Raw Wein zu Parschat Chukat 5768

Jenseits des menschlichen Fassungsvermögens

Wenn man die dieswöchige Parscha genauer anschaut, dann sind die vielen darin enthaltenen unerklärlichen Themen auffallend.

Vom berühmtesten "Chok" – ein Gesetz, das man nicht rational begründen kann – der Parah Adumah (Rote Kuh) zu Beginn der Parscha bis zu Mosches Unzulänglichkeit, als er den Felsen schlug, um Wasser hervorzubringen und seiner Strafe, dass er Erez Jisrael nicht betreten durfte, irritieren uns diese unverständlichen rätselhaften Begebenheiten.

Weshalb? Wenn wir die Torah lernen und analysieren sollen, müsste es den Menschen doch möglich sein, die Gesetze und Werte der Torah auch zu verstehen. Weshalb lernen wir dann hier über eine Ansammlung von Gesetzen und Geschehnissen, die jeder menschlichen Logik zuwiderlaufen?

Es ist offensichtlich, dass uns die Torah damit etwas sehr Fundamentales lehren will. Nicht alles im Leben ist logisch, rational, oder dem Menschen überhaupt verständlich. Die Torah will uns lehren, dass ihr System von Werten und Grundsätzen oft ausserhalb des menschlichen Verstandes liegt. Die Fähigkeit, diesen schwierigen und oft demütigenden Bescheid zu akzeptieren ist eine Prüfung in Vertrauen und Glauben. Und die Torah und das Judentum basieren normalerweise auf dieser Grundlage, wenn möglich sogar auf einer Form von blindem Vertrauen und Glauben.

Die Torah zu lernen und zu verstehen ist eine Mizwa – eine Pflicht für alle Jehudim. Die Gesetze der Torah zu befolgen und an sie zu glauben, auch wenn man sie nicht versteht, ist ebensosehr eine Mizwa.

Die Wahrheit ist, dass das Leben selbst, in all seinen Erscheinungsformen, ausserhalb unserer rationalen Fähigkeiten ist, es zu verstehen oder vorauszuplanen. Wir werden normalerweise mit Geschehnissen konfrontiert, die unvorhergesehen kommen und manchmal verheerend wirken. Leben und seine Ereignisse haben eine unberechenbare Natur, die sich jeder rationalen Erklärung oder logischer Theorie entziehen. Das Leben per se ist ein reines "Chok" – eine Art Befehl und/ oder ein Vorkommnis, das uns vor Rätsel stellt und ohne Antwort oder Erklärung zurücklässt. Aus begrenzter Sicht werden diese Geschehnisse als zufällig oder tragisch beurteilt, aber sie sind alle unerwartet und irrational. In einem grösseren Rahmen sind Ereignisse wie der Holocaust grundlegende historische Beispiele für ein "Chok" in seiner ultimativen Form.

Weder verstehen wir die Härte von Mosches Strafe, wie sie in dieser Parscha beschrieben ist, noch verstehen wir die Gründe, die dazu führten, dass sechs Millionen Jehudim umgebracht wurden. Wenn solche Ereignisse geschehen, sei es auf persönlicher oder nationaler Ebene,
dann lassen sie uns verloren und perplex zurück.

Die Torah berichtet, was Aharons Reaktion auf den Tod zwei seiner Söhne im Mischkan (Stiftzelt) war - Schweigen. Schweigen zeigt die Erkenntnis, dass Haschems Wege jenseits unseres menschlichen Verstandes sind.

Es bleibt uns nichts anderes übrig, als sie zu akzeptieren, denn wir werden nie fähig sein, sie zu verstehen. Und deshalb schreibt der Prophet Chabakuk, dass eine der grundsätzlichen Lehren des Judentum lautet: "Der Gerechte lebt nur durch seinen Glauben allein." [Chabakuk, 2:4], Chukat ist die Parscha des absoluten Glaubens. Und genau deshalb ist es so wichtig, dass diese Parscha von uns geschätzt und aufgenommen wird. Wahllos ist Glauben die einzige effektive Waffe gegen die Mysterien des Lebens, welche uns zustossen.



Rav Frand, Copyright © 2008 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum.

Weiterverteilung ist erlaubt, aber bitte verweisen Sie korrekt auf die Urheber und das Copyright von Autor, Project Genesis und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum und auf Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, sowie www.torah.org.

Drucken E-Mail

Jüdisches Leben in Zürich

jewish-zuerich

Jüdisches Leben in Zürich

Koschere Hotels

hotelinberge

Koschere Hotels