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Raw Frand zu Parschat Acharei Mot 5766

Wieso den Schabbat übertreten?

In einem Pasuk steht: „Beobachtet Meine Gesetze und meine Rechtsvorschriften; wer sie übt, ‚ve’chaj bahem’ (er wird durch sie leben), Ich bin Haschem.“ [Vajikra 18:5] Die Gemara (Talmud) entnimmt dieser Quelle den folgenden Grundsatz: Wenn ein Mensch vor der Wahl steht, eine Sünde zu begehen oder umgebracht zu werden (oder eine Mizva/Gebot zu unterlassen oder umgebracht zu werden), so verlangt die Halacha (jüdisches Recht), dass der Mensch die Aveira (Sünde) begeht oder die Mizva unterlässt und nicht stirbt. Es gibt jedoch drei Ausnahmen: Avoda Sara (Götzendienst), Schfichat Damim (Mord) und Giluj Arajot (unziemliche Beziehungen).

Die Halacha sagt, von diesen drei Ausnahmen abgesehen, dass wir Schweinefleisch essen, den Schabbat übertreten oder Brot an Pessach essen sollen, um nicht zu sterben. Wieso? Weil wir aus diesem Pasuk lernen, dass Ich euch diese Mizva gab ‚vechaj bahem’, damit ihr lebt. Die Gemara legt dies so aus: „Ihr sollt durch sie leben und nicht durch sie sterben.“ [Sanhedrin 74a]

Oberflächlich gesehen scheint dieser Pasuk auszudrücken, dass die Torah uns zeigen möchte, dass menschliches Leben viel wichtiger sei, als die Einhaltung der Mizvot. Deshalb: Falls du zwischen der Einhaltung des Schabbat und dem Überleben die Wahl hast, so ist dein Leben wichtiger als die Mizva. Daraus könnte man auf eine allgemeine Regel schliessen: Von drei Ausnahmen abgesehen ist das Leben wichtiger als die Mizvot.

In seinem Werk „Igrot Mosche“ schreibt Rav Mosche Feinstein szl. (in Zusammenhang mit der Antwort auf eine andere Frage), dass diese verbreitete Auslegung des Pasuks unrichtig ist. Das ist nicht die Bedeutung des Pasuks. Die richtige Deutung ist klar so wie es im Targum Onkelos steht. (Der Targum Onkelos ist die wortwörtliche Übersetzung des Wortlauts der Torah ins Aramäische mit einem Minimum an eingeflochtener Erläuterung.)

Der Targum Onkelos übersetzt den Pasuk folgendermassen: „…und du sollst durch sie in der Künftigen Welt leben.“ Mit anderen Worten: Der Pasuk sagt nicht, dass wir am Leben bleiben und die Mizvot vernachlässigen sollen, weil Leben wichtiger ist als die Mizvot. Der Pasuk sagt uns, dass das Wertvollste im Leben das Einhalten der Mizvot ist, weil diese uns auf das Olam Haba, auf die Künftige Welt hinlenken.

Wenn ich also vor der Wahl stehe, den Schabbat zu übertreten oder umgebracht zu werden, sagt die Torah: „Lebe!“ Wieso? Nicht weil das Leben als Selbstzweck mehr gilt als die g’ttlichen Gebote. Das Leben ist vielmehr deshalb von Wert, weil du diese Gebote erfüllen kannst! Deshalb: Arbeite an diesem Schabbat, sodass du die Möglichkeit hast, viele weitere künftige Schabbatot zu halten. Iss Chamez (Gesäuertes) an Pessach. Wieso? Damit du weitermachen und viele Mizvot erfüllen kannst und damit Leben in der Künftigen Welt erwirbst.

Dies ist eine vollkommen unterschiedliche Blickweise. Leben als Selbstzweck, ohne Ziel, hat keinen Wert. Das kostbare Leben ist nicht dafür da, dass der Mensch arbeitet, seine Erledigungen besorgt und Fussballspiele besucht. Das ist es nicht, was das Leben lebenswert macht! Was macht das Leben lebenswert? „Vechaj bahem“ - „le’Chajej alma“ („lebe durch sie – in der Künftigen Welt“). Ein Leben, welches auf dieses Ziel hinsteuert, ist lebenswert. Die Torah weist uns an, den Schabbat zu übertreten und Chamez an Pessach zu essen. Wieso? Der Grund liegt darin, dass das menschliche Leben so kostbar ist, weil man in dieser Welt noch so viele weitere Mizvot erfüllen kann. Deshalb: Übertrete den Schabbat für einmal, damit du viele weitere Schabbatot beachten kannst.


Quellen und Persönlichkeiten:
Rabbi Mosche Feinstein (1895 – 1986): Rosch Jeschiwa von Mesivta Tiferet Jerusalem, New York. Einer der grössten, zeitgenössischen Autoritäten der Halacha.
Targum (Onkelos) (gest. ca. 90): massgebender Übersetzer des Chumasch ins Aramäische.



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