. (KOH jihjeh Sar’echa).“ [Bereschit 15:1-5]

Zu Paraschat Lech Lecha gibt es einen interessanten Midrasch Rabba [43:8]. Dieser Midrasch spricht über den Grund, wieso das jüdische Volk den Priestersegen verdient. Der Midrasch bringt drei Meinungen. Wir beschränken uns hier auf die Ansicht von Rabbi Nechemja. Dieser meint, dass dieser Verdienst von Jizchak herrührt: Weil bei der Akejdah (der Opferung Jizchaks) steht: „Ich aber und der Knabe wollen bis zu diesem Ort (ad KOH) gehen“ [Bereschit 22:5]. Aus diesem Grund verdient das jüdische Volk den Priestersegen, der beginnt mit „(KOH tewarechu) So sollt ihr segnen die Kinder Israels“ [Bamidbar 6:23].

Der Midrasch mutet eher seltsam an. Wie kann eine scheinbar zufällige Verbindung des Wortes „KOH“ an zwei weit entfernten Stellen einen Grund für einen Verdienst darstellen?

Der Tiferet Zion gibt eine wunderschöne Erklärung: Zuerst beschreibt er einen Midrasch in Bamidbar, der erklärt, dass alle überhaupt möglichen irdischen und geistigen Segen in der Formel des Priestersegens enthalten sind. Der Midrasch fragt, warum wir dieses grosse Privileg haben, dass die Kohanim nicht poetisch, langfädig oder schöpferisch sein müssen; bereits durch das reine Rezitieren dieser Worte werden die Bedürfnisse eines jeden erfüllt? Der Midrasch antwortet, dass wir dieses Privileg wegen den Worten Awrams verdienten „Ich aber und der Knabe wollen bis zu diesem Ort (ad KOH) gehen.“ [Bereschit 22:5]

Der Tiferet Zion bemerkt, dass das Wort KOH bei der Akejdah nicht angebracht zu sein scheint. Eine flüssigere Schreibweise wäre „ad scham“ (ich und mein Kind wollen dorthin gehen). „Koh“ bedeutet aber „hier“, nicht „dort“. Der Tiferet Zion erläutert, dass Raschi deshalb erklärt, dass Awaham, als er bei der Akejda „ad KOH“ sagte, sich auf das Wort „KOH“ bezog, dass hier in Lech Lecha benützt wird – „KOH“ so (d.h. wie die Sterne) werden deine Kinder sein“.

Bei der Akejda scheint G’tt Awraham zu sagen, er solle seinen einzigen Sohn nehmen, den, auf den er alle seine Hoffnungen gebaut hatte, und solle ihn schlachten. Awrahams Reaktion ist: „Trotz alledem werden wir weitermachen „ad KOH“ – sich fragend, was wohl aus dem Segen von „KOH jihejeh Sar’echa“ (So sollen deine Nachkommen sein) werden wird.

Aber sogar, wenn wir nicht verstehen wie „KOH jihejeh Sar’echa“ erfüllt werden wird, ist dies nicht wichtig, weil wir alles bereitwillig auf uns nehmen „und sich vor G’tt verneigen und ihm dienen“ [Bereschit 22:5].

Sogar wenn uns eine Erklärung schwer verständlich scheint und wir viele Fragen haben und nicht verstehen können, was mit uns geschieht: Wir haben trotz alledem Glauben in den Segen von „KOH (wie die Sterne) werden deine Nachkommen sein.“ Wir lassen uns nicht abschrecken.

Wegen diesem Glauben an G’ttes Versprechen von „KOH“ verdient es das jüdische Volk den Priestersegen zu empfangen.

Der Priestersegen mit seiner magisch scheinenden Formel, die mit dem Wort „KOH“ beginnt, ist das Resultat des reinen Glaubens an G’ttes Versprechen, welches mit dem Wort „KOH“ einsetzt.

Quellen und Persönlichkeiten:

  • Midrasch Rabba (der grosse Midrasch): Grosse Sammlung von Erklärungen und Aggadot zum Chumasch der Tana’im (Mischnagelehrte) und Amora’im (Talmudgelehrte).
  • Rabbi Jitzchak Ze'ev Jadler (1843-1917); Miadal/Wilna, Horodna (Weissrussland), Jerusalem. Verfasser von Tiferet Zion auf Midrasch Rabba (18 Bände), Erklärungen zur Mischna (6 Bände), wie auch weitere Werke auf Chumasch (4 Bände) und Talmud (3 Bände). Vater des berühmten "Jerusalemer Maggid", Rabbi Ben-Zion Jadler.

 

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Die Bearbeitung dieses Beitrages erfolgte durch Mitarbeiter des Jüfo-Zentrums in Zürich

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