Siwan
/Paraschat Behaa'lotcha

Raw Frand zu Parschat Nasso 5773

Eine Quelle für den Gesang der Leviten

Jede der drei Familien der Leviten (des Stammes Levi), Gerschon, Kehat und Merari, hatte ihre eigene Aufgabe. Die Söhne von Kehat hatten den einzigartigen Job, den Aron HaKodesch (Bundeslade) zu tragen. Der Midrasch bemerkt, dass im Gegensatz zu den Söhnen von Gerschon und den Söhnen von Merari, die Torah die Familie des zweiten Sohnes von Levi nicht "die Söhne von Kehat" nennt, sondern den Ausdruck "die Söhne des HaKehati" [Bamidbar 4:34, 37] verwendet. Der Midrasch sagt, aufgrund der Tatsache, dass sie den Aron HaKodesch tragen mussten, G-tt Seinen Namen zu ihrem hinzufügte (der Buchstabe "Jud" nach Kehat und das "Hej" davor), damit sie nicht ausgelöscht werden. Sie hatten eine gefährliche Beschäftigung. Wenn ein Mensch einen unreinen Gedanken hatte, während er den Aron trug, lief er Gefahr, sein Leben zu verlieren. Das "Jud" und das "Hej" von G-ttes Namen wurden daher in die Nähe ihres Namens gefügt, um den Vers zu erfüllen, "ihre Seelen vor dem Tod zu retten" [Psalm/Tehillim 33:19].

Dies hatte einen schützenden Effekt. Es war eine "Segulah" (gutes Omen), doch es war nicht narrensicher. Es funktionierte nicht immer. Der Midrasch zitiert Raw Pedat im Namen von Raw Jossi ben Simra, dass als der Aron unterwegs war, zwei Feuerblitze von den Enden der Stangen herauskamen, um das Lager vor den Feinden zu schützen, die sie angreifen könnten. Doch manchmal waren die Träger des Aron selbst die Opfer dieser Feuerblitze - und ihre Anzahl schrumpfte durch die zerstörerische Kraft des Feuers. Es war eine gefährliche Beschäftigung.

Dessen bewusst, können wir vielleicht noch eine weitere Lehre von Chasal (unseren Weisen) verstehen. Sie wurden spezifisch angewiesen, den Aron auf ihren Schultern zu tragen. Der Talmud [Arachin 11a] zitiert den Vers, "den Kindern von Kehath aber gab er nichts (keine Wagen), weil sie ein heiliges Amt innehatten, auf ihren Schultern mussten sie es tragen." [Bamidbar 7:9] - Die Worte „mussten sie es tragen“ sind offensichtlich überflüssig, denn wenn es auf ihren Schultern war, würden sie es ohnehin tragen! Der Talmud leitet daher aus dem Wort "jissa'u" (wörtlich: "mussten sie es tragen") eine Nuance eines "Liedes" ab, wie wir sie im Ausdruck "se'u Simra" (erhebet ein Lied) finden [Tehillim 81:3] und leitet daraus ab, dass dies ein Hinweis der Torah auf die Tatsache ist, dass die Leviten den Tempeldienst mit Schirah (Gesang) begleiteten.

Normalerweise, wenn der Talmud oder Midrasch homiletische Exegesen (predigende Auslegungen) aus einem Vers ableitet, stimmt die Exegese irgendwie mit der einfachen Interpretation des Verses überein. Doch hier haben wir eine Situation, wo sich die Pschuto schel Mikra (einfache Lesung des Verses) auf EINE Angelegenheit bezieht (also das Tragen des Aron auf ihrer Schulter) und der Drasch (die Ableitung - also das Singen während des Tempeldienstes) scheinbar aus dem heiteren Himmel kommt. Wo ist der Zusammenhang? Wer würde jemals meinen, das Tragen des Aron stünde in jeglicher Beziehung zum Gesang während des Tempeldienstes?

Der Schemen HaTow (Band 4) schlägt einen Zusammenhang vor. Wann immer sich ein Mensch in einer gefährlichen Situation befindet, wo sein Leben auf des Messers Schneide ist - wenn er erfolgreich oder siegreich aus dieser Situation herauskommt, hat er ein aussergewöhnliches Gefühl der Freude und des Jubels. Wir finden das bei Soldaten, die in einer Schlacht waren. Wenn sie lebendig herauskommen und erfolgreich waren, empfinden sie ein Gefühl der Euphorie. Eben dieses Konzept kommt in der Mischna im Traktat Joma [7:4] vor: Nach Jom Kippur, machte der Kohen Gadol (Hohepriester) ein Fest für seine Freunde und Verwandten. Die Tatsache, dass er den Aufenthalt im Allerheiligsten des Tempels überlebt hatte, was mit grosser Gefahr einherging und wovon viele Hohepriester nicht lebendig hervorgegangen waren, war ein Grund zu feiern. Bis zum heutigen Tag, wird gemäss dem Schulchan Aruch [Ende der Vorschriften zu Jom Kippur, 624,5] nach Jom Kippur eine spezielle Festmahlzeit ausgerichtet - da man hoffentlich erfolgreich aus dem himmlischen Gericht hervorgegangen ist, dem wir während der Hohen Feiertage gegenüberstanden. Viele Menschen singen und tanzen gleich nach Abschluss des Ne'ilah-Gebets - aus eben diesem Grund. Wir waren im übertragenen Sinne "auf dem Schlachtfeld" und wir sind "in Frieden aus dieser Periode (der Heiligkeit) hervorgegangen".

Die Kinder von Kehat fühlten sich in Lebensgefahr - mit der furchterregenden Aufgabe - den Aron zu tragen. Wenn sie diese Mission erfolgreich bestritten hatten, sangen sie, um die Emotion auszudrücken, die man empfindet, wenn man eine Gefahr überstanden hat. Somit sind die beiden Ausführungen - (1) sie trugen den Aron und (2) sie "erhoben" ein Lied (se'u simra) - nicht voneinander getrennt und keine zusammenhanglosen Ausführungen. Sie passen perfekt ineinander.

 

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