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Beim Einsammeln des Manna zeigte sich der Unterschied zwischen "Erwachsenen" und "Kindern" (Rav Frand, Beschalach 5783 - Beitrag 2)

Rav Frand zu Paraschat Beschalach 5783 - Beitrag 2

 

Ergänzungen: S. Weinmann


Beim Einsammeln des Manna zeigte sich der Unterschied zwischen "Erwachsenen" und "Kindern"

Chasal (unsere Weisen) lehren uns im Talmud [Traktat Joma 75a], dass zusammen mit dem Man (Manna) auch Edelsteine und Diamanten auf die Erde fielen; von diesen konnte dann das jüdische Volk für den Bau des Mischkan’s (Stiftzelt) spenden. In einem interessanten Midrasch wird erzählt, dass nur die aristokratischsten Menschen der Nation ("Gedolim sche'bahem") hinausgingen um diese Edelsteine und Diamanten einzusammeln. Die einfacheren Gemüter, die grosse Mehrzahl, kümmerten sich nur um das Manna.

Dies ist sehr erstaunlich. Jeder schätzt ein gutes Geschäft – besonders kostenlose Diamanten! Wieso zogen nur die führenden Persönlichkeiten Nutzen aus diesen kostenlosen Schätzen?

Ich vernahm von Rav Michel Twerski aus Milwaukee einmal eine interessante Beobachtung. Er wies auf die einzigartigen wirtschaftlichen Verhältnisse hin, die in der Wildnis herrschten. Es war die einzige Zeit in der Menschheitsgeschichte, da eine Gesellschaft existierte, in der für alle materiellen menschlichen Bedürfnisse gesorgt war. Speise erhielt man vom Himmel ohne sich abzumühen. Wasser bekam man mühelos vom Brunnen. Die Kleidung nützte sich nicht ab; man musste sich deshalb nicht um neue Kleider kümmern. Die Kleider wuchsen mit den Kindern mit. Die Wolken des Schöpfers sorgten für die Reinigung der Kleider, für die Regulierung der Temperatur und für den allgemeinen Schutz rundherum. Es ist wohl anzunehmen, dass G'tt auch noch die Gesundheitsversicherung als Zusatzleistung beisteuerte. Hier hatten wir eine Gemeinschaft, die keine weiteren Bedürfnisse hatte.

Warum braucht jemand, der keine Bedürfnisse mehr hat, noch Edelsteine? Was konnte man in der Wildnis damit anfangen? Es gab nichts zu kaufen und man brauchte nichts zu kaufen. Aus diesem Grund betrachteten die Menschen die Edelsteine und stellten fest, dass sie für sie keinen Nutzen hatten; somit waren sie wertlos.

Die Grossen unter ihnen wussten jedoch, dass einmal der Zeitpunkt kommen würde, da für den Bau des Mischkan’s (Stiftzelt) und für die "Bigdej Kehuna" (heilige Gewänder des Hohepriesters) die Spende von Edelsteinen nötig sein wird.

Der Midrasch lehrt uns, dass Weitsicht die Führerpersönlichkeiten von der grossen Masse abhebt. Ein Mensch, der nicht über seine Nasenspitze hinaussieht, der nur daran denkt, was er heute braucht, gehört nicht zu den Führungspersönlichkeiten. Ein Führer merkt, dass gewisse Dinge, die zur jetzigen Zeit vielleicht unnötig sind, in Zukunft ihren Wert haben werden.

Es ist eine bekannte Tatsache, dass in der Wüste keine Bäume wachsen. Für das Mischkan benötigten die Juden eine grosse Anzahl von Brettern. Woher kamen diese Bretter? Unsere Weisen führen dies auf die Weitsicht Ja'akows zurück. Sie erzählen uns, dass Ja'akow Zederbäume aus dem Land Kena’an mitnahm und sie einpflanzte, als er nach Ägypten kam. Vor dem Auszug aus Ägypten würden seine Nachkommen sie fällen und für den Bau des Mischkan mitnehmen. Dies ist die Weitsicht eines grossen Menschen. Er betrachtet nicht nur das "heute"; er plant und denkt bereits für die Zukunft.

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Die Bearbeitung dieses Beitrages erfolgte durch Mitarbeiter des Jüfo-Zentrums in Zürich

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