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Der Mensch gleicht einem irdenen Gefäss – sein Wert beruht nicht auf Äusserlichkeiten – sagt der Kotzker Rebbe - Raw Frand zu Paraschat Chukat 5780 – Beitrag 1

Der Mensch gleicht einem irdenen Gefäss – sein Wert beruht nicht auf Äusserlichkeiten – sagt der Kotzker Rebbe

Zu Zeiten des Bejt Hamikdasch (Tempel) gab es einen Weg, sich von Tum‘at haMet (geistige Verunreinigung, die von der Berührung eines Toten herrührt) zu befreien; dies war mittels der Parah Adumah (rote Kuh) möglich. Heute haben wir leider keine Parah Adumah mehr zur Verfügung und sind deshalb alle Tam‘ej Metim. Im Laufe der Schilderung von Tumat haMet weist die Torah auf weitere Beschreibungen von Tum‘a we’Tahara (geistige Unreinheit und Reinheit) hin. Eine Art von Tum‘ah ist diejenige von Kejlim (Gefässen).

Es gibt zwei Arten von Gefässen, für die zwei Arten von Tum‘ah-Gesetzen gelten: Es gibt metallene Geräte („Keli Matechet“), welche durch Berührung auch von aussen mit einer Tum‘ah-Quelle tameh (geistig unrein) werden. Im Gegensatz dazu stehen irdene Geräte („Keli Cheres“), welche nur von innen tameh werden können.

Zusätzlich ist bei irdenen Gefässen keine eigentliche Berührung zwischen dem Gerät und der Tum‘ahquelle notwendig. Das Gerät wird sogar tameh, wenn ein Scherez (ein totes Kriechtier, welches eine Tum‘ah-Quelle darstellt) im Inneren des Keli Cheres aufgehängt wird.

Der Kotzker Rebbe erläutert den Unterschied wie folgt: Metall ist selbst ein wertvoller Rohstoff. Es wird deshalb tameh, sobald eine Berührung, sogar von aussen, stattfindet.

Ein irdenes Gefäss, ein Keli Cheres, ist hingegen aus einem Material hergestellt, welches fast keinen Wert ist. Der eigentliche Wert und die Wichtigkeit des Gefässes hängt von seiner Funktionsfähigkeit, von dem, was es aufnehmen kann, ab. Deshalb kann ein irdenes Gefäss  nur dadurch verunreinigt werden, wenn man seine Funktionsfähigkeit von der Innenseite der Wände des Gefässes stört.

Der Kotzker Rebbe stellt fest, dass Menschen mit irdenen Gefässen verglichen werden können. Der Wert des Menschen hängt nicht vom Wert seiner Einzelteile und Materialien ab. Der Wert dieser Elemente kann übergangen werden. Der Wert des Menschen wird an seinen inneren Qualitäten, wie Güte und Selbstlosigkeit gemessen. 

Wir machen manchmal den Fehler, dass wir so vom „Chizoniut“ (Äusserlichkeiten) der Menschen geblendet werden - wie sie sich kleiden oder welchen Wagen sie fahren - dass wir diese Lehre vergessen. Der Wert eines Menschen gleicht demjenigen eines Keli Cheres, er basiert auf seinen inneren Werten. So wie wir in ein irdenes Gefäss etwas hineingeben können, was es tameh macht, so können auch Gedanken und das Streben, welche wir einem Menschen einpflanzen, ihn manchmal verunreinigen.

Der Wert eines Menschen beruht nicht auf dem, was „bachuz“ (aussen), sondern was „bifnim“ (innen) ist. Wir müssen sehr Acht geben und uns viele Gedanken darüber machen, was wir in unseren Kelim (Gefässe) und in denen unserer Kinder einlagern.

Quellen und Persönlichkeiten:

Rabbi Menachem Mendel von Kotzk (1787-1859); Chassidischer Rebbe; Lublin, Kotzk; Polen. Bekannt für seine scharfsinnigen Sprüche.

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Die Bearbeitung der Beiträge dieser Woche erfolgte durch Mitarbeiter des Jüfo-Zentrums in Zürich

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