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Raw Frand zu Parschat Bamidbar 5768

Zu einer Gruppe gehören: Positive und negative Konsequenzen

Parschat Bamidbar beginnt mit der Zählung der Stämme von Israel. Danach informiert uns die Torah, dass die Gesamtzahl der Personen, die Dienst leisten konnten 603’550 war [Bamidbar 1:46]. Im nächsten Pasuk steht, "Die Levi’im (Leviten), nach dem Stamm ihrer Väter wurden nicht unter ihnen gezählt." Es ist merkwürdig, dass die Torah gerade anschliessend nochmals schreibt: "Haschem sprach zu Mosche wie folgt, 'Aber den Stamm Levi sollst du nicht zählen, und erhebe nicht ihre Kopfzahl zwischen den Kindern von Israel'". [Bamidbar 1:48-49]

Was lehrt uns diese wiederholte Betonung, dass wir die Levi’im nicht zählen dürfen? Wir wissen doch bereits aus dem unmittelbar davor liegendem Abschnitt, dass sie nicht gezählt worden sind! Weshalb betont der Pasuk dann nochmals, dass man sie nicht zählen darf?

Raschi informiert uns, weshalb die Levi’im besonders behandelt wurden. Diese Zählung hatte eine ominöse Wirkung für die Zukunft. Jeder, der in der Zählung zu Beginn von Parschat Bamidbar erfasst worden war (ab dem Alter von 20 Jahren) wurde auch vom späteren Urteil in Parschat Schlach Lecha (als Strafe dafür, dass sie den Kundschaftern glaubten) erfasst, dass die ganze Generation in der Wüste sterben würde. In Hinblick darauf wollte Haschem nicht, dass der Stamm Levi von dieser Zählung erfasst wird: “Sie gehören Mir, weil sie bei der Sünde des Goldenen Kalbes nicht gesündigt haben."

Raw Chaim Schmulewitz fragt: Was hat das Zählen überhaupt für eine Bedeutung? Wenn sie beim Goldenen Kalb nicht sündigten, dann verdienten sie doch den Tod nicht, unabhängig davon, ob sie mit dem Rest des Volkes mitgezählt wurden oder nicht?

Hier aber sehen wir, so Raw Chaim Schmulewitz, einen wichtigen Grundsatz: Wenn eine Strafe über eine Gemeinschaft verhängt wird, so kann es einzelne Personen geben, die sie eigentlich nicht verdient hätten. sie werden aber trotzdem verantwortlich gemacht – und erleiden dasselbe Schicksal – ausschliesslich deshalb, weil sie zu dieser Gemeinschaft gehören. Und dies obschon sie persönlich nicht schuldig sind.

Raw Chaim Schmulewitz beantwortet eine der schwierigsten Fragen, die unsere Generation und die Generation unserer Eltern geplagt hat: Weshalb mussten so viele Menschen während des Holocaust leiden und sterben, obschon es unter ihnen viele gab, die g’ttesfürchtig waren und Torah und Mizwot hielten? Es gibt eigentlich keine Antwort auf diese Frage, aber Raw Chaim Schmulewitz versucht, uns zumindest einen Hinweis auf eine mögliche Antwort zu geben: Tatsächlich waren sie nicht schuldig, aber aus irgendeinem Grund war ein Todesurteil über die europäische jüdische Gemeinschaft verhängt worden - und wenn ein solches Urteil über eine ganze Gemeinschaft verhängt wird, werden manchmal auch unschuldige Menschen davon betroffen.

Wären deshalb die Levi’im zusammen mit dem Klal Jisrael gezählt worden, und wäre später einmal eine Strafe über jene Personen verhängt worden, die als Teil des Klal Jisrael gezählt worden waren, hätte den Levi’im dasselbe Schicksal wie dem Rest des Volkes gedroht. Um sie, sozusagen, zu beschützen, sagte Haschem: „Zähle die Levi’im nicht. “ Und aus diesem Grund wird dieser Befehl wiederholt. Die Torah unterstreicht, dass die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft eine zweischneidige Sache ist.

Raw Chaim Schmulewitz sagt weiter: Wenn die Zugehörigkeit zu einer Gruppe gegen uns wirken kann, kann dies gewiss auch zu unseren Gunsten wirken. Von all den Jeschiwot, die vor dem zweiten Weltkrieg existierten gibt es nur eine einzige, die sich auf wundersame, unerklärliche Weise praktisch vollkommen intakt aus Europa retten konnte: die Mirer Jeschiwa. In diesem Leben, auf dieser Welt werden wir nie wissen, weshalb Haschem dies so geführt hat. Aber das Argument von

Raw Chaim Schmulewitz war, dass jeder, der Teil dieser Gemeinschaft der Mirer Jeschiwa war, ebenfalls gerettet wurde und zwar gerade deswegen, weil er Teil der Gemeinschaft war (und nicht unbedingt aufgrund persönlicher Verdienste)

Wenn man mit Talmidim (Schülern) der Mirer Jeschiwa spricht, welche jene Jahre erlebt haben, betonen diese, dass ihnen ihre geistigen Führer immer gesagt haben, dass sie zusammen bleiben müssten. An einem Simchat Torah kam die Frage auf, ob die Bachurim nach Hause gehen sollen. Ihnen wurde von der Leitung der Jeschiwa gesagt: „Wir müssen zusammen halten, denn der einzige Weg, dass wir es schaffen, von hier heraus zu kommen, ist wenn wir zusammen bleiben“. Und sie wandelten zusammen durch Europa und Sibirien, nach Japan und Shanghai.

Es gab offensichtlich Verdienste für die Gemeinschaft, dass sie gerettet wurde und jedes Mitglied dieser Gemeinschaft wurde ebenfalls gerettet, ungeachtet dessen, ob er auf persönlicher Ebene besser oder weniger gut war, als die Menschen die im Holocaust ermodert wurden. Ihre individuellen Sechujot (Verdienste) waren in diesem Fall nur theoretisch von Bedeutung, sie profitierten vom „Psak Din“ (G’ttlichen Urteil) über die Mirer Jeschiwa, dass diese gerettet werden würde.

Ein Teil eines Zibur (Gemeinde) sein, kann einen Menschen verurteilen, auch wenn er nicht schuldig ist. Andererseits kann es einen Menschen retten, sogar wenn er selbst dies nicht verdient. Von hier lernen wir, wie mächtig die Kraft ist, ein Teil eines Zibur zu sein.



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