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/Paraschat Pinchas

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Raw Frand zu Parschat Wa'era 5766 (Beitrag 1)

Mosche und Aron liessen ihre Aufgabe nie zur „Karriere“ werden

Am Ende des Abschnitts, in dem der Stammbaum von Mosche und Aron aufgeführt wird, sagt der Passuk: „Das sind Aron und Mosche, zu denen der Ewige gesprochen hatte: „Führet die Kinder Israels nach ihren Scharen aus dem Lande Ägypten.““ [Schemot 6:26] Raschi hebt hierzu hervor, dass es in der Torah Stellen gibt, an denen der Name Arons vor demjenigen von Mosche, und solche, an denen der Name Mosches vor demjenigen von Aron geschrieben steht. Dies lehrt uns, dass beide gleich bedeutend waren. Obwohl es Mosche war, der mit der Aufgabe betraut wurde, die Juden aus Ägypten hinauszuführen, waren doch beide Brüder dieser Aufgabe würdig.

Im nächsten Passuk sagt die Torah: „Das sind diejenigen, welche mit Pharao, dem König von Ägypten, sprachen, um die Kinder Israels aus Ägypten zu führen; das sind Mosche und Aron.“ Die unnötige Erwähnung von Mosche und Aron im zweiten Passuk (27), nachdem sie gerade eben die Hauptfiguren im vorangehenden Passuk (26) waren, wird von Raschi wie folgt kommentiert: Diese überflüssige Erwähnung lehrt uns, dass sie ihrer Aufgabe unerschütterlich nachgingen und in ihrer Aufrichtigkeit von Anfang bis Ende standfest blieben. Während allen Ereignissen beim Auszug aus Ägypten und den schweren Belastungen und Prüfungen in der Wüste blieben Mosche und Aron dieselben. Sie veränderten sich nicht. Sie blieben ihrem Auftrag und ihrer Geradheit treu.

Rav Elja Meir Bloch beschreibt einen grundlegenden menschlichen Charakterzug: Oft sind unsere Absichten rein und selbstlos, wenn wir eine Aufgabe oder ein Vorhaben beginnen. Wir machen es nur um des Himmels willen (le’schem Schamajim). Nach geraumer Zeit aber, wenn ein Mensch sich in eine Institution oder ein Vorhaben vertieft, wird es oft „für ihn selbst“ anstatt für die ursprüngliche edle Absicht.

Dies trifft auch im Berufsleben zu. Menschen wählen Berufe – Recht oder Medizin zum Beispiel – oft aus den selbstlosesten Gründen heraus. Sie wollen den Menschen helfen; sie wollen der Menschheit helfen; sie wollen die Armen verteidigen, und so weiter und so fort. Aber im Laufe des Aufbaus einer Praxis oder eines Geschäfts bekommen oftmals andere Überlegungen Vorrang. Plötzlich machen sie es nicht mehr nur um des Himmels willen oder aus den selbstlosen Gründen heraus, mit denen sie begannen. Es ist nicht mehr länger die edle Berufung an und für sich. Es ist das „Ich“. Es ist mein „Ego“.

Menschen beteiligen sich an einer Schul (Synagoge), an einer Schule oder an anderen Institutionen. Sie beginnen le schem Schamajim. Sie bringen aber soviel von sich selbst mit ein, dass es aufhört eine unabhängige Institution zu werden; stattdessen wird es ein Teil des Menschen (mit allem persönlichen „Gepäck“, welches die betreffende Person mitbringt).

Chasal (unsere Weisen) machen uns darauf aufmerksam, dass Mosche Rabbejnu, als er das Angebot erhielt, das jüdische Volk aus Ägypten hinauszuführen, zuerst mit den Worten reagierte: „Nicht ich. Diese Ehre steht Aron zu. Er ist mein älterer Bruder. Er ist genauso würdig für diese Aufgabe wie ich.“ Mosche begann seine Berufung mit der edelsten Absicht. Aron begann auch mit der besten Absicht. Er war nie auch nur ein Jota eifersüchtig auf seinen jüngeren Bruder. Als Mosche von Midian zurückkehrte und Aron ihn grüsste, empfand er Freude in seinem Herzen [Schemot 4:14]. Beide Brüder begannen ihre Arbeit mit der edelsten und reinsten Absicht.

Die Errungenschaft von Mosche und Aron ist jedoch, dass sie die gleichen blieben – bei der Ausführung ihrer Aufgabe behielten sie ihre Aufrichtigkeit und Selbstlosigkeit. Mosche und Aron liessen ihre Aufgabe nie lediglich zu ihrer Karriere werden. Sie liessen nicht zu, dass ihr Ehrgeiz ihre Tätigkeit überschattete.

Der Beweis für die Selbstlosigkeit von Mosche liegt in der Tatsache, dass er die Luchot (steinerne Gesetzestafeln) zerbrach. Hätte er auch nur ein Jota Eigensinn gehabt, hätte Mosche die Luchot nicht zerbrochen, nachdem er sich 40 Tage und 40 Nächte übermenschlich angestrengt und gefastet hatte, um sie zu erhalten. „Ich soll die Luchot zerbrechen? Nein! Ich habe viel zu viel für sie getan, als dass ich sie zerbrechen könnte.“ Er überkam seine natürliche Regung, weil er sein Selbstbewusstsein nie grösser als die Aufgabe werden liess. Er blieb seiner Aufgabe und seiner Aufrichtigkeit treu.

Es ist sehr wichtig, sich dies vor Augen zu halten, wenn wir uns an Gemeindeaktivitäten und Institutionen beteiligen. Die Aufgabe muss immer grösser sein als wir selbst. Wir müssen immer fähig sein, uns zurückzustellen und zu fragen: „Was fordert die Aufgabe? Was ist gut für die Institution?“, anstatt unsere eigene Genugtuung überhand nehmen zu lassen.


Quellen und Persönlichkeiten:
Rav Elja Me'ir Bloch (1895 – 1955): Rosch Jeschiwa in Tels, Litauen, und Cleveland, USA.



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