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Raw Frand zu Parschat Pinchas 5767

Enkel von Aharon – Der den Frieden liebt und ihn verfolgt

Parschat Pinchas setzt die Erzählung der vorherigen Parscha (Balak) fort. In Parschat Balak ereignete sich eines der abstossendsten Geschehnisse in der Geschichte des jüdischen Volkes. Der Führer einer der Stämme der Bne Jisrael hatte öffentlich und schamlos eine Beziehung mit einer nicht-jüdischen Frau. Die Menschen waren durch dieses Ereignis wie betäubt, und wussten nicht, wie zu reagieren.

Im Pasuk steht, dass Pinchas dies sah und sich (gemäss dem Talmud Sanhedrin [82a]) an das Gesetz erinnerte, das Mosche gelehrt hatte – wenn ein Mensch mit einer nicht-jüdischen Frau in der Öffentlichkeit eine Beziehung hat, dann hat jeder Eiferer das Recht, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen. Pinchas hielt sich an diese Vorschrift und tötete den Mann und die Frau. Daraufhin hörte die Plage, die unter dem Volk ausgebrochen war, und bereits 24'000 Opfer gefordert hatte, auf.

Der Bericht in Parschat Pinchas fährt hier fort: "Pinchas, der Sohn von Elasar, des Sohnes von Aharon dem Kohen, wandte Meinen Zorn ab ... deshalb verleihe Ich ihm Meinen Bund des Friedens" [Bamidbar 25:11-12]. Raschi zitiert hier einen sehr berühmten Midrasch, der uns erklärt, weshalb die Torah uns alle Details von Pinchas’ Abstammung erzählt: Einige Mitglieder der Gemeinde standen skeptisch dem Gebrauch einer solch dreisten Taktik gegenüber, dass man jemanden in der Öffentlichkeit tötet. Zynisch führten sie sein Benehmen auf die Abstammung von seinem Grossvater mütterlicherseits, Jitro, zurück, der in seinen früheren Jahren "Kälber für den Götzendienst gemästet hatte". Die Menschen begannen zu reden, "Wie kann der Enkel von einem Götzenpriester so verwegen sein, einen Fürsten von Israel zu töten?" Deshalb beschreibt der Pasuk seine Abstammung von Aharon – seinem Grossvater väterlicherseits.

Weshalb besänftigte es die Leute, dass Pinchas von Aharon abstammte? Jeder wusste, dass Pinchas zwei Grossväter hatte. Niemand bestritt das. Diese Tatsache entkräftigte ihre Kritik nicht, dass er in jenem Moment etwas getan habe, dass auf seine Abstammung von einem Götzenpriester hinwies.
Der Scha'are Orah von Raw Meir Bergman, erklärt die Antwort: Jeder wusste, dass Pinchas zwei Grossväter hatte und jeder wusste über Gen und Genetik Bescheid. Doch die Menschen analysierten was geschehen war, und argumentierten so:

Wir wissen, dass einer seiner Grossväter Aharon war. Wir wissen jedoch auch, dass Aharon der Mensch war, der Frieden am meisten liebte. Er war der vollkommene "Friedliebende und Verfolger des Friedens." Doch Pinchas hatte noch einen Gross- vater, der in der Vergangenheit ein Götzendiener war. Nun sagten sie, wenn wir uns wundern, woher Pinchas fähig war, vor allen Menschen sich zu erheben und einen Fürsten zu töten, dann ist es klar, dass dies nicht von Aharon kam, dem Mann des Friedens. Welcher Grossvater, welche Genen waren hier involviert? Es mussten die des Enkels eines Götzenpriesters sein!

Deshalb steht im Pasuk "Nein, das ist nicht wahr!" Die Genen, die für diese Tat verantwortlich waren, waren die von Pinchas, dem Sohn von Elasar, des Sohnes von Aharon ha’Kohen. Dies war, was Aharon selbst auch getan hätte.

Man könnte sich fragen, "Wie kann ein Mann des Friedens einen Speer nehmen und zwei Leute öffentlich aufspiessen"? Der Chatam Sofer erklärt, diese Tat wird vielleicht nicht mit demjenigen assoziiert, der den Frieden liebt (Ohew Schalom), doch sicherlich mit jenem der den Frieden verfolgt (Rodef Schalom).

Der Gebrauch von „Rodef“ (Verfolger) im Ausdruck von „Rodef Schalom“ sollte uns zum Nachdenken bewegen. Diese Bezeichnung scheint nicht zu unserer Vorstellung von Frieden zu passen. Der Chatam Sofer erklärt deshalb, dass man manchmal, um Frieden zu stiften, ein „Rodef Schalom“ sein muss, den Frieden, sozusagen, zuerst vertreiben muss. Man muss Machloket (Streit) verursachen. Manchmal kann der endgültige Frieden nur durch eine vorübergehende Vertreibung des Friedens erreicht werden.

Es gibt Situationen und Momente im Leben, die von uns verlangen, aufzustehen und „Nein“ zu sagen. Manchmal müssen wir protestieren, dass etwas nicht „Emet“ (wahr) ist und man muss Schalom (Frieden) für Emet (Wahrheit) aufgeben. Aharon liebte den Frieden, doch manchmal musste auch er der Verfolger des Friedens sein. Der Verfolger des Friedens musste so handeln, denn dies war schliesslich der Weg, um zwischen den Jehudim und ihrem himmlischen Vater Frieden zu schliessen.

Der Brisker Raw sz’l sagte einmal im Namen seines Vaters; wir hätten erwartet, dass Haschems Lohn für Pinchas ein „Bund des Eifers“ gewesen wäre. Lehawdil (um zwischen einem heiligen und einem weltlichen Thema zu unterscheiden), wenn wir abstimmen müssten, wer den Friedens-Nobelpreis in jenem Jahr hätte bekommen sollen, wäre Pinchas etwa ein Kandidat gewesen? Da hätte wohl gar mancher die Stirn gerunzelt.

Niemand hätte Probleme damit, Pinchas einen Preis für Pflichteifer oder Mut zu geben, doch der Friedens-Nobelpreis scheint nicht angebracht. Die Torah betont deshalb, auch wenn wir das Vorgehen von Pinchas auf den ersten Blick nicht als Frieden beurteilen würden, ist es dennoch der echte Frieden. Manchmal muss der echte Frieden in einer Art und Weise erreicht werden, die wie das Gegenteil dessen aussieht.

Oft hören wir Kritik an grossen Rabbonim, die ihren Standpunkt zu einem Thema klar äussern. Man beanstandet: "Weshalb müssen sie eine Machloket (Streit) auslösen? Weshalb können sie die Sache nicht einfach beruhen lassen? Ist dies Frieden? Es ist Machloket! Es ist Uneinigkeit!"

Diese Reklamation datiert zurück bis Pinchas. So wie es heutzutage Leute gibt, die sagen "Ist Schalom nicht wichtiger?", solche Menschen existierten auch in der Zeit von Pinchas. Sie sagten, „Dies ist nicht Aharons Enkel; dies ist nicht Frieden; dies ist Entzweiung; manchmal muss man ruhig bleiben und nicht hinschauen!" Haschem antwortete: "Dies trifft nicht zu.“ Manchmal muss der Friedliebende ein Verfolger des Friedens sein und der Tendenz entgegenwirken, die Dinge ohne Widerspruch geschehen zu lassen.

Deshalb sind weder die Tat von Pinchas noch die klaren Stellungnahmen unserer Gedolim Wege der Entzweiung. Pinchas erhielt nicht „Meinen Bund des Eifers“. Haschem wollte nicht den starken Mann markieren. Vielmehr bekam Pinchas entsprechend seiner Handlungen „Meinen Bund des Friedens“. Natürlich muss man wissen, wann und wie man seine Meinung kundtun muss. Deshalb sollten wir solchen Entscheidungen nicht selbst treffen. Wir hatten stets unsere Gedole Olam (Führungspersönlichkeiten der Jüdischen Welt), die wussten, in welcher Situation man ein Verfolger des Friedens sein muss. Diese Gedolim erhalten den Segen von 'Meinen Bund des Friedens'.



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