Raw Frand zu Parschat Acharei Mot 5767

„Dezentrale Geschehnisse“ können der Mittelpunkt der Himmlischen Vorsehung sein

Parschat Achre Mot beinhaltet das Verbot, Blut zu sich zu nehmen: „Jeder Mann des Hauses Jisrael oder von den Konvertiten, die in ihrer Mitte weilen, der irgendwelches Blut zu sich nimmt: Ich werde wenden Mein Gesicht (wenatati Panai) gegen die Seele, die Blut zu sich nimmt und Ich werde sie abschneiden von ihrem Volk“ [Wajikra 17:10].

Der Ausdruck von „wenatati Panai“ ist sonderbar. Raschi bemerkt dazu: „Ich werde mich von all meinen anderen Geschäften abwenden und mich mit ihm beschäftigen.“ Auch dieser Kommentar ist erstaunlich. Raschis Sprache wäre angebracht, wenn wir über einen beschäftigten Geschäftsmann sprächen, der viele Termine im Kopf hat. Wenn dann ein Notfall aufkommt, mit dem er sich sofort beschäftigen muss, dann sagt er vielleicht: „Ich werde alles andere momentan vergessen, meinen Kalender sozusagen leeren, und meine Aufmerksamkeit nur diesem Notfall zuwenden.“

Dies wäre eine angebrachte Wortwahl für einen Geschäftsmann, doch nicht für Haschem. Er kann die ganze Welt mit einem Blick richten, in einem einzigen Bruchteil einer Sekunde, was bedeutet dann: „Ich werde meine Aufmerksamkeit abwenden von allen anderen Angelegenheiten und Mich nur noch um ihn kümmern?“

Raw Elja Meir Bloch schreibt dazu etwas sehr Interessantes. Normalerweise, wenn wir Dinge anschauen, die in der Welt geschehen, sehen wir das grosse Geschehnis und dann sehen wir die Folgen davon. Zum Beispiel, wenn in einer Region ein Krieg herrscht, werden alle Einwohner evakuiert und sind Flüchtlinge. Weil alle diese Leute Flüchtlinge sind, steigen an Orten ausserhalb des Kriegsgebietes die Mieten und die Lebensmittelpreise (die Nachfrage steigt wegen der Erhöhung der Einwohnerzahl)

Es gibt ein bekanntes ökonomisches Prinzip: „Des einen Mannes Unglück ist des anderen Goldmine“. Doch wir schauen solche Nebenwirkungen eines bedeutenden Geschehnisses als nebensächlich an. In anderen Worten, wir anerkennen die Himmlische Führung als verantwortlich für den Krieg. Der Krieg ist die globale, umfassende Angelegenheit. Durch diese entstehende Kollateralschäden oder auch positive Folgen des Krieges, welche andere Menschen „indirekt“ treffen, sehen wir nur als „Nebenwirkung der Hauptsache“.

Haschem arbeitet aber nicht immer so. Es könnte sein, dass Haschem ganze Welten verschiebt, dabei viele Länder in Kriege verwickelt, nur um einen Einzelnen zu bestrafen oder zu belohnen.

Gewiss kann Haschem grenzenlos viele Dinge zur gleichen Zeit tun. Die Bedeutung von Raschi ist - wie Raw Elja Meir erklärt - dass Haschem manchmal Berge versetzt, Kriege beginnt, oder durch Schlagzeilen ablenkt, nicht unbedingt wegen der Sache selbst, sondern weil irgend jemand bestraft werden muss, oder irgendwelche andere „nebensächliche“ Ziele erreicht werden müssen.



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