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Raw Frand zu Parschat Wajeze 5769

Der Zaddik flüchtet nicht; er verlässt den Ort (mit Würde und Zuversicht)

Am Schluss der letzwöchigen Parscha wird berichtet, dass Jizchak den Ja’akow zu seinem Onkel Lawan schickt, um eine Frau zu finden. Die Erzählung endet damit, dass Jizchak den Ja’akow segnet und der letztere sich nach Padan Aram aufmacht. Der Pasuk wirft dann ein, dass Ejsaw bemerkte, dass seine kena’anitischen Frauen in den Augen seines Vaters schlecht waren. Deshalb heiratete er Machalat, die Tochter von Jischma’el, dem Sohn Awrahams. [Bereschit 28:5-9]

Parschat Wajeze kommt auf die Schilderung von Ja’akows Abreise zurück und bestätigt "Ja’akow verliess Be'er Schewa." [Bereschit 28:10] Aus einer literarischen Perspektive würde es mehr Sinn machen, hätte der Pasuk nicht Ja’akows Abreise wiederholt, sondern sofort mit Ja’akows Traum begonnen: "Er kam an einen Ort..." in Pasuk 11. Es scheint fast, als ob die Torah durch die Bemerkung über Ejsaws Heirat ‘abgelenkt’ wurde und deshalb daran erinnern musste, was mit Ja’akow geschehen war.

Im Sefer (Buch) Be'er Josef von Rav Josef Salant steht, dass dieser Einschub ein Kompliment für Ja’akow Awinu ist. Wir bemerken einen grossen Unterschied zwischen den zwei Söhnen Jizchaks, in ihrer Fähigkeit, die richtigen Schidduchim (Heiratspartner) zu finden. Ja’akow muss nach Padan Aram reisen. Er muss mit dem berüchtigten Lawan verhandeln. Er wird von Lawan betrogen und muss schliesslich vierzehn Jahre arbeiten, um zwei Frauen zu bekommen, von denen er eigentlich nur eine hatte heiraten wollen. Ejsaw geht und heiratet Machalat, eins-zwei-drei!

Für diejenigen die Erfahrung im Verheiraten von Söhnen haben, ist dies gleichbedeutend, wie wenn man einen Sohn hat, der das erste Mädchen heiratet, das er je trifft, während der zweite von einer Stadt zur anderen reisen muss, eine Woche nach der andern, jahrelang, und keinen Schidduch findet.

Was sagen wir zu einem solchen Gegensatz? Vielleicht sagen wir: "Nu, manche Menschen haben es leicht und andere haben es schwer." Doch wer hat es leicht und wer hat er schwer? Der gerechte Ja’akow hat es schwer. Der verdorbene Ejsaw hat es leicht!
Gemäss dem Be'er Josef ist dies der Grund, weshalb die Torah die Worte "Wajeze Jakow" zu Beginn der Parscha benutzt. Das Verb Wajeze (und er ging hinaus) lehrt uns, dass Ja’akow den Entscheid des Allmächtigen nie hinterfragte, trotz der beachtlichen Schwierigkeiten, die er hatte, um – unter Berücksichtigung der Wünsche seiner Eltern – die passende Frau zu finden. Ja’akow beschwerte sich nie.

Raw Matisjahu Salomon fragt dazu: Wo sehen wir, dass Ja’akow sich bei Haschem nie über die Schwierigkeiten beklagte, die er hatte, um seinen Schidduch zu finden? Raw Matisjahu Salomon erklärt, dass wir dies aus dem Pasuk lernen "Und Ja’akow verliess Be'er Schewa und ging nach Charan." Dies lehrt uns, dass er glücklich und ruhig ging, immer mit einem Lächeln auf seinem Gesicht und ohne Reklamationen.

Wie sehen wir dies? Ein Pasuk in der Haftara spiegelt den Pasuk zu Beginn der Parscha wieder: "Ja’akow flüchtete (wajiwrach Ja’akow) zu den Feldern von Aram..." [Hosche’a 12:13] Die Wortwahl der Parscha (wajeze / wajelech) deutet an, dass er ruhig und zuversichtlich ging, nicht übereilt und gehetzt. "Wajiwrach Ja’akow Sedej Aram" bedeutet, dass er um sein Leben lief! Was stimmt?

Eigentlich flüchtete er, um sein Leben zu retten. Riwka sah, was geschah. Sie wusste, ihr Sohn Ja’akow würde in Todesgefahr sein, sollte er länger in Kena’an bleiben. "Also mein Sohn, höre auf meine Stimme und steh auf, flüchte zu meinem Bruder Lawan nach Charan." [Bereschit 27:43]

Beide Pesukim sind wahr. Er rannte tatsächlich um sein Leben, doch ihm schien es nicht so. Er erkannte, dass es ein Teil von Haschems Plan war. Haschem nahm ihn sozusagen an der Hand und sagte "Jankele, jetzt müssen wir zu den Feldern von Aram gehen, und dort wirst du deine Frau finden. Ich führe dich." Obwohl er effektiv flüchtete, sah er es als eine Abreise in Würde und mit einem Ziel. Er sah keinen Grund zu Sorge.

Es besteht kein Unterschied zwischen allen Reisen unseres Lebens, ob wir eine Feuersäule haben in der Nacht, die uns führt, wie es beim Exodus aus Ägypten war, oder ob unsere Reise einer anderen ‚Reise‘ des Klal Jisrael im Galut (Exil) ähnelt in all diesen Tausenden von Jahren. Es ist immer dasselbe. Ob es offensichtlich ist oder nicht, Haschem führt uns an der Hand.

Er bereitet die Schritte aller Menschen vor (hamejchin Miz'adej Gawer). Sollten wir zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort sein, so wird Haschem dafür sorgen, dass dies geschehen wird. Es war Ja’akow Awinus unglaubliches Vertrauen und sein Glaube in den Allmächtigen, die es ihm gestatteten, alles so zu nehmen, wie es kam, all die Prüfungen und Schwierigkeiten, denen er begegnete, als er seinen Frau suchte.

Mit dieser Einstellung konnte Ja’akow hier ruhig und würdevoll abreisen, wie es durch das Wort "wajeze" angedeutet wird; dies in einer Situation, in welcher eigentlich ein "wajiwrach" (fliehen, um sein Leben zu retten) angebracht gewesen wäre.

Letztens nahm ich an einem Dinner der Telser Jeschiwa in Chicago teil. Der dortige Rosch Jeschiwa Rav Levine sprach über die Vergangenheit von Tels. Raw Awraham Chaim Levine war noch sehr jung, als man die Telser Jeschiwa in Cleveland, Ohio gründete. Er erinnerte sich, was Raw Elja Meir Bloch in den Anfangstagen der Jeschiwa in Amerika gesagt hatte.

Raw Elja Meir Bloch sah mit eigenen Augen, wie die Telser Jeschiwa in Europa mit beinahe all ihren Schülern von den Nazis verbrannt wurde. Die Telser Jeschiwa in Europa und ihre Schüler wurden vernichtet. Zwei der Rosche Jeschiwa, Raw Elja Meir Bloch und Raw Mottel Katz wurden durch ein Wunder gerettet.

Als Raw Elja Meir als Flüchtling in die USA kam, ganz ohne Familie, beschloss er, eine Jeschiwa zu gründen. Er beriet sich mit Raw Teitz in New Jersey. Sie fasteten, damit es ihnen vergönnt sei, die richtige Stadt auszuwählen. Die Wahl fiel auf Cleveland, Ohio.

Manche Leute wandten ein: "Wie kannst du eine neue Jeschiwa gründen? Du bist neu hier! Du bist ein Flüchtling. Du kannst keine neue Jeschiwa gründen in einem fremden Land!" Raw Elja Meir antwortete wie folgt: Als der zukünftige König Dawid nicht wusste, ob König Saul beabsichtige, ihn zu töten, vereinbarte er ein Zeichen mit dem Sohn des Königs, Jonathan (beschrieben in der berühmten Haftara von 'Machar Chodesch'): "Wenn ich (Jonathan) dies sage zum Jungen: 'Siehe, die Pfeile sind weiter als du!', dann gehe (lech), denn dies ist ein Zeichen, dass Haschem dich wegschickt." [Schmuel I 20:22].

Der Pasuk benutzt nicht den Ausdruck "berach" (flüchte), sondern "lech" (gehe). "Denn dies ist ein Zeichen, dass Haschem dich fortgeschickt hat." Dies gehört zu Deinem Auftrag vom Allmächtigen. Dies bedeutet, dass Haschem dich an deiner Hand führt und dir sagt: „Dies ist, wohin du gehen sollst.“ Dies gehört zur Lichtsäule, die dich in der Nacht leitet. Vielleicht erkennt man es nicht sofort, wenn die Dinge nicht gut aussehen, doch eigentlich ist alles dasselbe. Der Zaddik macht vertrauensvoll weiter sogar in den schwärzesten Momenten, sicher in seinem Glauben, dass Haschem ihn optimal führt.



Rav Frand, Copyright © 2008 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum.

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