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Raw Frand zu Parschat Emor 5769

Die Todesstrafe existiert, doch erst nachdem wir gelernt haben, Menschenleben zu schätzen

Am Ende von Parschat Emor wird über den G'tteslästerer (Megadef) berichtet. Der Sohn eines ägyptischen Vaters und einer jüdischen Mutter geriet in einen Streit und sprach einen Fluch gegen den Namen von Haschem aus. Niemand wusste wie man hier vorzugehen habe. Sein Fall wurde Mosche vorgelegt. In der Zwischenzeit wurde der G'tteslästerer in Gewahrsam genommen. Dann lehrte Haschem Mosche, dass die Strafe für G'tteslästerung Steinigung (Skila) durch die ganze Gemeinde sei. [Wajikra 24:10-16].

Wir hätten nun erwartet, dass die Torah anschliessend berichtet: "Mosche sprach es zu den Kindern von Israel und sie führten den G'tteslästerer ausserhalb des Lagers und steinigten ihn alle. Und die Bnej Jisrael taten was ihnen Mosche befohlen hatte". [Wajikra 24:23]

In der Tat lehrt uns dies die Torah, doch erst nach einem Unterbruch von sechs Pesukim. Dieser Einschub scheint die Erzählung über den G'tteslästerer zu unterbrechen. Im Abschnitt steht das Folgende:

"Und wenn jemand irgend ein Menschenwesen erschlägt, soll er getötet werden. Wer aber ein Tier tötet, soll dafür bezahlen, ein Wesen als Ersatz für ein Wesen. Und wer seinem Nächsten eine Verletzung zufügt - wie er getan hat, so soll ihm getan werden: Ein Bruch als Ersatz für einen Bruch, ein Auge als Ersatz für ein Auge, ein Zahn als Ersatz für einen Zahn; so wie er eine Verletzung einem Menschen zugefügt hat, so soll durch ihn gegeben werden. Wer ein Tier tötet, soll bezahlen und ein Totschläger soll getötet werden. EIN Gesetz soll für euch sein, der Ger (Proselyt) und der Einwohner sollen gleich sein, denn Ich bin Haschem euer G‘tt." [Wajikra 24:17-22]

Wie verstehen wir diesen seltsamen Unterbruch in der Erzählung? Raw Mosche Feinstein sz"l erklärte, dass hier das erste Mal in der jüdischen Geschichte die Todesstrafe ausgeführt wurde. Dies war ein sehr bedeutendes Ereignis.

Jemandem sein Leben nehmen ist keine einfache Sache. Wir töten den G'tteslästerer nicht, weil Leben billig ist. Haschem wollte die Menschen darauf aufmerksam machen, dass sie dabei waren, einen anderen Menschen zu töten. "Doch ihr sollt wissen, dass das Töten eines Menschen unter anderen Umständen (wenn keine schwerwiegende Sünde vorliegt, die ein Todesurteil durch ein Gericht nach sich zieht) eine schreckliche Sache ist. Unter normalen Umständen wird jemand, der einen anderen getötet hat, selbst hingerichtet. Nicht nur das, auch wenn ein Mensch einen anderen nur verwundet, muss er mit einem ' Aug' um Aug' und Zahn um Zahn' dafür bezahlen."

Wir wissen, dass dieser Ausdruck nicht wörtlich verstanden werden kann. Unsere Weisen erklären, dass dies bedeutet, dass man den Wert eines Auges oder den Wert eines Zahns zahlen muss. Doch es gibt einen sehr interessanten Raschbam in Parschat Mischpatim. Der Raschbam fragt, weshalb macht uns Haschem das Leben schwer? Wenn die Torah uns lehren wollte, dass man in solchen Fällen den anderen mit Geld entschädigen muss, weshalb schreibt sie das dann nicht ausdrücklich? Weshalb müssen wir bis heute hören, dass die Torah „barbarisch" sei, weil sie "Aug' um Aug', Zahn um Zahn" verlangt?

Der Raschbam erklärt, dass ein Unterschied zwischen ‚Peschuto schel Mikra‘ (wörtliche Bedeutung des Textes) und der Auslegung unserer Weisen besteht. Obwohl wir uns bezüglich der Halacha nach unseren Weisen richten, also dieses Gebot zur Zahlungen erfüllen, beachten wir auch den ‚Peschuto schel Mikra‘. Die wörtliche Bedeutung lehrt uns viel Wichtiges. Man zeigt uns, was eigentlich mit dem Menschen geschehen sollte: Wenn er das Auge eines anderen ausschlägt, dann sollte auch er ein Auge verlieren. Diese Sünde ist so gravierend, dass die Strafe eigentlich "Aug' um Aug' und Zahn um Zahn' sein sollte.

Hätten wir nicht die mündliche Überlieferung (um die wörtliche Bedeutung abzuschwächen), so hätte Haschem das schriftliche Gesetz nie so formuliert. Menschen wären sonst irregeführt worden. Da wir aber die mündliche Überlieferung haben, zeigt uns die wörtliche Bedeutung des Pasuks eine weitere Dimension des moralischen Hintergrundes dieses Gesetzes.

Erst nachdem die Torah in diesem "Einschub" klar geschrieben hat, wie wichtig Leben und wie wichtig Besitz ist, kann sie mit der Erzählung fortfahren. Die Bnej Jisrael mussten zuerst die Wichtigkeit von Menschenleben und Besitz verinnerlichen, bevor sie sich anschicken konnten, den G'tteslästerer hinzurichten, die erste Hinrichtung der jüdischen Geschichte.



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