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Raw Frand zu Parschat Nasso 5766

Manoach und seine Frau: Tue mehr als der Buchstabe des Gesetzes verlangt

Die Haftara zu Parschat Nasso erzählt die berühmte Geschichte von der Geburt des kraftvollen Schimschon (Samson). In diesem Bericht gibt es eine Schwierigkeit, die alle Erklärer beschäftigt: Der Engel verkündete der kinderlosen Frau von Manoach, dass sie ein Kind haben werde und wies sie an, sich von Wein und anderen berauschenden Getränken zu enthalten und nicht mit Tumah (ritueller Unreinheit) in Kontakt zu kommen. Der Engel ordnete zudem an, dass dieses Kind nach der Geburt ein Nasir sein solle. Kein Schermesser dürfe je auf sein Haupt kommen. Der Engel verkündete Manoachs Frau, dass dieses Kind zum Retter Israels heranwachsen werde. Nach der Bekanntgabe dieser Informationen und Anweisungen verliess der Engel die Frau.

Manoachs Frau erzählte diese Begebenheit ihrem Mann. Daraufhin betete Manoach zu G’tt, er möge die Möglichkeit erhalten, den Engel direkt zu vernehmen: „Bitte, Mein Herr, möge der Mann G’ttes, den Du gesandt hast, noch einmal zu uns kommen und uns lehren, was wir mit dem Knaben, der uns geboren wird, tun sollen.“ [Schoftim/Richter 13:8]

G’tt erhörte Manoachs Bitte und schickte den Engel zurück. Manoach fragte ihn: „Wie sollen die Regeln für den Knaben und sein Verhalten sein?“ [Schoftim 13:13]

Der Engel antwortete: „Vor allem, was ich der Frau gesagt habe, soll sie sich hüten. Von allem, was vom Weinstock stammt, soll sie nicht essen. Wein und andere berauschende Getränke soll sie nicht trinken. Keinerlei Unreines soll sie essen. Alles, was ich ihr befohlen habe, soll sie beobachten.“ [Schoftim 13:13]

Dies ist sozusagen eine wortwörtliche Wiederholung dessen, was der Engel Manoachs Frau bereits mitgeteilt hatte. Die Erklärer stellen zwei Fragen. Erstens: Der Engel gab auf Manoachs Frage keine Antwort. Manoach stellte eine Frage zu den „Regeln für den Knaben und seinem Verhalten“. Der Engel sprach über die Regeln und zum Verhalten von Manoachs Frau! Zweitens: Welche neue Information überbrachte der Engel Manoach, welche der Engel nicht bereits schon Manoachs Frau übermittelt hatte? Es scheint sich um völlig überflüssige Angaben zu handeln, die Manoach bereits bekannt waren!

Rav Elja Me’ir Bloch gibt eine wunderschöne Erklärung. Zwischen dem, was der Engel beim ersten Mal und dem, was der Engel beim zweiten Mal sagte, gibt es nur einen kleinen Unterschied: Beim ersten Mal gebot der Engel, sie dürfe keinen Wein und nichts Berauschendes zu sich nehmen. Beim zweiten Mal sagte der Engel: „Von allem, was vom Weinstock stammt, soll sie nicht essen.“ Dies schliesst Trauben, Lutscher mit Traubengeschmack und alles, was weitläufig mit Trauben zu tun hat, ein. „Und ausserdem“, fügte er hinzu, „trinke keinen Wein und berauschende Getränke.“

Dies, sagt Rav Elja Me’ir Bloch, war die Antwort auf Manoachs Frage. Manoachs Frage war, wie man ein Kind grosszieht, welches zum Retter Israels heranwachsen sollte. Irgendein Kind zu erziehen ist schon schwierig genug. Die Herausforderungen, ein Kind, welches als „Nasir vom Mutterleibe an“ bezeichnet wird, grosszuziehen sind jedoch ungemein schwerer. Manoach wollte wissen: „Wie erziehe ich so ein Kind? Welche Methoden der Kindererziehung soll ich anwenden, um seine geistige Reinheit zu erhalten und den Erfolg seiner g’ttlichen Aufgabe sicherzustellen?“

Der Engel antwortete, dass Gewissenhaftigkeit und Eifer beim Aufstellen von Schranken („Har-chokot“), welche über den Buchstaben des Gesetzes („lifnim me’Schurat haDin“) hinausgehen, den Weg zur erfolgreichen Erziehung des „Nasirs vom Mutterleibe an“ weisen. Zum Geheimnis, wie der künftige Führer der jüdischen Nation grossgezogen wird, gehört es, den zusätzlichen Schritt zu machen und sich noch etwas mehr zu bemühen. Deine Frau soll sich nicht bloss vom Weingenuss enthalten, der Grunderfordernis für einen Nasir, sie soll Trauben nicht einmal nahe kommen! Falls sie diese Anweisungen gewissenhaft befolgt, so werden sie ihren Eindruck auf das Kind nicht verfehlen.

Der Weg, einem Kind G’ttesfurcht zu vermitteln, ist, das Kind die G’ttesfurcht in seinen Eltern erkennen zu lassen. Ich glaube, es war Rav Ja’akov Kaminetzky (oder möglicherweise auch andere), welcher auf den Unterschied zwischen europäischen Juden und amerikanischen Juden hinwies. Er sagt, es gab (und gibt) in Europa und Amerika Juden, welche den Schabat halten. Der Unterschied war jedoch, dass es in Europa Juden gab, welche auch den Erev Schabbat, den Vorabend des Schabbat, einhielten. Mit anderen Worten: Diese Juden hielten sich bereits ab Freitagmittag von allen (am Schabbat) verbotenen Tätigkeiten zurück. Dieses Bild eines „Erev Schabbat-Juden“ war eine europäische Erscheinung, welche in Amerika nicht beobachtet werden konnte.

In Amerika kann es vorkommen, dass der Ehemann, wenn der Zeitpunkt für das Kerzenzünden Freitagnachmittag um 16.18 eintritt, um 16.12 nach Hause kommt. Die Zeit reicht gerade, um seine Brieftasche, seinen Schlüssel und seinen Geldbeutel abzulegen. Er sagt „Gut Schabbes“ und der Schabbat beginnt. Dies ist nicht „verboten“. Dieser Mensch befolgt den Schabbat unbestrittenermassen. Der Einfluss eines „europäischen Schabbat“ im Vergleich zum „amerikanischen Schabbat“ auf empfindsame kleine Kinder lässt sich jedoch überhaupt nicht vergleichen.

Dies war die Lehre, welche der Engel Manoach vermittelte. Es gibt Eltern, die ihre Kinder dazu anleiten, sich sogar von Dingen fernzuhalten, die eigentlich erlaubt sind. Das Kind erkennt dabei die G’ttesfurcht seiner Eltern und wird davon so stark beeinflusst, dass es möglicherweise fähig ist, zum Retter Israels heranzuwachsen. Wenn Eltern den einfachsten Weg suchen und nur gerade „den Buchstaben des Gesetzes“ einhalten, werden die Lehren und Wertmassstäbe, welche sie dem Kind angeblich weitergeben wollen, niemals die gleich hohe Wertschätzung erhalten.


Quellen und Persönlichkeiten:
Rav Elja Me'ir Bloch (1895 – 1955): Rosch Jeschiwa in Tels, Litauen, und Cleveland, USA.
Rav Ja’akov Kaminetzky (1891 – 1986): Rosch Jeschiwa; Litauen, USA.



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