Tischrej
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Raw Frand zu Parschat Wa'era 5769

Mosches 'schlechte' Wortwahl

Die Parscha beginnt damit, dass Haschem Mosche Rabbenu mitteilt, "Ich bin Haschem. Ich bin Abraham, Jizchak und Ja’akov als Kejl Schakaj (G“tt, der Allmächtige) erschienen, aber mit meinem Namen Haschem bin ich ihnen nicht bekannt geworden." [Schemot 6:2-3]. Der Midrasch bemerkt dazu interessanterweise: Haschem bedauerte den Verlust der unersetzlichen Patriarchen. "Oft habe Ich Mich den Patriarchen mit anderen – weniger vertraulichen – Namen offenbart, doch sie haben Mich nie in Frage gestellt”.

"Ich habe Awraham das ganze Land Israel versprochen. Als er jedoch seine Frau Sarah begraben wollte, konnte er den Grabplatz nur mit einer grossen Summe Geldes erwerben. Aber er klagte nicht und stellte keine Fragen."

"Ich sagte zu Jizchak, dass er in diesem Land leben sollte, denn Ich würde es ihm und seinen Nachkommen geben. Jizchak konnte das lebenswichtige Wasser nicht finden, ohne von den Hirten von Gerar wegen der Quellen bedrängt zu werden. Doch er klagte nie und stellte auch keine Fragen."

"Ich versprach Ja’akow das ganze Land. Ja’akow konnte keinen Ort finden, um sein Zelt aufzustellen, bis er einen Platz für einhundert Kesita von Chamor ben Schechem kaufte. Und doch stellte Ja’akow Mir nie Fragen."

"Doch du äusserst Klage. Die Situation verschlechtert sich, nachdem Ich dich zu Pharao geschickt habe, und du protestiert und zweifelst daran, ob Ich wisse, was Ich tue.“

Zu Mosches Entlastung könnten wir argumentieren, dass die Situationen nicht miteinander zu vergleichen sind. Mosche Rabbenu war sicherlich nicht unzufrieden. Er war keiner, der sich immer beschwerte – er war ein Führer.

Die Patriarchen machten persönliche Rückschläge und Enttäuschungen durch. In solchen Situationen darf ein Mensch nicht klagen. Ein Mensch muss das Urteil von Haschem akzeptieren. Mosche hingegen sagte nicht, "Es ist schwierig für mich". Mosche ist der Führer schlechthin, der treue Hirte. Mosches Klage und Bedenken ist im Interesse des Volkes. Eine solche Klage ist berechtigt. Dies gehört zu Mosches Aufgaben. Er hatte der Fürsprecher der Jehudim zu sein.

Was war die Ursache, dass Haschem das Verhalten von Mosche nicht billigte? Schliesslich sagte Haschem nichts, als Mosche nach der Sünde des Goldenen Kalbes sagte "lösche mich aus Deinem Buch aus". Als Mosche das Volk während der ganzen Zeit in der Wüste verteidigte, hatte Haschem nichts dagegen. Dies war Mosches Job. Hier aber, so sagt der Midrasch, beanstandete Haschem Mosches Verhalten. Weshalb?

Die Antwort ist, dass Mosche Rabbenu hier die falschen Worte benutzte - "Weshalb hast Du Schlechtes (HAREOTA) diesen Leuten getan... Seitdem ich zu Pharao gekommen bin… (HEJRA) behandelt er (Pharao) dieses Volk noch schlechter" [Schemot 5:22-23]. Das Sagen oder Andeuten, dass Haschem zum Volk 'schlecht' (RA) gewesen ist, ist unangebracht. Dies war Haschems Rüge.

Haschem sagte Mosche, was immer Haschem tut ist gut. Ob wir es verstehen oder nicht, schliesslich führt ALLES, was Haschem tut, zum Guten, das daraus entstehen wird.

Es gibt manchmal Situationen im Leben, da es sehr schwierig wird, – ja, es scheint gar unmöglich - nachzuvollziehen, was hier wohl gut sein mag. Doch gerade hier ist der Jehudi gefordert. Das sagte Haschem zu Mosche. Die Patriarchen erwähnten nie das Wort 'schlecht’ (RA). Es mag schwierig sein. Man kommt manchmal in Versuchung. Man kann viele Adjektive benutzen, um die Himmlische Führung zu beschreiben, doch nicht 'schlecht'.

Als Ja’akow zu Pharao kam und dieser ihn nach seinem Alter fragte, antwortete Ja’akow "Die Tage meines Lebens waren wenig und schlecht…“ [Bereschit 47:9].

Gemäss dem Midrasch hatte Ja‘akow diese Worte kaum ausgesprochen, als, Haschem ihm sagte, "Ich rettete dich vor Ejsaw und Lawan und ich gab dir Dina und Josef zurück - und nun beklagst du dich, dass deine Jahre wenig und schlecht waren? Dein Leben wird um die Anzahl deiner Worte verkürzt werden."

Doch die Frage muss gestellt werden – hatte Ja’akow nicht recht? Es stimmt, er wurde gerettet und seine Kinder kehrten zu ihm zurück. Doch wären die Zarot (Leiden) wegen Ejsaw nicht gewesen, so hätte Ja’akow auch nicht gerettet werden müssen. Es stimmt, er wurde vor Lawan gerettet – doch wer brauchte diese zwanzig Jahre Aufregungen?

Die Antwort ist wiederum, Ja’akows Leben war vielleicht bitter – doch es war nicht schlecht. Aus jedem Ereignis kam etwas Gutes heraus. Der Kampf mit Ejsaw entwickelte die Fähigkeit des jüdischen Volkes, um mit Ejsaws Nachkommen in zukünftigen Generationen zurechtzukommen. Dass Josef nach Ägypten hinunterging, ebnete schliesslich den Weg für die Rettung der Nation. Dies waren die schwierigen, anstrengenden, ja unverständlichen Ereignisse – doch sie waren nicht ‚schlecht‘. ‚Schlecht‘ war ein unangebrachtes Wort.

Vom Chafez Chajim stammt folgendes Gleichnis: Manchmal nehmen wir eine Medizin und sie schmeckt furchtbar bitter. Die Medizin heilt die Krankheit. Welches Wort benutzen wir, um die Medizin zu beschreiben? Bitter - ja; schlecht - nein! Manchmal geschehen Dinge im Leben, worauf man als erste Reaktion versucht ist zu sagen, sie seien schlecht, furchtbar. Doch ein Jehudi muss glauben, dass alles, was Haschem tut, ultimativ gut ist. Schliesslich wird es gut sein.

"Und Elokim (– Das Attribut für den richtenden G"tt) sagte zu Mosche: 'Ich bin Haschem' (das Attribut für den gnädigen G"tt)" [Schemot 6:2]. Schliesslich müssen wir glauben, dass alle Schwierigkeiten, die wir aus unserer begrenzten Sichtweise nicht erklären können, einen Sinn ergeben.

Das Paradebeispiel dieses Konzepts ist das jüdische Exil in Ägypten. Unsere Weisen sagen uns, dass Mosche Rabbenu für die Jehudim Megillot schrieb, welche sie am Schabbat lasen. Pharao versuchte die Jehudim daran zu hindern, diese Megillot [Schriftrollen] am Schabbat zu lesen [Schemot Rabba 5:9].

Was waren diese Megillot? Was stand darin?

Raw Ja’akow Kaminetzky meint dazu folgendes: Der Talmud [Babba Batra 14b] sagt, dass Mosche Rabbenu elf Kapitel der Psalmen [Tehillim 90 - 100] verfasst hat. Dies waren die Schriften, welche die Jehudim in Ägypten lasen. Eines der Kapitel war „Ein Psalm für den Schabbat-Tag" [Tehillim Kapitel 92]. Wenn man aber dieses Kapitel genauer anschaut, dann wird man feststellen, dass Schabbat darin überhaupt nicht erwähnt wird. Was ist dann die Verbindung mit Schabbat? Raw Ja’akow Kaminetzky sieht die Verbindung darin, dass die Jehudim in Ägypten dieses Kapitel am Schabbat lasen.

Und weshalb lasen sie gerade dieses Kapitel? Tehillim 92 beinhaltet die Worte "Ein dummer Mann versteht nicht und ein Tor sieht dies nicht ein, wenn Böse wie Gras aufblühen und Frevler spriessen..." Diese Worte stellen das Konzept vor, dass "Schlechte Dinge dem Zaddik (Gerechten) geschehen; und gute dem Rascha (Bösen)". Verständlicherweise lastete dieses Thema schwer auf den Jehudim in Ägypten. "Was geschieht? Wir sind gut. Die Ägypter sind schlecht. Weshalb sind wir Sklaven? Wir verdienen dies nicht."

Mosche Rabbenu verfasste diesen Psalm, welcher das Prinzip des Erfolgs der bösen Menschen beschreibt. Jahre später wäre es möglich gewesen zu sehen, wie das ägyptische Erlebnis uns zu einem besonderen Volk formte. Solange sie aber unterdrückt waren, ohne zeitliche Distanz und die Möglichkeit zurückzublicken, konnten sie in der Sklaverei weder einen triftigen Grund geschweige denn eine positive Wirkung erkennen. Solche Lebensphasen müssen oft eine Sache des Glaubens bleiben. Wir müssen diesen Glauben behalten, und wissen, dass wir schliesslich das Gute in allem sehen werden.



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