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Weshalb steht "und Haschem segnete ihn" am Ende des Passuks? - (Raw Frand Toldot 5780 – Beitrag 1)

Weshalb steht "und Haschem segnete ihn" am Ende des Passuks?

Paraschat Toldot erzählt uns einige kurze Episoden aus dem Leben unseres Vorvaters Jizchaks. Nach der Begebenheit mit Awimelech, dem König von Pelischtim, pflanzte Jizchak in jenem Land und – so erzählt es uns die Tora – dass jene Ernte hundertfach war (Meah-Schearim), von dem, was er normalerweise erwartet hätte, eine äusserst reichliche Ernte. Der Passuk schliesst mit den Worten „und Haschem segnete ihn“ [Bereschit 26:12].

Raw Eljakim Schlesinger macht die interessante Beobachtung, dass der Passuk in der falschen Reihenfolge zu sein scheint. Wir hätten erwartet, dass steht, Jizchak pflanzte, Haschem segnete ihn und er hatte eine grosse Ernte. Weshalb steht der Satzteil "Und Haschem segnete ihn" am Ende des Passuks, als wäre es ein nachträglicher Einfall, anstatt in der Mitte des Passuks als Grund für die Folge darauf, der reichlichen Ernte.

Schlomo HaMelech (König Salomon) schreibt, "Es gibt ein böses Übel, das ich unter der Sonne gesehen habe: Reichtum, geschützt zum Unglück seines Besitzers (schamur liW’alaw leRa‘ato)." [Kohelet 5:12] Manchmal besitzt ein Mensch grossen Reichtum, doch dieses Geld ist ein Fluch anstatt ein Segen. Was bestimmt, ob Reichtum ein Segen oder ein Fluch sein wird? Es kommt alles darauf an, was der Reichtum mit dem Menschen macht. Wenn es ihn dazu bringt, mehr Geld für Zedaka (wohltätige Zwecke) zu geben, wenn es ihn überzeugt, dass er weniger arbeiten und dafür mehr lernen kann, dann nimmt er diesen Reichtum und macht ihn zu einem Segen von Haschem. Es geschieht jedoch nur zu oft, dass der Reichtum den Menschen aufisst oder ihn zu einem eingebildeten Menschen macht, und dann ist der Reichtum ein Fluch. Anstatt sein Geld dazu zu benutzen, mehr Tora zu lernen, mehr Chessed zu tun und all die positiven Dinge zu tun, die man mit Geld tun kann, wandelt er es in einen Fluch um.

Vielleicht weist unser Vers in Toldot auf dieses Konzept hin. Jizchak wurde mit einer grossen Ernte gesegnet und die FOLGE davon war "Und Haschem segnete ihn". Raschi erwähnt, dass diese grosse Ernte in einer schweren Hungersnot kam. In jenen Tagen, wenn Hungersnot herrschte, so erhielten auch die Armen nichts. Die Armen können nur den Zehnten von den Reichen erhalten, den Ecken des Feldes (Pe’ah), die vergessen Ähren (Leket) und die vergessenen Garben (Schichecha) einsammeln. Wenn niemand zu Essen hatte, dann assen die Armen umso weniger.

Raschi sagt darauf, basierend auf einen Midrasch [Bereschit Rabba 64,6], dass das Abschätzen der erwarteten Ernte durch Jizchak nur aus diesem Grunde geschah, weil er den Zehnten den Armen verteilen wollte. (Sonst sollte man sein Geld und Vermögen weder messen noch zählen, wie unsere Weisen im Traktat Ta’anit 8b lehren). Dies ist ein Beispiel, wie man seinen Reichtum für Segen benutzt. Dies erklärt, weshalb "Und Haschem segnete ihn" am Ende des Passuks erscheint, anstatt in der Mitte. Der Segen war nicht die Ursache der erfolgreichen Ernte, sondern die Folge davon.

 

Quellen und Persönlichkeiten:

  • Raschi (1040-1105) [Rabbi Schlomo ben Jizchak]; Troyes (Frankreich) und Worms (Deutschland); „Vater aller TENACH- und Talmudkommentare“.
  • Rav Eljakim Schlesinger: Autor des Buchs Bejt Aw; Rosch Jeschiwa in London.

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Die Bearbeitung dieses Beitrages erfolgte durch Mitarbeiter des Jüfo-Zentrums in Zürich ________________________________________________________________

 

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