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Der Name „Mosche“ definiert das Wesen der Persönlichkeit unseres Führers - Raw Frand zu Paraschat Wajikra 5780 - Beitrag 1

Hochaktuell in unserer Zeit der Corona-Pandemie

Der Name „Mosche“ definiert das Wesen der Persönlichkeit unseres Führers

Der Midrasch Raba [1:3] und der Jalkut Schim’oni [428] zählen anfangs Sefer Wajikra zehn Namen von Mosche auf. Einer der Namen war «Chewer» weil er die Bene Jisrael mit ihrem Vater im Himmel verband (chiber). Ein anderer Name war «Awigdor», weil er der Gründer (Awi) der Zäune (Gedarim) war, da er als erster vorsorgliche Massnahmen zur Beachtung der Mizwot ergriff. «Tuwia», war ein weiterer Name von Mosche, von «tow-gut», wie es heisst [Schemot 2:2] «und sie (Jochewed) sah, dass er (Mosche) gut sei». «Jered», weil er uns die Tora herunterbrachte (horid). Ferner hiess er: Jekutiel, Awi Socho, Awi Sanoach, Schemaja und Netan’el. Der Midrasch gibt für alle Namen ihre Gründe an.

Der Midrasch bemerkt zu den ersten Worten des Buches Wajikra [1:1]: «Und Er rief zu Mosche»: «Bei deinem Leben», sagt der Allmächtige, «von all die Namen, mit denen du genannt wirst, werde ich dich nur bei dem Namen nennen, der dir von Bitja (Batja), der Tochter Pharaos gegeben wurde». Als Pharaos Tochter das jüdische Baby fand, als es den Nil hinuntertrieb, zog sie es aus dem Fluss und gab ihm den Namen Mosche, «da ich ihn aus dem Wasser gezogen habe - ki min haMajim meschisihu» [Schemot 2:10]. Dies ist der einzige Name, den Haschem je benutzte, um mit Mosche zu kommunizieren. Nirgendwo in der Torah finden wir einen klaren Hinweis auf einen der anderen neun Namen von Mosche.

Im Birkat Mordechai von Raw Baruch Mordechai Esrachi sah ich eine Erklärung darauf. Ich bin nicht sicher, ob er wirklich das Folgende meint, aber auch wenn nicht, können wir diesen Midrasch eventuell so erklären:

Das Wort „Schem“ (Name) definiert, was ein Mensch sein sollte und was eine Person ist. Nach Raw Samson Raphael Hirsch ist das Wort „Schem“ mit dem Wort „scham“ (dort) verwandt. „Scham“ bezeichnet, wo ein Gegenstand ist, und „Schem“ demzufolge wo der Mensch ist. Mosche Rabbejnu, der Vater aller Propheten, der uns die Torah überbrachte, hatte viele Eigenschaften. Doch die eigentliche Middah (Eigenschaft), die Mosche wirklich definierte, war seine Bescheidenheit (Anawa). „Und Mosche war ein sehr bescheidener Mann, mehr als irgend ein anderer Mensch auf dem Erdboden“ [Bamidbar 12:3].

Es war nur wegen Mosches Bescheidenheit, dass Haschem ihn damit beauftragen konnte, die Torah weiterzugeben und der „Vater aller Propheten“ zu werden. Alle anderen Attribute und Errungenschaften von Mosche Rabbejnu entstammen seiner einzigartigen Bescheidenheit. Die unanfechtbare Rolle, die er in der Geschichte unserer Nation spielt, repräsentiert seine „absolute Macht“. Der einzige Grund, weshalb Haschem ihm solche Macht geben konnte, war wegen seiner Bescheidenheit und Demut.

Welche Begebenheit in Mosche Rabbejnus Leben brachte dieses aussergewöhnliche Mass an Bescheidenheit hervor? Die Antwort dazu, glaube ich, ist „von den Wassern habe ich ihn herausgezogen.“ Es hat einen tiefgründenden Einfluss auf das Wesen eines Menschen, wenn er durch das Leben geht, wissend, dass „ohne die Gnade von Haschem und der Tochter von Pharaoh wäre ich nicht hier“.

Wenn ein Mensch sein ganzes Leben hindurch denkt, „Ich bin nur wegen eines Chessed hier ” (auf Grund eines Himmlischen Wohlwollens), ändert dies seine Lebensauffassung. Nichts mehr wird als selbstverständlich angenommen. Alles im Leben wird als ein Geschenk angesehen, denn „mein ganzes Sein hier ist in Wahrheit ein Geschenk und Chessed (g-ttliche Gnade/Güte).“

Um die Wahrheit zu sagen, die Tatsache, dass wir alle hier sind, ist Chessed. Wir sind hier als   Chessed, wegen allem was unsere Eltern für uns taten, und wir sind hier als Chessed, wegen allem, was der Ribono Schel Olam (Herr der Welt) für uns macht. Trotzdem ist es selten, dass ein Mensch dies realisiert, und noch seltener, dass ein Mensch sich dies dauernd vor Augen hält. Wir denken nicht an die Tatsache, dass wir als Resultat eines Chessed hier sind. Wir denken, wir haben ein Recht darauf, hier zu sein.

Dies ist besonders in Amerika so, dass doch eine rechtsorientierte und rechtsbestimmte Kultur hat. Die Gründung des Landes erfolgte durch eine „Bill of Rights”. Es scheint, als ob jede Sache in diesem Land zum Recht wird: Das Recht zu leben, das Recht zu sterben, das Recht abzutreiben, das Recht nicht abzutreiben, das Recht über den eigenen Körper. Alles ist ein Recht! Alles steht mir zu! Dies ist nicht, wie es sein sollte, doch so werden wir indoktriniert.

Mosche Rabbejnu lebte sein Leben anders. Er war der bescheidenste Mensch auf der Welt, denn sein Name –- sein „Schem“ – hatte diesen tiefgründigen Effekt auf ihn. „Ich werde dich bei keinem anderen Namen nennen, als bei dem, den dir durch Bitja, der Tochter von Pharaoh gegeben wurde, den dies ist der bezeichnende Name deiner ganzen Persönlichkeit.

„Du hast dein Leben gelebt (Mosche war dazumal bereits 81 Jahre alt), erkennend, dass du „aus dem Wasser gezogen wurdest”, und ohne Bitjas Chessed und ohne mein Chessed wäre dein Ende dasselbe wie von Tausenden anderer jüdischer Kinder gewesen.“

 

 

Quellen und Persönlichkeiten:

 

Rav Samson Rafael Hirsch (1808-1888); Führer der Deutsch-Jüdischen Orthodoxie, Frankfurt am Main, Deutschland

Raw Baruch Mordechaj Esrachi, Verfasser von Birkat Mordechai, zeitgenössischer Rosch Jeschiwa, Israel.

 

Die Bearbeitung dieses Beitrages erfolgte durch Mitarbeiter des Jüfo-Zentrums in Zürich

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