Tamus
/Paraschat Balak

Rav Frand zu Paraschat Korach 5779 – Beitrag 1

Korach und sein Anhang verschwanden ohne Spuren zu hinterlassen

Der Höhepunkt der Geschichte von Korach ist: "Und die Erde öffnete ihren Mund und verschlang sie, samt ihren Häusern, allen Leuten, die mit Korach waren und der gesamten Habe" [Bamidbar 16:32]. Korach, seine Familie und seine Mitläufer wurden verschlungen und verschwanden auf Nimmerwiedersehen.

Die Gemara [Schabbat 152] erwähnt, dass es eine Sünde gibt, die dazu führt, dass ein Mensch nach seinem Tod restlos zerfällt. Zum Passuk: "Neid führt zum Zerfall der Knochen" [Mischlej/Sprüche 14:30] bemerkt der Talmud folgendes: Wer neidisch ist, bewirkt, dass nicht nur sein Körper nach dem Tod zerfällt, sondern auch seine Knochen, was nicht dem normalen Lauf der Natur entspricht. Wer jedoch keinen Neid empfindet, muss nicht befürchten, dass seine Knochen zerfallen.

Raschi erwähnt zu Beginn der Parascha, dass der tiefere Grund für Korachs Revolte darin bestand, dass er neidisch gegenüber Elizafon ben Usiel war, dem das Amt des Nassi (Fürst) der Familie Kehat zugesprochen wurde. Korach wurde von Neid zerfressen. Deshalb erhielt er die Strafe, die die Gemara demjenigen zuspricht, der von Neid besessen ist: Vollkommene Auflösung.

Wie hängen Sünde und Strafe zusammen? Was ist der Zusammenhang zwischen Neid und der Tatsache, dass die Knochen zerfallen?

Neid gegenüber dem anderen bedeutet nichts anderes, als dass jemand sein eigenes Wesen verleugnet. Wenn ein Mensch glücklich und zufrieden mit sich selbst ist, muss er auf den anderen nicht neidisch sein.

Re‘uven braucht Schimons Wagen, seine Frau, seine Kinder oder seine Stelle nicht, denn er ist nicht der andere. Ein Mensch beneidet seinen Nächsten nicht um die vorgeschriebene Brille. Das Brillenrezept ist glasklar nur für den anderen. Für ihn macht es keinen Sinn. Darum ist es im Grunde genommen immer dasselbe, wenn wir gegenüber einem anderen Neid empfinden: Wir sind unzufrieden mit uns selbst.

Ein Körperteil des Menschen symbolisiert das Wesen eines Menschen und bildet seinen Kern: seine Knochen ("Azamot"). Das Wort "Ezem" bedeutet einerseits "Knochen" aber auch " Charakteristik". Die Strafe für einen Menschen, der von Neid besessen ist und der seine eigene Charakteristiken verleugnet, besteht darin, dass seine Azamot – also seine Knochen und mehr noch: sein ganzes Wesen – zerfallen.

Gegen Neid gibt es folgendes Gegenmittel: die Gewissheit, dass wir alle auf Erden für einen bestimmten Zweck geschaffen wurden. G’tt hat uns mit allem, was wir für diesen Zweck benötigen, ausgestattet und beschenkt. Beneidet jemand seinen Nächsten, so richtet sich sein Neid auf ein Objekt, das für seine eigene, einzigartige Stellung und Zweckbestimmung auf dieser Welt vollkommen ungeeignet und bedeutungslos ist.

Quellen und Persönlichkeiten:

Raschi (1040-1105) [Rabbi Schlomo ben Jizchak]; Troyes (Frankreich) und Worms (Deutschland); „Vater aller Torakommentare“

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Die Bearbeitung der Gedanken dieser Woche erfolgte durch Mitarbeiter des Jüfo-Zentrums in Zürich

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