Tamus
/Paraschat Balak

Raw Frand zu Paraschat Schelach Lecha 5779 – Beitrag 2

Aus: "Die Jüdische Zeitung", 22. Siwan 5773, von Ch.B., Ergänzungen: S. Weinmann

Zusammenhang zwischen zwei verschiedenartigen Kundschaf­tern zu Beginn und am Ende der Parascha.

Wird eine Person mit der Mission beauftragt, für den Geheimdienst Nachforschungen zu machen, dann ist es klar, wie sie vorgehen muss: Nachdem sie die benötigten Informa­tionen gesammelt hat, fasst sie sie zusammen und übergibt sie ihren Vorgesetzten, dem Chef des Geheimdienstes oder dem Staatspräsidenten. Es wird ihr aber niemals einfallen, direkt zum Volk zu gehen und ihnen die Informationen mit ihren persönlichen Schlussfolgerungen bekannt zu geben. Weshalb? Weil es ganz einfach nicht zu ihrer Arbeit gehört und sie auch nicht die Kompetenz dazu hat, diese Dinge zu entscheiden!

Raw Ehrentreu erklärt in seinem Sefer ‚Komez Hamincha‘, dass dies eventuell die grosse Sünde der Meraglim war. Sie wurden von Mosche Rabbejnu geschickt, um das Land auszukundschaften. Sie hätten all ihre – vielleicht berechtigten – Informationen zusammenfassen und sie dem Führer des Vol­kes übergeben sollen. Wie hatten sie aber das Recht, direkt zum Volk zu gehen, ihnen die Informationen zu übergeben und dazu noch ihre Meinung darüber zu äussern?

Am Ende der Parascha ist von anderen Kund­schaftern die Rede, die nicht unbedingt als solche angeschaut werden. Die Thora weist den Jehudi an, Zizit zu tragen und bringt damit auch das Kundschaften der Augen und des Herzens in Zusammenhang: „Und ihr sollt nicht nachspähen (kundschaften), nach euren Augen und nach euren Herzen…“ Chasal sagen uns darauf, dass die Augen und   das Herz die zwei Kundschafter des Menschen sind. Der Mensch folgt ihnen nach und handelt dementsprechend.

Viele Mefarschim erklären, dass zwischen diesen zwei verschiedenartigen Kundschaf­tern zu Beginn und am Ende der Parascha, ein Zusammenhang besteht.

Der Komez Hamincha erklärt, dass auch bei den zwei Kundschaftern eines Menschen das gleiche Prinzip wie bei den Meraglim angewendet wird.

Es kann einmal geschehen, dass die Augen etwas Verderbendes sehen. Es kann auch ein­mal sein, dass das Herz unschöne Gedanken hegt. Nun sagen uns Chasal, dass sie bloss Kundschafter sind! Sie haben keineswegs das Recht, alleine Entscheide zu treffen oder Taten auszuführen. Es ist vielmehr ihre Pflicht, die Informationen an den Kopf weiterzusenden, da sie ja von ihm aus gesteuert wurden. Der Mensch muss sich dann in seinem Kopf dar­über Gedanken machen und abwägen, ob es das Richtige ist oder nicht.

Der Chiduschej Hari’m sz’l bemerkt, dass der Passuk hier auch von einer Person spricht, die mit ihren Augen bereits Schlechtes gesehen hat und mit ihrem Herz auch schon schlechte Ge­danken gehegt hatte. Ihre Augen und ihr Herz sind also schon verwüstet worden. Dennoch sagt uns der Passuk, dass eine solche Person immer noch ‚das Pünktchen Jehudi‘ besitzt und noch voll und ganz mit ihrem Verstand entscheiden kann, ob sie den richtigen Weg mit Teschuwa (Rückkehr) begehen möchte oder G“tt behüte nicht!

Rav Gedalja Schorr sz’l erklärt den Zusam­menhang der Kundschafter zu Beginn und am Ende der Parascha damit, dass die Augen die Kundschafter sind, die dem Menschen alle irdischen Interessen einholen. Das Herz ist an den Gedanken der Widerspenstigkeit schuld. Es versucht auch den Menschen dazu zu bringen, sich unnötig um die irdischen Dinge zu bemühen und ihnen nachzurennen.

Die Thora weist uns deshalb an, dass wir mit unserem Verstand das Nötige vom Olam Hase (Irdischen, Materiellen), vom Unnötigen unterscheiden und es liegen lassen. Wir müssen auch unser Bitachon (Vertrauen) stär­ken, um die Widerspenstigkeit gegen Hkb“H zu brechen.

Als Hilfe dafür weist und die Tora an, dass wir die Zizit tragen müssen. Der Midrasch bringt darauf das Gleichnis eines Menschen, der im reissenden Fluss am Ertrinken ist. Je­mand wirft ihm einen Strick zu, damit er sich daran festhalten kann. So ist auch die Mizwa Zizit ein Lebensstrick, der dem Jehudi dazu verhilft, durch das irdische Leben durch zu schwimmen und zu überleben.

Quellen und Persönlichkeiten

  • 1. Rabbi Jizchak Meir Rothenberg/Alter, „Chiduschej HaRim“ (1799 - 1866): Gründer und erster Rebbe der Gerrer Dynastie, Ger, Polen.
  • 2. Rabbi Gedalyahu Schorr (1910 - 1979), war ein prominenter Rav und Rosch Jeschiwa der Jeschiwa Tora Voda’as, Brooklyn.
  • 3. Rabbiner Chanoch Ehrentreu (1854 – 1927), Rabbiner von München. Sein Hauptwerk: Komez Hamincha.

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