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Das Leben ist freundlicher zu denjenigen, der nicht verbittert ist (Rav Frand Beschalach 5782 - Beitrag 1)

Rav Frand zu Paraschat Beschalach 5782 - Beitrag 1

Das Leben ist freundlicher zu denjenigen, der nicht verbittert ist

Wir lernen in der Parascha: „Sie kamen nach Marah, konnten jedoch das Wasser von Marah nicht trinken, denn es war bitter („ki marim hem“ – wörtlich: denn sie waren bitter); daher nannte man den Ort Marah.“ [Schemot 15:23]

Auf klassische chassidische Art, auch gemäss Kotzker Erklärungsweise, übersetzt Rabbi Menachem Mendel von Kotzk die Worte „ki marim hem“ („weil sie bitter waren“), dass sie sich nicht auf das Wasser, sondern auf die Menschen beziehen. Verbitterte Menschen werden an allem etwas aussetzen. Ein Mensch mit einer negativen und verbitterten Haltung wird immer einen Grund dafür finden, weshalb er das Wasser nicht trinken kann, auch wenn es noch so gut schmeckt.

Die innere Einstellung ist im Leben sehr ausschlaggebend. Für verbitterte Leute ist alles bitter und Menschen, die nicht verbittert sind, stehen alle Möglichkeiten offen. Eine Binsenwahrheit in unserem Leben sagt, dass es nur zwei Arten von Menschen auf dieser Welt gibt: Jene, welche das Glas als halbvoll und jene, welche das Glas halbleer sehen.

Der Beweis für diesen Fakt ist das Man (Manna). Es gab nichts Schmackhafteres in der Geschichte der Menschheit als das Man. Es gab keinen Abfall davon, alles wurde vom Körper aufgenommen! Es machte nie Bauchweh. Es war wohlschmeckend. Gemäss unserer Weisen bekam es den Geschmack, den die jeweilige Person sich wünschte. Wenn sie gern milchig ass, war es milchig; wenn ihr Sinn nach Fleisch stand, schmeckte es nach Fleisch. Es konnte geistig erheben. Wie konnte man sich nur über das Man beklagen? Und doch sagten die Menschen: „Wir können es nicht mehr länger ertragen – Man zum Frühstück, Man zum Mittagessen, Man zum Abendessen – das ist zu viel! Das Man hängt uns schon zum Halse hinaus!“

In Paraschat Beha’alotecha werden die Klagen genau aufgezählt: „Das zusammengelaufene Gesindel unter ihnen bekam allerlei Gelüste; da kehrten sich auch die Kinder Israel’s nach ihnen und sie weinten gemeinsam und sagten: ‚Wer wird uns Fleisch zu essen geben? Wir denken noch an die Fische, die wir in Ägypten umsonst essen konnten, die Gurken, die Melonen, den Lauch, die Zwiebeln und den Knoblauch. Jetzt aber ist unsere Seele ausgetrocknet, nichts ist da! nur auf das Man blicken unsere Augen.’“ [Bamidbar 11:4-6]

Die Torah fährt im nächsten Passuk fort: „Das Man aber war wie Koriandersamen und sah aus wie   Bedolach (Edelstein/Kristall).“ [Bamidbar 11:7]

Raschi sagt dort zu dieser Stelle: „Derjenige, der das Vorherige (die Klagen) sagte, sagte nicht das Zweite. Israel sagte: ‚Wir haben nichts vor unseren Augen ausser dem Man’ und der Heilige, gelobt sei Er, liess in die Torah schreiben: ‚Das Man war wie Koriandersamen…’ Das heisst: ,Seht Menschen, worüber meine Kinder murrten. Das Man ist doch so schmackhaft.’“

G’tt sagte also: „Der Bericht soll die Tatsachen festhalten. Der Bericht soll verlautbaren, worüber sich meine Kinder beklagen. Die Menschheit soll ein für alle Mal wissen, dass Menschen, welche es fertigbringen, sich über das Man zu beklagen – das wunderbarste Nahrungsmittel, das dem Menschen je gegeben wurde – alles bemängeln werden!“

Was ist die Ursache für die Klagen? SIE waren bitter. Das Problem lag nicht beim Wasser oder beim Man. Das Problem lag beim Volk. Für verbitterte Leute hat alles keinen Wert. Für positive Menschen ist alles wunderbar.

Quellen und Persönlichkeiten:

Raschi (1040-1105) [Rabbi Schlomo ben Jizchak]; Troyes (Frankreich) und Worms (Deutschland); „Vater aller TENACH- und Talmudkommentare“.

Rabbi Menachem Mendel von Kotzk (1787-1859); Chassidischer Rebbe; Lublin, Kotzk; Polen. Bekannt für seine scharfsinnigen Sprüche.

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Die Bearbeitung dieses Beitrages erfolgte durch Mitarbeiter des Jüfo-Zentrums in Zürich

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