Cheschwan
/Paraschat Chaje Sara

Raw Frand zu Parschat Wa'era 5770

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Die Plage des Hagels wird in dieser Parscha vorausgesagt mit den folgenden Worten: "Siehe zu dieser Zeit morgen werde Ich einen sehr schweren Hagel regnen lassen, wie es noch nie in Ägypten war vom Tag an, da es gegründet wurde bis heute. Und jetzt, schicke hinaus; sammelt euer Vieh und alles, was ihr auf dem Feld habt. Alle Menschen und Tiere, welche sich auf dem Feld befinden und nicht ins Haus genommen werden – der Hagel wird auf sie fallen und sie werden sterben [Schemot 9:18-19]

Die Torah sagt in den zwei nächsten Pesukim aus: "Wer unter den Dienern von Pharao das Wort von Haschem fürchtete, liess seine Diener und sein Vieh in die Häuser flüchten. Und wer das Wort von Haschem nicht zu Herzen nahm – er liess seine Diener und sein Vieh auf dem Feld."

Chasal sagen, dass der Ausdruck "wer das Wort von Haschem fürchtete” sich auf Ijow bezog und der Ausdruck "wer sich das Wort von Haschem nicht zu Herzen nahm" auf Bileam (welche beide – so lernen wir an anderer Stelle – Berater von Pharao waren).

Früher schon haben wir bemerkt, dass der Pasuk "und wer sich das Wort von Haschem nicht zu Herzen nahm..." uns einen fundamentalen Einblick in den Charakter von Bileam gibt. Hagel war schon die siebte Plage. Zu diesem Zeitpunkt musste man schon sehr stumpfsinnig sein, um nicht zu verstehen, dass Haschem meinte, was Er sagte. Wenn Mosche Rabbejnu einen katastrophalen Hagelsturm androhte, welcher alle Tiere ohne Dach über dem Kopf töten würde, so konnte man sicher sein, dass dieser Sturm kommen würde. Nach sechs vorherigen Plagen, wie konnte irgendjemand noch bezweifeln, dass was Mosche voraussagte, auch geschehen würde?

Die Antwort liegt in den Worten "nahm das Wort von Haschem nicht zu Herzen". Unter uns Menschen besteht eine Fähigkeit, total immun gegen Anreize zu sein. Menschen können sich
völlig von Botschaften abschotten, welche fortwährend geschehen. Ein Mensch kann so unempfänglich sein für offenbare Fakten, dass er es nicht einmal verstehen würde, wenn ihm jemand einen Tennisschläger auf den Kopf hauen würde! Er nimmt sich die Worte von Haschem einfach nicht zu Herzen.

Wen Bileam die Verkörperung eines Menschen ist, der es einfach nicht kapiert, egal was er sieht, so ist Mosche Rabbejnu am anderen Ende des Extrems.

Der Rosch Jeschiwa, Raw Jakow Weinberg sz"l, sagte einmal das Folgende: Von Parschat Schemot bis zu Parschat WeSot HaBracha (was den Grossteil des Chumasch ausmacht), dreht sich die Erzählung der Torah hauptsächlich um die Persönlichkeit von Mosche Rabbejnu. Mit der Ausnahme von Parschat Tezawe (wie es von den Kommentatoren diskutiert wird) kommt Mosches Name oft in jeder Parscha der vier letzten Bücher der Torah vor. Es existieren jedoch sehr wenige Details in den Pesukim der Torah, welche diese Hauptfigur in unserer Religion vorstellen. Und über die ersten achtzig Jahre seines Lebens wird uns sehr wenig erzählt! Deshalb, sagte Raw Weinberg, muss es jedes Mal sehr wichtig sein, wenn uns die Torah ja ein Detail aus Mosches Leben erzählt und über wie er wurde wer er war.

Einer der ersten Male, wenn die Torah etwas über Mosche erwähnt, ist beim brennenden Busch. Nachdem die Torah beschreibt wie der Dornbusch brannte ohne verzehrt zu werden, schreibt Torah: "Und Mosche sagte: "Lass mich gehen und diesen grossen Anblick untersuchen – weshalb verbrennt der Busch nicht?" [Schemot 3:3]. Raw Weinberg sagte, von hier sehen wir den Teil in Mosche Rabbejnu, der ihn zum grossen Menschen machte, der er war. Er war sensitiv zu den fortwährenden Anreizen. Mosche Rabbejnu ist das genaue Gegenteil von Bileam. Mosche suchte immer nach Botschaften von Haschem. Wann immer etwas Bemerkenswürdiges geschah, stellte Mosche sicher, es zu untersuchen, zu analysieren und zu sehen, welche Bedeutung er aus diesem Ereignis ziehen konnte.

Der Chofez Chaim bemerkte einmal etwas Einzigartiges über Parschat Balak, was wirklich die Geschichte über den bösen Bileam war. Es gibt nicht einen einzelnen Unterbruch (was durch ein Samech "geschlossener Unterbruch" oder ein Pej "offener Unterbruch" angedeutet wird) in der gesamten Erzählung ab Balak den Bileam einlädt bis Bileam geht und heimkehrt. Es ist sehr ungewöhnlich, dass vier aufeinander folgende Reihen in der Torah keinen einzelnen “Unterbruch” beinhalten.

Der Chafez Chaim erklärte, dass die "Samech" und "Pej" in der Torah anzeigen, wann Mosche Zeit gegeben wurde um Nachzudenken, als die Torah ihm auf dem Har Sinaj übergeben wurde. Mosche brauchte Zeit zwischen den Abschnitten, um nachzudenken und sich zu prüfen, um inne zu halten und das Material zu verinnerlichen. Mosche Rabbejnu – die Verkörperung von "lass mich untersuchen, was dieser (brennende Busch) mir sagt“ – brauchte Pausen im Text. Bileam, der so begriffsstutzig ist, dass er mit "wer es sich nicht zu Herzen nimmt" beschrieben wird (in Verbindung mit der Hagel Plage), Bileam, der so unempfänglich ist für himmlische Botschaften, dass sein Esel zu ihm sprechen kann und er trotzdem nicht reagiert, braucht keine Pausen im Text. Egal ob es Pausen gibt oder nicht, Bileam würde direkt hindurch rennen, ohne nachzudenken oder sich zu prüfen.

Dies versucht uns die Torah hier zu lehren. Ein Mensch muss offen sein für Anreize. Er muss auf seine Botschaften hören.

Eine Frau schrieb mir vor kurzem einen schönen Brief als Antwort auf mein Buch ("Listen to your Messages"; Mesorah 1999):

"Dieses Jahr, in der Woche nach Sukkot, war ich im Newark Flughafen, um mich von meinem Sohn und seiner Familie zu verabschieden, die zurück nach Erez Jisrael flogen, wo sie wohnen. Wir haben eine Tochter, welche einen Schidduch braucht. Vor unserem Sohn – auch in der Reihe – stand ein junger Mann mit seinem Vater. Einige Leute hatten schon diesen jungen Mann als Schidduch für meine Tochter vorgeschlagen. Irgendwie hatten wir immer gefühlt, dass es nicht passte und hatten nicht darauf gehört. Aus irgendeinem Grund war die Sicherheitsüberprüfung an beim EL AL Schalter in Newark anders als ich es je gesehen hatte. Ich stand in einer Position, in der ich den jungen Mann beobachten konnte und da die Überprüfung sehr langsam voranschritt, beobachtete ich ihn für einige Zeit. Ich begann an Ihr Buch zu denken und an den Titel und dass dies vielleicht eine Botschaft war, der ich zuhören sollte. Der Rest ist Geschichte. Wir riefen einen der Schadchanim an, welcher uns die Details gab. Alles tönte wundervoll. Es dauerte nicht lange und das Paar war verlobt und dann verheiratet."

Ich sage dies nicht als Werbung für mein Buch, doch das Konzept existiert sicherlich, dass ein Mensch offen sein muss, für was um ihn herum geschieht. Wie alles andere im Leben kann auch dies übertrieben werden. Wenn der Angestellte im Supermarkt einem ein Kompliment für die Krawatte macht, so soll man nicht zu viel Zeit darüber verschwenden, herauszufinden, was dies bedeutet. Es bedeutet wahrscheinlich nicht mehr, als dass man eine schöne Krawatte anhat.

Andererseits können wir nicht stumpfsinnig sein. Wir wollen uns nicht in der Kategorie der Menschen vorfinden, welche "sich das Wort von Haschem nicht zu Herzen nehmen." Jemand der – wenn die Situation dies verlangt – versuchen wird herauszufinden, was Haschem ihm sagt, wird in den Fusstapfen unseres grossen Lehrers Mosche gehen, über den es steht "lasst mich gehen und untersuchen die Bedeutung dieses grossen Wunders, welches ich sehe."



Rav Frand, Copyright © 2010 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum.

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