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Raw Frand zu Parschat Schlach Lecha 5766

Ein ähnlicher Gedanken in Mussar und Chassidut

Ich möchte zwei verschiedene Quellen mit ähnlichen Gedanken verbinden. Eine dieser Quellen stammt aus der Schule von Mussar (Charakterbildung) und die andere aus der Welt des Chassidut. Der aufmerksame Leser bemerkt jedoch, dass diese beiden Welten oft, wenn nicht sogar in den meisten Fällen, die gleichen Schwergewichte setzen. Zuerst werde ich eine Aussage von Rav Jerucham Levovitz, des Mirrer Maschgiach zitieren und dann eine vom Ba’al Schem Tov, dem Gründer der chassidischen Bewegung.

Zu Beginn der Parscha erklärt Raschi die Aufeinanderfolge des Abschnittes von Mirjam’s Aussatz-Krankheit („Za’ra’at“), welche am Ende der letztwöchigen Parscha steht, mit der Geschichte der Kundschafter. Mirjam wurde mit Zara’at geschlagen, weil sie Laschon Ha’rah (üble Nachrede) über ihren Bruder Mosche Rabbejnu gesprochen hatte. „Diese schlechten Menschen“, sagt Raschi, „sahen, was Mirjam wegen ihrer üblen Nachrede geschah und sie nahmen sich diese Lektion nicht zu Herzen („lo lak’chu Mussar“).“ [Raschi Bamidbar 13:2]

Rav Jerucham weist darauf hin, dass die Kundschafter schlimmere Missetaten begingen als den Fehler, aus Mirjam’s Aussatz keine Lehre zu ziehen. Dies scheint noch die geringste ihrer Sünden gewesen zu sein.

Sie sprachen schlecht über das Land Israel. Ihnen fehlte Emunah (Glaube an G’tt). Sie deuteten, gemäss rabbinischer Auslegung des Passuks „Weil sie stärker als wir sind („mi’menu“)“ [Bamidbar 13:31] an, dass die Einwohner Kana’ans sogar stärker als der Allmächtige seien. Dies stellte eine schändliche G’tteslästerung dar. Es scheint bei dieser langen Sündenliste nicht viel auszumachen, dass sie „sich weigerten sich den Mussar (aus Mirjam’s Fehlverhalten) zu Herzen zu nehmen“.

Rav Jerucham sagt jedoch, dass es im Leben darum geht, Mussar-Lehren aus den vielschichtigen Ereignissen, die um uns herum geschehen, zu ziehen. Der Schlüssel zum Erfolg im Leben liegt darin, als Mensch imstande zu sein, herumzuschauen und daraus zu lernen. Es würde den Menschen viel besser gehen, wenn sie aufmerksamer und empfänglicher für das wären, was sich in ihrer Umgebung abspielt.

Der Ba’al Schem Tov kommt aufgrund eines anderen Passuks unserer Parscha zu einem ähnlichen Schluss. Die Kundschafter wurden aufgefordert: „Ihr sollt euch stärken („ve’hit’chasaktem“) und von den Früchten des Landes nehmen.“ [Bamidbar 13:20] Die einfache Bedeutung des Passuks ist, sich für die Früchte des Landes zu stärken, weil die Früchte sehr, sehr schwer waren. Wegen ihrer Üppigkeit waren sie so schwer, dass es mehrere Leute brauchte, um einen einzigen Traubenbüschel zu tragen.

Der Ba’al Schem Tov gibt jedoch zu diesem Passuk eine chassidische Auslegung: Sie mussten sich stärken, um aus den Früchten des Landes die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Sie mussten eine Frucht anblicken und sich die Frage stellen, wie Früchte auf dieser Welt entstehen. Das Anschauen einer Frucht und das Aussprechen einer Bracha (Segensspruch) sollten als Endpunkt eines überaus langen und mühseligen Weges betrachtet werden: Der Weg begann mit einem Bauern, welcher sein Land pflügte und wartete, bis die Erde trocken genug war. Dann regnete es, die Erde wurde schlammig und er konnte sie für eine Zeit lang nicht wieder umpflügen. Schliesslich konnte er Samen nehmen und sie im Boden einsetzen. Die Samen mussten zuerst spriessen und sich dann zersetzen. Der Bauer wartete und wusste derweil nicht, wie es um seine Samen stand. Waren die Samen gut? Werden sie im Boden Wurzeln schlagen oder nicht? Schliesslich begannen die Samen auszuschlagen. Der Bauer musste gegen die verschiedenen Naturgewalten ankämpfen. Er musste die Bäume bewässern und düngen. Er musste die Bäume zurückschneiden. Er musste sich mit den Witterungsbedingungen auseinandersetzen. Nach vielen Monaten voller Mühe und Arbeit, Schweiss und Tränen, entspross dem Baum endlich eine Frucht.

Der Ba’al Schem Tov erklärt die Bedeutung von „Ihr sollt euch stärken und von den Früchten des Landes nehmen („u’lekachtem“)“ wie folgt: Ihr sollt aus diesen Früchten eine Lehre ziehen (vom Ausdruck „Lekach tov“ – eine gute Lehre). Betrachte eine Frucht und ziehe daraus eine Lehre für das ganze Leben. Das Leben gleicht einer Frucht. Im Leben gibt es so viele Unternehmungen, in die wir Arbeit und Mühe, Schweiss und Tränen stecken. Manchmal fragen wir uns: „Ist dies die Mühe wert, die wir hier investieren?“ Wir wissen jedoch auch, dass wir die Früchte nur ernten können, wenn wir die Aufgabe ganz zu Ende führen. Ziehe eine Lehre aus dem Wachstum der Früchte. Dazu braucht es Stärke („Ve’hitchasak’tem“). Die Torah sagt uns deshalb, dass wir uns stärken und uns erst anschliessend die Lehre („u’lekachtem“) von den Früchten des Landes zu Gemüte führen sollen.


Quellen und Persönlichkeiten:
Raschi (1040 - 1105) [Rabbi Schlomo ben Jizchak]: Troyes (Frankreich) und Worms (Deutschland), "Vater aller Torahkommentare".
Rav Jerucham Levovitz (1874 - 1936): Einflussreicher Denker, Maschgiach (Leiter und geistiger Ratgeber) der Jeschiwa in Mir, Litauen.
Ba'al Schem Tov (1698 – 1760): Gründer der chassidischen Bewegung, Medschibosch, Ukraine.



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