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Mosche vermittelt den Raschej HaMatot eine Lektion, die er am eigenen Leib erfahren hat - Rav Frand zu Paraschat Matot 5780

Mosche vermittelt den Raschej HaMatot eine Lektion, die er am eigenen Leib erfahren hat: Die Macht der Sprache ist überzeugender als die eines Stockes

Ich werde diese Woche zwei wunderschöne Einsichten zitieren, die ich im Sefer Limudej Nissan von Rav Nissan Alpert gesehen habe.

Paraschat Matot beginnt mit den Gesetzen von Nedarim (Gelübden). Die Parascha beginnt auf unübliche Weise. Die meisten Tora-Abschnitte, die sich mit Halacha befassen, beginnen mit den Worten "Wajedaber Haschem el Mosche lemor" (und Haschem sprach zu Mosche wie folgt...). Diese Parascha jedoch beginnt mit den Worten "Wajedaber Mosche el Raschej HaMatot liwnej Jisrael lemor…" (Mosche sprach zu den Stammesführern, zu den Benej Jisrael wie folgt…) (Bamidbar 30:2). Zweifellos hatte Mosche diese Gesetze vom Schöpfer der Welt gehört, aber der Passuk ist in einer Weise geschrieben, dass man denken könnte, dass Mosche Rabbejnu diese Gesetze selbst erlassen und sie der Führung weitergegeben hat, um die Benej Jisrael zu unterrichten.

Zweitens ist der Ausdruck "Raschej Hamatot" (Stammesführer) selbst sehr ungewöhnlich. Normalerweise bezieht sich die Tora auf diese Personen als "Fürsten" (Nessi’im). Jeder Stamm hatte seinen Nassi. Warum nennt die Tora hier die Nessi’im "Raschej Hamatot"?

Um diese Frage zu beantworten, erwähnt Rav Nissan Alpert eine Angelegenheit, die vom Raschbam in Paraschat Chukat zur Sprache gebracht wird. Paraschat Chukat enthält den Vorfall von Mej Meriwa, als die Menschen nach dem Tod von Mirjam kein Wasser hatten. Sie beklagten sich bei Mosche Rabbejnu, und Mosche ging auf G"ttliche Anweisung hin zum Felsen. Anstatt jedoch zum Felsen zu sprechen, schlug Mosche auf ihn ein. Wegen diesem Vorfall durften Mosche und Aharon nicht nach Erez Jisrael einreisen.

Der Passuk in Paraschat Chukat sagt etwas Merkwürdiges, wenn er Haschems Anweisungen an Mosche beschreibt. Er sagt: "Nimm den Stock und versammle die Gemeinde, du und dein Bruder Aharon, und ihr sollt vor ihren Augen zum Felsen sprechen, und er wird sein Wasser geben..." (Bamidbar 20:8) Haschem wies Mosche an, den Stock zu nehmen und zum Felsen zu sprechen. Viele Kommentatoren, darunter auch der Raschbam, stellen die Frage: "Wenn die Absicht des Ewigen war, dass Mosche zum Felsen sprechen sollte, warum beginnt Er dann seine Anweisungen mit den Worten 'nimm den Stock'?" Es tönt, wie wenn der Ribbono schel Olam (Herr der Welt) Mosche Rabbejnu eine Falle stellen möchte!      

Die Antwort von Rav Nissan Alpert (nicht dieselbe wie diejenige des Raschbam) ist, dass der Ewige versuchte, Mosche eine Botschaft zu vermitteln, die er nicht verstand, bis es zu spät war. Nach der Sünde von Mej Meriwa verstand Mosche Rabbejnu nachträglich, was der Ribbono schel Olam versucht hatte, ihm zu sagen. Erst dann realisierte er, was sein Fehler gewesen war.

Der Ribbono schel Olam hatte versucht, Mosche Rabbejnu eine Lektion zu erteilen, wie man mit Klall Jisrael umgehen muss. Es gibt zwei Wege, wie Leute dazu zu bringen, Dinge zu tun. Ein Weg ist es, die Leute zu zwingen, zu nötigen oder sie mit dem Stock zu schlagen. Ein anderer Weg ist es, sie durch die Macht der Sprache zu beeinflussen. Der Ewige versuchte Mosche zu lehren, dass der zweite Weg der bessere Weg ist. Dies tönt ähnlich, wie der viel verwendete Ausdruck "die (Schreib-) Feder ist mächtiger als das Schwert". Ja, es ist möglich, Menschen durch Zwang dazu zu bringen, etwas zu tun, aber die "Feder" – Ideen, die überzeugende Argumente enthalten – kann mächtiger sein als das Schwert.

Was bei der "Feder" stimmt, gilt auch für das gesprochene Wort. Sprechen kann auch mächtiger sein als das Schwert. Über das gesprochene Wort kann man einen gewaltigen Einfluss auf Menschen haben. Also sagte Haschem zu Mosche Rabbejnu: "Nimm den Stock... und sprich zum Felsen", um Mosche eine Lektion zu erteilen: Ja, nimm den Stock, aber Ich will, dass du etwas tust, das mächtiger ist als die Verwendung eines Stocks – nämlich zum Felsen zu sprechen!

Nach dem Geschehnis realisierte Mosche Rabbejnu seinen Fehler. Der Ribbono schel Olam hatte nicht versucht, ihn reinzulegen. Er erteilte ihm eine Lehre, die jeder Führer kennen muss. Jeder Rebbe (Lehrer) muss dies wissen. Jeder Raw muss dies wissen. Die Lektion ist, dass der Stock nicht nötig ist. Ein Mensch sollte "zum Felsen sprechen". Die Lektion, dass man mit Sprechen mehr erreichen kann als durch physische Gewalt, ist eine Lektion, die Mosche Rabbejnu auf sehr schmerzhafte Weise lernte.

Die Parscha von Nedarim (Gelübden) ist der Tora-Abschnitt, der die Macht der menschlichen Sprache hervorhebt. Ein glatt koscheres Fleisch-Sandwich kann dem höchsten Standard von Kaschrut entsprechen, aber wenn jemand ein Neder macht, dass er es für sich verbietet und es dann trotzdem isst – ist dies eine solch grosse Sünde wie das Essen von Schweinefleisch. Die Tora verleiht einem Menschen eine gewaltige Macht, durch seine Rede ein halachisches Gebot zu bewirken. Ebenso habe ich, wenn ich schwöre, dass ich am nächsten Tag ein Fleisch-Sandwich essen werde und ich es dann doch nicht tue, ein Law (ein Tora-Verbot) übertreten. Dies ist die Macht der Sprache.

Aus diesem Grund beginnt die Parascha mit den Worten "Und Mosche sprach zu den Stammesführern". Wer kannte diese Lektion – über die Macht der Sprache – besser als Mosche? Leider erfuhr Mosche Rabbejnu die Lektion am eigenen Leib, indem er die Macht der Sprache nicht ausreichend durchdachte (als er beschloss, auf den Felsen zu schlagen, anstatt zu ihm zu sprechen).

Er sprach zu den "Raschej HaMatot" – warum steht "Raschej HaMatot" und nicht "Nessi’im"? Weil Matot eine doppelte Bedeutung hat. Matot kann "Stämme" bedeuten, es kann aber  auch "Stöcke" bedeuten. Mosche Rabbejnu sagt diesen zukünftigen Führern der Nation: "Ich stehe vor meinem Tod. Ihr werdet diese Leute in der nächsten Generation anführen. Ihr könnt sie mit der Macht des Stocks oder mit der Macht der Zunge führen." Mosche will, dass sie wissen, dass die Macht der Sprache wirksamer ist als die Macht des Stocks. Deshalb spricht er sie als "Raschej HaMatot" an, was ihnen andeutet, dass obwohl sie die Macht des Stocks besitzen, sie versuchen sollten, die Menschen durch die Macht der Sprache zu beeinflussen, was überzeugender ist, als die des Stockes.

Quellen und Persönlichkeiten:

Rav Nissan Alpert [Limudej Nissan] (gest. 1986): Schüler und Nachbar von Rav Mosche Feinstein; gestorben kurz nach Raw Mosche. Autor des Bibelkommentars Limudej Nissan. Rav der Agudah Long Island in Far Rockaway und Lehrer an der Jeschiwah "Rabbenu Jitzchak Elchanan"; New York City.

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Die Bearbeitung der Beiträge dieser Woche erfolgte durch Mitarbeiter des Jüfo-Zentrums in Zürich

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